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 Uhrwerk Orange Film

Filmdaten
Deutscher Titel:Uhrwerk Orange
Originaltitel:A Clockwork Orange
Produktionsland:Großbritannien
Erscheinungsjahr:1971
Länge:131 Minuten
Originalsprache:Englisch
Altersfreigabe:FSK 16/früher 18
Stab
Regie:Stanley Kubrick
Drehbuch:Anthony Burgess
Stanley Kubrick
Produktion:Stanley Kubrick
Musik:Wendy Carlos
Kamera:John Alcott
Schnitt:Bill Butler
Besetzung
Synchronisation

Uhrwerk Orange (Originaltitel: A Clockwork Orange) ist die Verfilmung des Zukunftsromans A Clockwork Orange von Anthony Burgess. Dem Film liegt die ursprüngliche amerikanische Buchversion zugrunde, die um das letzte Kapitel gekürzt wurde. Daher unterscheidet sich das Ende im (neuen) Buch sehr von dem im Film. Der Film wurde mehrmals in Top-Ten-Listen internationaler Filme gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Alex, welcher den ganzen Film erzählt, ist ein ausgesprochener Beethoven-Liebhaber und Anführer einer Jugendbande – den Droogs. Die Gang lebt im trostlosen Vorort eines verfremdeten Londons. Sie verständigen sich in einem von russischen Brocken durchsetzten Jargon („Nadsat“). Ihr Leben dreht sich um Gewalt an Wehrlosen, Schlägereien mit anderen Gangs, Vergewaltigungen und Raubüberfälle. Vor allem für Alex scheint Geld hierbei eine geringe Rolle zu spielen. Das Zelebrieren und lustvolle Genießen von Gewalt steht für den Anführer der Bande im Vordergrund. So überfallen sie zu viert einen wehrlosen alten Stadtstreicher. In derselben Nacht dringen sie maskiert in die Villa eines Schriftstellers und seiner Frau ein; Alex vergewaltigt die Frau und singt während des Einbruchs „I’m singin’ in the rain“, ihr Mann wird zum Krüppel geschlagen. Im Laufe der Zeit beginnt es in der Gruppe zu kriseln. Den anderen Mitgliedern ist die Art und Weise von Alex’ Führungsstil zu autoritär. Bei einem ihrer Überfälle geschieht das längst Vorhersehbare: Bei dem Einbruch in das Haus einer alleinstehenden Frau, die Alex brutal erschlägt, wird Alex von seinen „Droogs“ verraten und der anrückenden Polizei überlassen. Er wird als Mörder zu vierzehn Jahren Gefängnis verurteilt.

Im Gefängnis schmeichelt er sich beim Gefängnispastor ein. Beim Besuch des Innenministers macht er auf sich aufmerksam und wird als Versuchsobjekt für die „Ludovico-Technik“, einer Art Aversionstherapie, ausgewählt, welche von der Regierung als erfolgversprechender Versuch der Wissenschaft gefördert wird, die Resozialisierung von Kriminellen zu erreichen und so zur Entlastung der überfüllten Gefängnisse beizutragen. Alex wird deshalb in die medizinische Anstalt Ludovico überwiesen.

Am Ende der vierzehntägigen Therapie wird Alex als geheilt entlassen. Die Auswirkungen der Therapie jedoch sind verheerend: Beim geringsten Gedanken an Gewalt oder sexuelle Handlungen wird sein Handlungs- und Urteilsvermögen durch die Auswirkungen der Therapie, nämlich Übelkeit, akuten Brechreiz und große Schmerzen, rigoros unterdrückt. Alex wird, aufgrund seiner Reaktion, zu einem wehr- und willenlosen Menschen. Als unbeabsichtigter Nebeneffekt treten diese Symptome auch beim Hören von Beethovens 9. Sinfonie auf, die während der Therapie im Hintergrund lief.

