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KINOLEXIKON  

 Othello

Dieser Artikel behandelt das Theaterstück Othello. Für weitere Bedeutungen siehe Othello (Begriffsklärung).

Othello, der Mohr von Venedig [ˌɒˈtɛlo] oder [əˈtɛləʊ] (engl. The Tragœdy of Othello, the Moor of Venice) ist ein Theaterstück von William Shakespeare, das um 1603 verfasst wurde. Wie die kurz davor geschriebenen Stücke Hamlet, Macbeth und König Lear ist auch The Tragœdy of Othello, the Moore of Venice eine Tragödie. Der Erstdruck stammt von 1622 (Quarto). Die erste deutsche Übersetzung war Teil der Gesamtübersetzung von Shakespeares Theatralischen Werken (1762-1766) durch Christoph Martin Wieland.

Othello und Desdemona in Venedig. Gemälde von Théodore Chassériau (1819 -1856), entstanden 1850.

Othello wurde am 1. November 1604 im Palace of Whitehall uraufgeführt. Die Erstaufführung in Deutschland fand 1766 in Hamburg statt.

Inhaltsverzeichnis

Das Theaterstück

Handlung

Der “Mohr” Othello ist Feldherr in der Armee der Republik Venedig. Er hat heimlich die junge, schöne und wortgewandte Desdemona geheiratet, ohne das Wissen ihres Vaters Brabantio. Der gehässige Jago, der gehofft hatte, von Othello zum Leutnant befördert zu werden, sieht nun den unerfahrenen Cassio diese Stelle einnehmen – er selbst ist nur ein Fähnrich. Othello vertraut ihm vollkommen, Jago sinnt hingegen auf Rache (I,1). Der junge Rodrigo, der unglücklich in Desdemona verliebt ist, hilft ihm bei seiner Intrige, wird jedoch von Jago ausgenutzt und schließlich von ihm ermordet (V,1).

Als Brabantio durch Jago von der Liebschaft erfährt, will er Othello vor Gericht zerren, weil er vermutet, dass Zauberei im Spiel gewesen sei – niemals könne seine Tochter freiwillig einen so hässlichen Mohren lieben (I,3). Othello und Desdemona versichern ihm und dem Dogen, der als Vermittler eintritt, dass die Liebe ganz ohne schwarze Magie zustande gekommen sei, so dass Brabantio ihnen widerwillig seinen Segen geben muss. Dann wird Othello jedoch nach Zypern abkommandiert, wo ein Angriff der osmanischen Flotte erwartet wird. Desdemona, Cassio, Jago und dessen Ehefrau Emilia begleiten ihn.

Jago spinnt nun eine Intrige: Mit Rodrigos Hilfe gelingt es ihm, Cassio in einen Streit zu verwickeln, der ihn Othellos Zorn aussetzt (II,3). Dem verzweifelten Cassio rät er freundschaftlich, bei Desdemona Vermittlung zu suchen, um die Gunst Othellos wieder zu erlangen. Als Othello Augenzeuge des Treffens von Desdemona und Cassio wird, fällt es Jago leicht, seine Eifersucht zu wecken (III,3).

Jago gelingt es, Othello davon zu überzeugen, dass Desdemona ihn mit Cassio betrüge. Ein besticktes Taschentuch, das Desdemona verliert, wird ihm zum entscheidenden Indiz: Emilia liest es auf; Jago entreißt es ihr und schiebt es dem unwissenden Cassio unter (III,3). Desdemonas Unwissen über den Verbleib des Taschentuchs deutet Othello als Lüge; als er schließlich das Tuch in Cassios Händen sieht, ist er von Desdemonas Untreue überzeugt (IV,1). Er glaubt ihren Beteuerungen nicht, erdrosselt sie in ihrem Bett und sticht schließlich auf sie ein (V,2). Jagos Ehefrau Emilia kann Othello vom wahren Verlauf der Intrige berichten, dann wird sie von ihrem Ehemann ermordet. Jago wird verhaftet und die Intrige kommt ans Licht. Als Othello seinen Irrtum begreift, ersticht er sich. Das Urteil über Jago liegt zum Schluss bei Cassio, der mit Othellos Tod das Amt des Gouverneurs erbt.

Stoff und Figuren

Die Titelfigur Othello ist als edler, aufrichtiger Charakter gezeichnet, obwohl er als Dunkelhäutiger von vornherein als fremdartig in der venezianischen Gesellschaft erscheint. Die gebräuchliche Übersetzung “Moor” = Mohr als veraltete Bezeichnung für einen Schwarzafrikaner ist irreführend; richtiger wäre die Bezeichnung “Maure” für einen Bewohner des muslimischen Mauretanien, der jedoch sehr wohl eine sehr dunkle Hautfarbe haben kann. Es gibt in der Shakespeare-Forschung keine einhellige Meinung über die Hautfarbe Othellos. Der Islam wird im Stück nicht erwähnt; es wird auch angedeutet, dass Othello ein Christ ist. Mauren und andere dunkelhäutige Völker wurden in Shakespeares Zeit zumeist negativ dargestellt – als Verbrecher, Barbaren oder heißblütige, zuchtlose Wilde. Der “edle” Othello bildet also eine Kontrastfigur, wiewohl sein Aussehen auf die Venezianer im Stück, mit Ausnahme seiner Geliebten Desdemona, hässlich wirkt.

