Lochau
| Wappen | Karte | |
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
| Bundesland | Vorarlberg | |
| Politischer Bezirk | Bregenz (B) | |
| Fläche | 10,27 km² | |
| Koordinaten | 47° 31′ N, 9° 45′ O47.5166666666679.75416Koordinaten: 47° 31′ 0″ N, 9° 45′ 0″ O | |
| Höhe | 416 m ü. A. | |
| Einwohner | 5.331 (1. Apr. 2009) | |
| Bevölkerungsdichte | 519 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl | 6911 | |
| Vorwahl | 05574 | |
| Gemeindekennziffer | 8 02 26 | |
| NUTS-Region | AT342 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung | Landstraße 22 6911 Lochau | |
| Offizielle Website | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister | Xaver Sinz | |
| Gemeindevertretung (2005) (27 Mitglieder) | ||
| Lage der Gemeinde Lochau | ||
Ortszentrum | ||
Lochau ist eine Gemeinde in Österreich in Vorarlberg im Bezirk Bregenz.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Lochau liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bregenz südlich des Bodensees auf 416 Metern Höhe. 50,3 % der Fläche sind bewaldet. Der Pfänder, Hausberg von Bregenz, gehört auch zur Gemeinde Lochau. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Lochau.
Im Westen grenzt die Gemeinde Hörbranz und im Süden mit dem Gemeindeteil “Seepark” die Landeshauptstadt Bregenz an Lochau. Lochau liegt eingerahmt zwischen dem 1.064 Meter hohen bewaldeten Pfänderrücken und dem östlichen Bodensee, der Bregenzer Bucht.
Geschichte
In der Spätbronzezeit war die Wellensteinhöhle am Pfänder zeitweise bewohnt. Am Schanzgraben am See wurde von den Zieglern Carinus und Carinianus ein Brennofen betrieben. Die Produktion war vorwiegend für Brigantium und endete im Jahr 380 n. Chr. In einer Urkunde von 1186 wird „de Lochin“ in Verbindung mit einem Vornamen genannt [1].
Lochau kam 1523 mit dem zweiten Teil der Herrschaft Bregenz zu Österreich und gehörte dann zum Gericht Hofrieden Der Sitz des Gerichts – heute als Gasthaus Adler (Haus Reiner) über die Grenzen bekannt – wurde in den letzten Jahren renoviert.
1647, im 30 jährigen Krieg wurde Lochau zum Schauplatz von Kriegshandlungen beim Angriff der Schweden auf Bregenz. Die Angreifer trafen damals auf mehr oder weniger Widerstand der österreichischen Truppenteile oberhalb vom sog. Haggen bzw. an der heute so benannten Schwedenschanz ca. 100m unterhalb der Pfänderspitze. Die Schanzanlagen von 1618 – 1648 sind heute noch deutlich erkennbar.
Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Lochau seit dessen Gründung 1861.
Im April 1945, kurz vor Kriegsende, wurde in Lochau ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau eingerichtet (KZ-Außenlager Lochau) [2]. Der Ort war nach Kriegsende von 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.
Zwischen Berg und See gelegen war Lochau bis 1980 mit der einzigen Straße zwischen Bodensee und Pfänderrücken stark durch den steigenden KFZ Verkehr belastet. Dies änderte sich jedoch als am 8. Dezember 1980 die zweispurige Oströhre des Autobahntunnels eröffnet wurde. (Durch steigendes Verkehrsaufkommen jedoch wurde es notwendig, dass im Herbst 2008 der Anstich für die zweite Röhre (vierspuriger Ausbau)notwendig wurde. Die vermutliche Fertigstellung des Vollausbaus wird 2011 sein.)
1986 feierte Lochau sein 800-jähriges Bestehen.
Bevölkerungsentwicklung
| Volkszählung | Einwohner |
|---|---|
| 2001 | 5.242 |
| 1991 | 5.472 |
| 1981 | 5.239 |
| 1971 | 4.638 |
Quelle: Bevölkerungsentwicklung der Statistik Austria Am 31. Dezember 2002 hatte die Gemeinde 5.713 Einwohner (inkl. Zweitwohnsitze). Der Ausländeranteil lag 2002 bei 13,2%.
Politik
Der Gemeinderat besteht aus 27 Mitgliedern. Die Zusammensetzung nach der Wahl 2000 ist ÖVP: 19 Sitze, SPÖ 4 Sitze, FPÖ 4 Sitze, Grüne 0 Sitze und andere 0 Sitze. Bürgermeister ist Xaver Sinz.
Die Gemeindeeinnahmen aus Steuern und sonstigen Abgaben lagen 2001 bei 4.610.293 €, die gemeindlichen Ausgaben bei 8.905.094 €. Der Schuldenstand betrug 2001 7.227.238 €.
Wappen
Schon 1186 führten die Ritter von Lochau einen Schwanenhals in ihrem Wappen und 1928 wurde der Gemeinde das heutige Wappen von der Vorarlberger Landesregierung verliehen.