Nach seiner Entlassung muss Alex feststellen, dass sich seine Eltern von ihm abgewendet und sein Zimmer an den Untermieter Joe vermietet haben. Jetzt fällt die Gewalt, die er einst ausübte, auf ihn selbst zurück: An der Themse trifft er den alten Stadtstreicher, den er einst mit seiner Gang zusammengeschlagen hatte, und der nun seine Wut mit anderen Obdachlosen an ihm auslässt. Nur scheinbar gerettet wird Alex von zwei Polizisten, die sich als seine alten „Droogs“ entpuppen und mittlerweile Polizisten sind. Sie rächen sich ebenfalls an ihm, indem sie ihn in den Wald fahren und brutal verprügeln. Verletzt schleppt sich Alex zu einer Villa ohne zu bemerken, dass es dieselbe ist, in der er den Überfall auf den Schriftsteller und seine Frau verübt hatte. Der Schriftsteller, der durch den Überfall zum Krüppel wurde und im Rollstuhl sitzt, pflegt ihn und hat zunächst vor, ihn für eine politische Wende nutzen zu wollen. Als Alex aber im Bad das Lied „Singin’ in the rain“ singt, erkennt der Schriftsteller, dass es Alex war, der ihn und seine Frau überfallen hatte, und sinnt auf Rache. Da Alex ihm erzählt, was die 9. Sinfonie nach der Konditionierung bei ihm auslöst, sperren Freunde des Schriftstellers den betäubten Alex in ein Zimmer und spielen die 9. Sinfonie lautstark ab, was Alex dazu bringt, sich aus dem Fenster zu stürzen, um sich das Leben zu nehmen.

Alex wacht schwer verletzt im Krankenhaus auf. Die Regierung, kurz vor den Wahlen stehend, hat durch die publik gemachten Nebeneffekte von Alex Konditionierung schlechte Karten. Deshalb haben sie ihn unter Narkose heimlich am Gehirn operieren lassen, um ihn wieder in seinen Normalzustand zu versetzen. Die Psychiaterin, die Alex testet, versichert ihm allerdings, dass er sich den „Traum” von der Gehirn-OP nur eingebildet habe. Nun ist er wieder in der Lage Beethoven zu hören, ohne zu leiden. Die Regierung nutzt dies nun, um vor laufenden Kameras mit seiner „Heilung” auf Stimmenfang zu gehen. In der Schlussszene sieht man Alex Gedanken, die er nun beim Musikhören hat: Er sieht sich selbst beim gewalttätigen Geschlechtsverkehr mit einer jungen rotblonden Frau mit schwarzen Strapsen im Schnee, während den beiden von männlichen und weiblichen Zuschauern um sie herum applaudiert wird. Der Film endet mit Alex Worten „Ich war geheilt, alright“.

Titel des Films und Fazit

A Clockwork Orange ist ein typischer Kubrick-Film: im ersten Moment irritierend und schockierend. Kritisiert wird häufig, dass die Gewalt ästhetisiert wird (wobei die Handlung zur Zeit der Filmproduktion bereits realitätsnäher war als das Buch zuvor). Die Selbstverständlichkeit, die Alex in seiner Gewalttätigkeit zunächst an den Tag legt, zeigt Kubrick, indem er von brutaler Gewalt bestimmte Szenen durch heitere Klassikmusik begleitet. Das Leid der Opfer erreicht Alex nicht im Mindesten.

Kubricks Ablehnung des Establishments kommt auch hier wieder zum Ausdruck, wenn er einer Regierung Machthunger und der Wissenschaft Allmacht unterstellt. Und das, obwohl er selbst als sehr autoritärer Regisseur galt.

Die Kritik an der Gesellschaft wird am deutlichsten gezeigt, indem Alex stets der Verlierer ist: von seinen Droogs verraten, als Mörder eingesperrt, als Versuchsobjekt von der Wissenschaft missbraucht, von einem zynischen Schriftsteller als politisches Vehikel eingespannt und zu guter Letzt entschuldigt sich der Innenminister bei Alex – er dient nur dazu, das Image der angeschlagenen Regierung wieder zu polieren. Jede Institution tut das aus ihrer Sicht moralisch Richtige, verfolgt dabei aber stets nur eigene Interessen auf Kosten des Individuums.

Über die Bedeutung der Botschaft des Films gibt es keine Einigkeit. Ein Beispiel einer Interpretation des Films sowie der Buchvorlage ist, dass jedem Menschen die Freiheit gegeben werden sollte, sich schlecht und falsch zu verhalten; denn ein Individuum, das sich gut verhalten muss, ist indoktriniert und zu keiner eigenständigen Persönlichkeitsentfaltung mehr fähig.