Die Handlung entwickelte Shakespeare nach einer Novelle aus der Sammlung Hecatommithi (1565) des Italieners Giraldo Cinthio, die Shakespeare entweder in einer (verschollenen) Übersetzung kannte oder von einem Dritten übersetzt bekam. Die einzige Person in Cinthios Erzählung, die einen Namen trägt, ist “Desdemona”; weitere Figuren sind ein boshafter Fähnrich, ein Kapitän und ein Maure. Der Fähnrich begehrt Desdemona und sinnt auf Rache, weil sie ihn zurückweist. In Cinthios Erzählung bereut der Maure jedoch nicht die Ermordung seiner Frau. Er und der Fahnenträger fliehen aus Venedig und werden erst viel später getötet. Die Moral legt Cinthio der Desdemona in den Mund: Europäische Frauen begingen einen Fehler, wenn sie die heißblütigen, unberechenbaren Männer anderer Nationen ehelichten.

Der Name Desdemona oder Disdemona ist möglicherweise von griech. dysdaimôn = “unglücklich”, “unter einem Unstern stehend”, “vom Schicksal verfolgt” abgeleitet.

Der Intrigant Jago (engl. Iago) – dessen Name viele an den Maurentöter Santiago erinnert [1] – hat übrigens die größte Sprechrolle unter den nicht titelgebenden Figuren in allen Stücken von Shakespeare. Sein Text ist auch länger als der von Othello selbst. Für Jagos Intrige werden im Stück mehrere Motive angegeben: die verpasste Beförderung, auch ein Verdacht, seine Frau betrüge ihn mit Othello. Diesen Verdacht erkennt Jago allerdings selbst als reinen Vorwand. Seine Selbstreflexion macht klar, dass er wissen muss, aus reiner Bosheit zu handeln und bewusst keinen anderen Weg einschlagen will. Moderne Interpretationen bezichtigen ihn auch des Rassismus.

Othello gehörte im England des 17. und 18. Jahrhunderts zu den beliebtesten Shakespeare-Stücken. Nicht immer war die Bewunderung des Publikums jedoch so groß: das französische Publikum lehnte um 1800 das Stück vehement ab, obwohl der Übersetzer Jean-François Ducis es bei der Übertragung entschärft hatte und ein wahlweise zu verwendendes Happy End geschrieben hatte. Die Romantik dagegen fand Zugang zu dem tragischen Stück, wie die Vertonungen und die malerischen Umsetzungen (u.a. von Eugène Delacroix, Alexandre-Marie Colin, Robert Alexander Hillingford) zeigen.

Adaptionen

Literarische Werke

Oper

Die Handlung von Shakespeares Othello war Grundlage für zwei Opern:

Film

Othello wurde häufig verfilmt. Es existieren u.a. folgende Film-Adaptionen (Auswahl):

Eine Übertragung des Othello-Stoffes in das Milieu der Londoner Jazzscene ist der Film Die heiße Nacht mit Richard Attenborough, GB 1962.

In dem Kino-Film Stage Beauty (2005) von Richard Eyre nach dem Buch und Bühnenstück von Jeffrey Hatcher geht es darum, dass noch bis Mitte des 16. Jahrhunderts Frauenrollen auf der Bühne ausschließlich von Männern dargestellt werden durften, dargestellt an der Rolle der Desdemona in Shakespeares Othello.

Ballett

Einzelnachweise

  1. http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/7/0,1872,2016679,00.html

Literatur

  • Margaret Leal Mikesell (Hrsg.): Othello. An annotated bibliography. Garland, New York 1990, ISBN 0-8240-2749-3 (Verzeichnis der Sekundärliteratur zu Othello bis 1989)
  • Stewart Martin: Othello. William Shakespeare. Guide. Letts Educational, London 2004, ISBN 184315322X (Einführung, englisch)
  • Ralf König: Jago. Rowohlt, Reinbek 1998, ISBN 3499223929 (Comic frei nach Shakespeare)
  • Christine Brückner: Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen. Ullstein, München 2000, ISBN 3-550-06780-1 (feministisch angehauchte Rollenumkehrung)
  • Sonja Fielitz: Othello. Kamp, Bochum 2004, ISBN 3-89709-383-9 (Einführung)
  • Anthony Gerard Barthelemy: “Critical Essays on Shakespeare’s Othello” Maxwell Macmillan, New York 1994
  • Anthony Gerard Barthelemy: “Black Face Maligned Race. The Representation of Blacks in English Drama from Shakespeare to Southerne” Louisiana State University Press, Baton Rouge and London 1987
  • G. K. Hunter “Dramatic Identities and Cultural Tradition. Studies in Shakespeare and his contemporaries” Liverpool University Press, Liverpool 1978
  • William Shakespeare: “Othello”. Englisch-Deutsche Studienausgabe. Deutsche Prosafassung, Anmerkungen, Einleitung und Kommentar von Balz Engler. Stauffenburg, Tübingen 1977, ISBN 978-3-86057-609-0.

Weblinks zu zu

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