Blasonierung: „In Rot ein von rechts nach links schreitender silberner Schwan in Kampfstellung mit erhobenen Flügeln.“
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
- Pfarrkirche zum Hl. Xaver
- In der ursprünglichen Filiale von Bregenz stand hier seit 1707 eine Xaveriuskapelle. Die jetzige Kirche wurde erbaut 1844, 1970 erfolgte eine Außen- und 1972/73 eine Innenrestaurierung.
- Burgruine (Alt-Hofen)
- Diese Burgruine liegt nordöstlich des Ortes – am Hang, oberhalb von Schloss Hofen.
- Schloss Hofen (Neu-Hofen)
- Dieser zweite bedeutende Renaissance-Bau Vorarlbergs (neben dem Palast Hohenems) wurde unter der Regentschaft von Hans Gaudenz von Raitenau (Rat und Vogt zu Augsburg, Vogt der Herrschaften Bregenz und Hohenegg, Bregenzer Oberstadthauptmann, Oberst über das Tirolische Regiment, Kaiserlicher Rat und Oberhofmeister) in den Jahren 1584/85 errichtet.
- Der Unterschied dieser beiden bedeutenden Bauten des Mittelalters wird schon durch die Bezeichnung „Schloss“ (Hofen) und „Palast“ (Hohenems) deutlich. Der unaufdringliche Schlossbau kann in seiner topographischen Gliederung als Gesamtbild der mittelalterlichen Architektur Vorarlbergs gelten.
- Wolf Dietrich von Raitenau (* 26. März 1559 Lochau; † 16. Januar 1617 Salzburg) ist auf Schloss Hofen geboren und wird später Erzbischof von Salzburg (1587-1612) [3].
- Ansitz Wellenstein
- Dieses Anwesen wurde 1555–1559 auf halbem Weg zwischen der Bregenzer Klause und Lochau in Hanglage errichtet. 1965 wurde das Gebäude renoviert und 1982/83 erfolgte eine Generalsanierung.
- Der Bau ist ein zweigeschossiger Rechteckbau unter einem Satteldach – an der NO-Ecke befindet sich ein dreigeschossiger, quadratischer Turm mit einer glockenförmig geschweiften Haube (welsche Haube).
Wirtschaft und Infrastruktur
Am Ort gab es im Jahr 2003 65 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 633 Beschäftigten und 38 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 2.413.
Ansässige Unternehmen
Nach den ersten Gründungen von Nahrungs- und Genußmittelfabriken in Vorarlberg im 19. Jahrhundert (z. B. Maggi 1887 in Bregenz, Suchard 1888 in Bludenz) kam es 1908 zur Gründung der Firma Rupp, Käsewerk in Lochau.
Ihr folgte in der Zwischenkriegszeit (1921) die Alma-Käse-Fabrik in Hard. Der Schwerpunkt der beiden Firmen liegt in der Schmelzkäseerzeugung [4] – im Jänner 2008 übernimmt Rupp schließlich die Firma Alma.[5]
Bildung
Am Ort gibt es (Stand Januar 2003) 953 Schüler, davon 603 an berufsbildenden höheren Schulen. In Lochau gibt es zudem 4 Kindergärten. Es gibt eine Volksschule, Hauptschule und ein Sonderpädagogisches Zentrum sowie die gastgewerbliche Landesberufsschule in Schloss Hofen. Schloss Hofen ist auch das Kompetenzzentrum für berufsbegleitende Aus- und Weiterbildung. Im wunderschön renoviertem Ambiente werden hier verschiedenste Lehrgänge Seminare und Kurse zur Erwachsenenbildung angeboten. Ebenfalls hat das Land Vorarlberg in Schloss Hofen für sich und die Gemeinden die Verwaltungsakademie eingerichtet.
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Wolf Dietrich von Raitenau (* 1559 in Schloss Hofen; † 1617 auf der Festung Hohensalzburg); Fürsterzbischof von Salzburg
- Josef Gorbach (1889–1977) Priester, Publizist und Gründer der Notkirchen in Österreich und Palästina.
Quellen
- ↑ Dehio-Handbuch, Vorarlberg; ISBN 3-7031-0585-2
- ↑ Deutschland ein Denkmal Projekt zur Erforschung der nationalsozialistischen Lager und Haftstätten sowie der Orte des Massenmords 1933 bis 1945
- ↑ Stammbaum der Familie Raitenau
- ↑ Vorarlberg-Lebendige Wirtschaft, Alma-Käse, in: Vorarlberger Wirtschaftschronik, Wien, o.J. S.II/66
- ↑ Privatkäserei Rupp kauft Alma
Commons: Lochau – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
- Artikel des Bundesdenkmalamts (BDA) über das ehemalige Strandhotel in Lochau (März 2007)
- Gemeindedaten von Lochau bei der Statistik Austria
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