Anthony Burgess selbst erklärte den Titel seines Buches so: „1945, als ich von der Army kam, hörte ich einen achtzigjährigen Cockney in einem Londoner Pub von jemandem sagen, er sei schräg wie eine aufgezogene Orange‘ (as queer as a clockwork orange). Der Ausdruck faszinierte mich als eine Äußerung volkstümlicher Surrealistik. Die Gelegenheit, die Redensart auch als Titel zu benutzen, kam 1961, als ich mich daran machte, einen Roman mit dem Thema der Gehirnwäsche zu schreiben. Der Mensch ist ein Mikrokosmos, er ist ein Gewächs, organisch wie eine Frucht, er hat Farbe, Zerbrechlichkeit und Süße. Ihn zu manipulieren, zu konditionieren, bedeutet ihn in ein mechanisches Objekt zu verwandeln – eine Uhrwerk-Orange.“ (Anthony Burgess, Uhrwerk Orange, Heyne Buch Nr.928, Deutsche Erstveröffentlichung, 1972)

Produktionsnotizen

Während die Szene in der Ludovico-Klinik gedreht wurde, wurde eine von Malcolm McDowells Augenhornhäuten verkratzt, sodass er vorübergehend erblindete. Der Arzt, der neben ihm steht und eine Salzlösung in Alex’ gewaltsam offen gehaltene Augen tropft, war nicht nur für filmische Zwecke da, sondern war ein echter Arzt, der benötigt wurde, um McDowells Augen vor dem Austrocknen zu bewahren. Außerdem erlitt McDowell während der Dreharbeiten zur Bühnenvorstellung, in der Alex erniedrigt wird, mehrere Rippenbrüche.

Als Alex aus dem Fenster springt, um seiner Qual ein Ende zu bereiten, sieht der Zuschauer den Boden auf die Kamera zukommen, bevor sie kollidieren. Dieser Effekt wurde dadurch ausgelöst, dass eine tragbare Kamera mit nach unten gerichtetem Objektiv von zwei oder drei Stockwerken Höhe fallen gelassen wurde, um auf diese Weise einen realistischen Eindruck davon zu vermitteln, wie so ein Fall aussehen könnte (wenngleich Alex eigentlich mit dem Gesicht nach oben hätte aufkommen müssen). Es heißt, die Kamera habe einen Objektivschaden erlitten, sei aber ansonsten noch funktionsfähig gewesen.

Regie

Regisseur Stanley Kubrick war ein notorischer Perfektionist und verlangte deshalb viele Einstellungen, während er seine Filme drehte. Malcolm McDowell jedoch verstand nach eigenen Angaben für gewöhnlich alles richtig, sodass Kubrick nicht zu viele Einstellungen vornehmen musste. Kubrick wollte dem Film eine traumähnliche, fantastische Qualität verpassen und filmte viele Szenen mit Fischaugenobjektiven. Außerdem benutzte er schnelle und langsame Bewegung, nachdem er von bestimmten Szenen in Toshio Matsumotos „Funeral Parade of Roses“, einem von Kubricks Lieblingsfilmen, beeinflusst worden war.

Drehorte

„Uhrwerk Orange“ ist fast vollständig an Orten in und um London mit vergleichsweise wenigen Studioaufnahmen entstanden.

  • Die Szene, in der der Obdachlose attackiert wird, wurde in einer Straßenunterführung nahe dem Kreisverkehr bei Wandworth Road, London, gedreht.
  • Der Kampf zwischen Alex’ und Billyboys Bande entstand im heute abgerissenen Theater von Taggs Island, Kingston upon Thames.
  • Die Wohnung, in der Alex und seine Eltern leben, befindet sich in Borehamwood.
  • Das Haus, in dem die Überfallszene auf den Schriftsteller und seine Frau stattfindet, wurde in einem Haus namens Skybreak gedreht, das in The Warren, Radlett, Hertfordshire, steht. Es wurde von Sir Norman und Wendy Foster zusammen mit Sir Richard Rogers entworfen.
  • Die Szene, in der Alex seine Droogs ins Wasser stößt, fand im Thamesmead South Housing Estate in London statt.
  • Das Haus, vor dem Alex von der Polizei festgenommen wird, steht in Shenley Lodge an der Blackhorse Lane in Milton Keynes, Hertfordshire.
  • Die Außenaufnahmen der Gefängnisszenen fanden im Wandsworth Prison, die Innenaufnahmen in den Royal Artillery Barracks in Woolwich statt.
  • Die Szenen der Ludovico-Klinik entstanden in der Brunel University, West-London.
  • Alex’ Sprung aus dem Fenster wurde im Edgewarebury Country Club, Elstree (Hertfordshire), gedreht.[1]

Kontroverse um den Inhalt des Films

Die moralisch zweifelhaften Werte, die durch den Film vermittelt werden, haben seit der Erstaufführung dazu geführt, dass er von vielen Seiten verurteilt und zensiert wurde. Die Filmkritikerin Pauline Kael schrieb ihm die „Glorifizierung sadistischer Gewalt“ zu, die Publizistin Susan Sontag nannte ihn gar „faschistisch“. Die Science Fiction Times kommentierte den Film dementsprechend: „Laßt uns töten, Kameraden, bevor eine zukünftige Gesellschaft uns gut und harmlos macht: Das ist die Botschaft des Films.[2]

In den Vereinigten Staaten, wo der Film uraufgeführt wurde, erhielt Uhrwerk Orange ein X-Rating. Später wurde zudem eine gekürzte Fassung mit R-Rating in die Kinos gebracht. Die amerikanische katholische Kirche setzte den Film auf einen Index, der es ihren Glaubensanhängern verbot, ihn anzusehen.

In Großbritannien nahm Kubrick den Film nach kurzer Anlaufzeit sogar gänzlich aus den Kinos. Man mutmaßte damals, dass er aus Reue handelte, nachdem die Presse einen tätlichen Angriff auf einen Obdachlosen mit dem Film in Verbindung gebracht hatte. In einem späteren Interview bestätigte Kubricks Frau Christiane jedoch Vermutungen, dass die Polizei ihn zum Aufführungsstopp genötigt hatte (dabei soll Kubricks Familie bedroht worden sein). 27 Jahre lang, bis nach Kubricks Tod, wurde der Film in Großbritannien weitgehend unter Verschluss gehalten.

Im deutschsprachigen Raum hatte die Kritik des Filmhistorikers Ulrich Gregor einigen Einfluss. Für ihn wurde der Film inszeniert als „prätentiöser soziologischer Traktat, angereichert mit unnötigen Grausamkeiten und Monströsitäten. Kubrick läßt sich über die Beziehungen zwischen Sexualität, Psychoanalyse, Faschismus, Brutalität, Religion und vielen anderen Dingen aus, anhand von stilisierten Sequenzen und Bildern, die effektvoll und schockierend sind, letztlich aber nur Konfusion hinterlassen. Grausamkeit wird hier pseudokritisch und mit dem Air des Sensationellen versehen vorexerziert; die ‘Zeitkritik’ dieses Films ist nur Attitüde“.[3]

Der Filmkritiker Peter W. Jansen mochte in Kubricks Verwendung von Stilmitteln des klassischen Balletts ebenso wie des Ausdruckstanzes, unterfüttert vom Einsatz der Musik, „eine rigorose Stilisierung der Gewalt“ sehen. Der „Zeige-Gestus” des Films, die outrierte Sprache und Mimik sowie die ironisch genutzte musikalische Feierlichkeit und Triumphalität könne als Distanzierung von dieser Gewalt interpretiert werden. [4] Ronald Hahn und Volker Jansen räumten ein, dies könne man zwar, aber eher „schon dürften sie (i.e. Kubricks Kunstgriffe) dazu dienen, daß der Zuschauer ohne schlechtes Gewissen seiner ganz privaten Lust am Sadismus frönen“ könne. Sie bezeichneten Uhrwerk Orange als eine „überaus raffiniert geschriebene Bibel der sinnlosen, ultrabrutalen Gewalt.[5]

Das Ende des Films entspricht nicht der von Burgess intendierten Buchversion (siehe Abschnitt „Das 21. Kapitel“ im Buch).

Anthony Burgess’ Reaktion auf den Film

Anthony Burgess begegnete der Filmadaption seines Romans mit gemischten Gefühlen. Öffentlich mochte er Malcolm McDowell und Michael Bates und den Gebrauch von Musik im Film; er lobte den Film als „brillant“, ja sogar als einen so brillanten Film, dass es schon gefährlich sein könnte. Seine erste Reaktion auf den Film fiel sehr enthusiastisch aus, außer, dass er darauf beharrte, dass die einzige Sache, die ihn störte, die Entfernung des letzten Kapitels des Romans war, für die er den amerikanischen Verlag und nicht Kubrick verantwortlich machte.

Gemäß seiner Autobiografie vertrug sich Burgess mit Kubrick ziemlich gut. Beide Männer teilten dieselben philosophischen und politischen Ansichten; beide waren sehr an Literatur, Kino, Musik und Napoleon Bonaparte interessiert (Burgess widmete Kubrick sein Buch „Napoleon Symphony“ [dt. Napoleonsymphonie]). Jedoch verschlechterten sich die Beziehungen, als Kubrick es Burgess überließ, den Film vor Anklagen der Gewaltverherrlichung zu verteidigen. Als (ausgetretener) Katholik versuchte Burgess des Öfteren, empörten christlichen Organisationen, die einen satanischen sozialen Einfluss vermuteten, die Punkte christlicher Moral in der Geschichte zu erläutern, es gegen journalistische Anklagen, es unterstütze ein „Faschistendogma“; er nahm sogar Auszeichnungen für Kubrick entgegen.

Burgess war tief verletzt, da er sich von Kubrick als ein Pfand zur Filmwerbung benutzt fühlte. Malcolm McDowell, der eine Werbetour mit Burgess machte, teilte seine Empfindungen und äußerte zeitweise harsche Kritik an Kubrick. Burgess und McDowell hielten es für einen Beleg von Kubricks übermäßigem Stolz, dass nur sein Name im Vorspann erscheint. Burgess parodierte Kubricks Image in späteren Werken: die Musicalversion von Uhrwerk Orange, die eine Kubrick gleichende Figur enthält, die im frühen Verlauf zusammengeschlagen wird, The Clockwork Testament (dt. Das Uhrwerk Testament [Heyne 1992]), worin der fiktive Poet F.X. Enderby wegen angeblicher Gewaltverherrlichung in einer Filmadaption angegriffen wird und Burgess’ Roman Earthly Powers (dt. Der Fürst der Phantome [Klett-Cotta 1984]), worin ein gerissener Regisseur namens Zabrick vorkommt.

Unterschiede zwischen Buch und Film

  • Im Roman liest eine Krankenschwester ein Buch, als Alex aus dem Koma erwacht, im Film kommt sie halbnackt aus einem abgetrennten Bett.
  • Im Film muss Alex beim Haftantritt seinen vollständigen Namen angeben: Alexander Delarge. Im Buch wird sein Nachname nicht genannt, wohl aber nennt er sich selbst Alexander, der Große – Alexander the Large.
  • Der Film benutzt Nadsat bedeutend weniger als das Buch, um den Film zugänglicher zu machen.
  • Im Film hat Alex als Haustier eine Schlange. Im Buch wird dies nicht erwähnt. Wegen Malcolm McDowells Angst vor Schlangen wurde dies von Kubrick hinzugefügt.
  • Im Film schlagen Alex und seine Droogs einen Stadtstreicher zusammen, der ihn später wiedererkennt und ihn mit anderen Obdachlosen nach seiner Behandlung angreift. Im Buch schlägt Alex einen alten Mann zusammen, der ausgeliehene Bücher trägt, der ihn später erkennt und ihn mit anderen betagten Leuten nach seiner Behandlung in einer Bücherei angreift. Doch auch im Buch schlagen Alex und seine Droogs einen Obdachlosen zusammen.
  • Im Buch ist der Schriftsteller, dessen Frau Alex vergewaltigt, mit „F. Alexander“ benannt, was zu einem ironischen Vergleich zwischen den beiden „Alexanders“ führt. Der Film erwähnt diesen Nachnamen nicht.
  • Im Buch vergewaltigt Alex zwei elfjährige Mädchen, Marty und Sonietta, nachdem er sie in einem Plattengeschäft kennengelernt hat. Im Film sind die Mädchen ungefähr 17 Jahre alt, und ihre sexuelle Begegnung mit Alex findet in gegenseitigem Einvernehmen statt.
  • Im Film besitzt die Katzendame, in deren Haus Alex einbricht, eine große Menge erotischer Kunstwerke, einschließlich einer schaukelnden Penisskulptur, mit der Alex den (versehentlichen) Todesstoß versetzt. Nichts von diesen Kunstwerken wird im Buch erwähnt, in dem Alex eine kleine Silberstatue einer Tänzerin benutzt, um den verhängnisvollen Schlag auszuführen.
  • Als er versucht aus dem Haus der Katzendame zu fliehen, wird er von Dim gestoppt, der ihn attackiert und ihn wegen der Polizei im Stich lässt. Im Buch verwendet Dim seine „Usche“ (Kette), um Alex ins Gesicht zu schlagen. Im Film schlägt Dim Alex eine Milchflasche ins Gesicht.
  • Im Buch lautet Alex’ Gefangenennummer 6655321, im Film 655321.
  • Im Buch wird Alex von Gefängnisaufsehern geschlagen. Der Film zeigt dies nicht, aber Alex erwähnt es in seiner Erzählung.
  • Im Buch erfährt der inhaftierte Alex vom Tod seines früheren Droogs Georgie. Im Film trifft er auf Georgie, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen worden ist.
  • Im Buch verprügeln Alex und seine Zellengenossen brutal einen neuen Häftling in ihrer Zelle, da er sie belästigt. Alex verpasst dem Mann die letzten paar „Tollschocks“ (Schläge) und tötet ihn versehentlich. Wegen solch konsequenter Gewalt wird Alex ausgewählt, sich der Ludovico-Technik zu unterziehen. Im Film meldet sich Alex freiwillig zur Behandlung und wird wegen guter Führung im Gefängnis ausgewählt. Auch im Buch versucht Alex durch gute Führung zur neuen Methode vorgeschlagen zu werden.
  • Im Buch wird Alex von seinem früheren Droog, Dim, und seinem früheren Rivalen, Billy Boy, zusammengeschlagen, die beide der Polizei beigetreten sind. Im Film wird Billy Boy durch Georgie, auch einem früheren Droog (der im Roman gestorben ist), ersetzt; sie nehmen Alex durch einen Waldpfad zu einem Wassertrog, wo Dim Alex mit Gewalt unter Wasser hält, während Georgie ihn mit seinem Knüppel schlägt. Schauspieler Malcolm McDowell ertrank fast während der Dreharbeiten zu dieser Szene, als sein Atemgerät versagte, da die (ohne Unterbrechung gedrehte) Szene 60 Sekunden dauerte.
  • Im Buch lebt F. Alexander nach dem Tod seiner Ehefrau alleine und erledigt die meisten Hausarbeiten selbst. Im Film ist er querschnittsgelähmt und hat daher einen Leibwächter namens Julian angestellt, um ihm im Haus zu helfen und das Haus vor künftigen Einbrüchen zu schützen.
  • Im Buch erkennt F. Alexander Alex durch eine Anzahl von achtlosen Hinweisen über den Überfall. Im Film hingegen wird Alex erkannt, als er im Bad das Lied „Singing in the rain“ singt, was er auch getan hat, während er F. Alexanders Frau quälte. Das Lied taucht im Buch überhaupt nicht auf, da es von Malcolm McDowell improvisiert wurde, nachdem Kubrick beanstandet hatte, dass die Vergewaltigungsszene zu „steif“ wäre.
  • Alex ist im Buch nach seiner Behandlung jegliche Art von Musik zuwider, im Film jedoch ist er nur Beethovens 9. Sinfonie abgeneigt.

Sonstiges

Replica einer Korova-Milchbar Skulptur
  • Das Albumcover des Soundtracks von 2001: Odyssee im Weltraum ist in der Szene im Plattenladen klar sichtbar, außerdem Magical Mystery Tour von den Beatles, After the Gold Rush von Neil Young und Atom Heart Mother von Pink Floyd.
  • Die weiblichen Skulpturen in der Korova-Milchbar basierten auf Arbeiten des Bildhauers Allen Jones.
  • Die Dreharbeiten begannen im September 1970 und wurden am 20. April 1971 beendet; es war Kubricks am schnellsten produzierter Film.
  • Alex erhält „Experimental Serum 114“. Das Wort „Serum“ (englisch ausgesprochen [ˈsɪrəm]) ist eine phonetische Anspielung auf das defekte CRM-114-Funkgerät, welches in Dr. Seltsam erscheint. Außerdem taucht die Zahl 114 auch in anderen Filmen von Stanley Kubrick auf, z. B. Eyes Wide Shut und in 2001: Odyssee im Weltraum.
  • Als Alex von seinen zu Polizisten gewordenen ehemaligen Droogs durch den Wald geschleift wird, lauten deren Nummern auf den Dienstgradabzeichen 665 und 667, was andeutet, dass Alex, der sich zwischen ihnen befindet, Nummer 666 ist – die Zahl des Tieres, gemeinhin auch als Zahl des Teufels bezeichnet.
  • Das von Philip Castle gezeichnete Filmplakat enthält das Auge der Vorsehung der Freimaurer, was am häufigsten mit dem Siegel der Vereinigten Staaten in Verbindung gebracht wird.
  • Mr. Alexanders Türglocke klingt wie die ersten vier Noten von Beethovens 5. Sinfonie. In klassischer Tradition wurde diese Eröffnung mit dem „Schicksal, das an die Pforte klopft“ verglichen.
  • „Korova“ ist Russisch und bedeutet auf Deutsch „Kuh“. Der Gebrauch des russischen Wortes im Namen der Bar geht einher mit dem Slang (Nadsat), den Alex und seine Droogs benutzen.
  • Der Vorspann des Films wurde von Pablo Ferro entworfen.
  • In den Zeitungsauschnitten die über den Suizidversuch von Alex berichten, wird sein Name mit Alex Burgess angegeben und nicht mit Alex DeLarge.

Einfluss

Sowohl die gesamte Handlung als auch einzelne Elemente von A Clockwork Orange haben einen großen Einfluss auf die Popkultur ausgeübt, hier insbesondere auf die Popmusik – obwohl dies eher auf die Bekanntheit des Films und weniger auf den Roman zurückzuführen sein dürfte.

  • Die britische Punk-Band The Adicts, die sich Ende der 1970er gründete, übernahm Aussehen und Stil der Darsteller[6].
  • In einer Folge der Zeichentrickserie „Die Simpsons“, in der Mr. Burns versucht, den Hund Knecht Ruprecht zu einem Wachhund zu drillen, finden sich einige Anspielungen auf Uhrwerk Orange. Zum Beispiel sind die Gewaltfilme, mit denen der Hund beeinflusst werden soll, mit der 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens unterlegt, und seine Augen werden mit speziellen Vorrichtungen offen gehalten. In einer weiteren Simpsons-Folge der Halloween-Reihe tritt Bart Simpson im Kleidungsstil des Hauptdarstellers Alex auf.
  • Auch außerhalb des englischen Sprachraumes lassen sich zahlreiche Anspielungen auf den Film nachweisen: Die Toten Hosen veröffentlichten 1988 ein Konzeptalbum mit dem Titel Ein kleines bisschen Horrorschau, nachdem sie als Musiker an einer Bühnenversion des Materials beteiligt waren. Hierzu gehört auch das Lied Hier kommt Alex, das sich direkt auf den Hauptcharakter des Filmes bezieht.
  • Clockwork Orange gilt in der Skinhead-Szene bis heute als einer der größten Kultfilme, und nach seinem Erscheinen übernahmen viele Skinheads den Clockwork-Orange-Stil. Dieser Einfluss ist insbesondere durch Aufnäher, Anstecker oder Tätowierungen bis heute zu sehen.
  • Auch in der internationalen Fußball-Ultràszene ist der Film äußerst beliebt, da auch die Ultràs als eigenständige Jugendkultur das Establishment verurteilen. So heißt eine bekannte Ultrà-Gruppierung des italienischen Fußballvereins Juventus Turin „Drughi“ (Droog heißt, aus der Nadsat-Sprache übersetzt, Freund). Die „Droogs“ sind ebenfalls eine Ultrà-Gruppierung der Frankfurter Eintracht und sind Bestandteil des Logos der Ultràs von Eintracht Braunschweig.
  • Im Film Kings of Rock – Tenacious D wird eine Szene aus dem Film A Clockwork Orange nachgestellt (sogar die Dialoge sind fast identisch). In der Szene wird Jack Black von 4 Leuten verprügelt. Diese tragen enge weiße Hosen und weiße Oberteile sowie bizarre Masken.
  • Die Band Dream Theater benutzte häufiger das Clockwork-Orange-Theme in ihren Intros für ihre Konzerte oder für einzelne Songs.
  • Die deutsche Band Revolverheld kleidete sich 2007 für das Video zu Du explodierst im Stil der Filmcharaktere.
  • Die Brasilianische Thrash-Metal-Band Sepultura brachte 2009 ein Uhrwerk Orange Konzeptalbum auf den Markt, welches den Namen “A-Lex” trägt.
  • Der deutsche Rapper Robud Styles veröffentlicht 2004 das Album “Uhrwerk des Zorns”, dessen Cover sich stark an das von A Clockwork Orange anlehnt. In einigen von seinen Texten bezieht er sich auf A Clockwork Orange.

Auszeichnungen

Synchronisation

Die deutsche Synchronisation wurde 1972 durch die Cineforum GmbH Berlin unter der Regie von Wolfgang Staudte erstellt[7].

RolleDarstellerSynchronstimme
Alexander DeLargeMalcolm McDowellJörg Pleva
Mr. AlexanderPatrick MageeKlaus Miedel
Mrs. AlexanderAdrienne CorriUrsula Heyer
Alex’ MutterSheila RaynorBrigitte Mira
Alex’ VaterPhilip StoneEdgar Ott
P. R. DeltoidAubrey MorrisPeer Schmidt
Mrs. Weathers/KatzendameMiriam KarlinGisela Trowe
ConstableSteven BerkoffHeinz Petruo
GefängnispfarrerGodfrey QuigleyMartin Hirthe
InnenministerAnthony SharpHorst Tappert
GefängnisdirektorMichael GoverRolf Schult
Chef-GefängniswärterMichael BatesKarl Lieffen
Dr. BranomMadge RyanInge Wolffberg
Dr. BrodskyCarl DueringFriedrich G. Beckhaus
Untermieter JoeClive FrancisJoachim Kerzel
JulianDavid ProwseJoachim Kemmer
VerschwörerJohn SavidentFriedrich W. Bauschulte
GeorgieJames MarcusJens Wawrczeck

Quellenangaben

  1. Welcome to The Malcolm McDowell/A Clockwork Orange Tribute – 1st on the Web in 1997
  2. hier zit. nach Hahn/Jansen, Kultfilme, S. 303
  3. Ulrich Gregor: Geschichte des Films ab 1960. Bertelsmann, München 1978, ISBN 3-570-00816-9, S. 460
  4. zit. nach Ronald M. Hahn; Volker Jansen: Kultfilme. Von Metropolis bis Rocky Horror Picture Show. – Orig.ausg., 5. Aufl. – Wilhelm Heyne, Stuttgart 1992 (Heyne-Filmbibliothek; 32/73), S. 303
  5. Ronald M. Hahn; Volker Jansen: Kultfilme. Von Metropolis bis Rocky Horror Picture Show. – Orig.ausg., 5. Aufl. – Wilhelm Heyne, Stuttgart 1992 (Heyne-Filmbibliothek; 32/73), S. 302-303
  6. http://www.zeromag.com/images/gallery/102004/RetroAdictsMonkey.jpg
  7. Eintrag in der Synchrondatenbank von Arne Kaul

Literatur

  • Thomas Nöske: Clockwork Orwell. Über die kulturelle Wirklichkeit negativ-utopischer Science Fiction. Unrast, Münster 1997, ISBN 3-928300-70-9

 Commons: Uhrwerk Orange Drehorte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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