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KINOLEXIKON  

 Leni Riefenstahl

Leni Riefenstahl, 1923

Helene Bertha Amalia Riefenstahl (* 22. August 1902 in Berlin; † 8. September 2003 in Pöcking) war eine deutsche Tänzerin, Schauspielerin, Filmregisseurin und Fotografin.

Inhaltsverzeichnis

Eine der umstrittensten Figuren der Filmgeschichte

Leni Riefenstahl war wegen ihrer Nähe zum Nationalsozialismus im Allgemeinen und zu Adolf Hitler auf persönlicher Ebene eine der kontroversesten, umstrittensten Figuren der Filmgeschichte. Ihren Filmen, allen voran Triumph des Willens, aber auch Sieg des Glaubens und Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht, wird vorgeworfen, die nationalsozialistische Ideologie zu glorifizieren. Eine Kritik, die sie jedoch Zeit ihres Lebens zurückwies.

Riefenstahl sah rückblickend ihre Fehler in ihrem „politischen Desinteresse“ und ihrer „damit zusammenhängenden Mitläuferschaft“. Ihren Aussagen nach ging es in ihrem künstlerischen Wirken stets um Ästhetik und nicht um Ideologie. Als Propagandistin habe sie sich damals nicht gesehen. Erst rückblickend sei es ihr möglich, Dinge anders zu betrachten – in der NS-Zeit hingegen habe sie im damaligen unkritischen Zeitgeist gelebt. In späteren Interviews beteuerte sie stets, die NS-Verbrechen zu verurteilen und wehrte sich gleichzeitig gegen jeden Versuch, ihr eine Schuld anzulasten. Als entscheidenden Makel in Riefenstahls Biographie sehen die meisten Kritiker die Tatsache an, dass sie bis an ihr Lebensende eine selbstkritische und tiefergehende Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit vermissen ließ.

Auch die von Riefenstahl geschaffene Ästhetik und ihre künstlerischen Verdienste sind umstritten (sog. „faschistische Ästhetik“).[1] Nach 1938 wurde sie in England und den USA – und nach 1945 auch in Deutschland – weitgehend boykottiert.[2]

Die filmischen Ausdrucksmittel in Riefenstahls Reichsparteitagstrilogie und Olympia werden von vielen Filmwissenschaftlern und -regisseuren positiv bewertet. Als Markenzeichen dieser Filme sehen sie die idealisierte Darstellung von Kraft, Eleganz und Macht anhand muskulöser Körper oder mobiler Menschenmassen. Hinzu komme eine für die damalige Zeit revolutionäre, sehr dynamische Schnitttechnik sowie die Verwendung ganz neuer Kameraperspektiven. Ihre Tanzerfahrungen flossen in ihre Regiearbeiten ebenso ein, wie das von ihrem Bergfilm-Mentor Arnold Fanck erlernte Gefühl für Landschaften und Architektur. [3]

Kindheit und Jugend (1918 bis 1924)

Leni Riefenstahl kam am 22. August 1902 als Helene Bertha Amalia Riefenstahl in Berlin zur Welt. Zweieinhalb Jahre später wurde ihr Bruder Heinz Riefenstahl geboren.

1907 wurde Riefenstahl Mitglied im Schwimmclub „Nixe“. Sie trat einem Turnverein bei und lernte Rollschuh- und Schlittschuhlaufen. Außerdem nahm sie fünf Jahre Klavierunterricht. 1918 beendete sie ihre Schulausbildung mit der mittleren Reife am Kollmorgenschen Lyzeum in Berlin.

Im selben Jahr nahm sie ohne Erlaubnis ihres Vaters und mit Unterstützung ihrer Mutter Berta Riefenstahl Tanzunterricht an der Helene-Grimm-Reiter-Schule. Dort standen Ausdruckstanz und Ballett auf dem Programm. Nach dem ersten öffentlichen Auftritt kam es zu Auseinandersetzungen mit ihrem sehr autoritären Vater. Alfred Riefenstahl erwartete von seiner Frau und seiner Tochter absoluten Gehorsam. Dass diese ihn monatelang belogen hatten, führte zu einer schweren familiären Krise. Um nicht in ein Internat geschickt zu werden, ging Leni Riefenstahl an die Staatliche Kunstgewerbeschule in Berlin, wo sie kurzzeitig Malerei lernte.

1919 schickte sie ihr Vater trotzdem auf ein Pensionat in Thale/Harz. Dort übte sie heimlich Tanzen, spielte Theater und besuchte die Aufführungen der Freilichtbühne Thale. Nach einem Jahr durfte sie das Pensionat verlassen. Daraufhin arbeitete sie bis 1923 als Sekretärin im Betrieb ihres Vaters und lernte Schreibmaschine, Stenographie und Buchhaltung. Außerdem durfte Leni Riefenstahl offiziell Tanzstunden an der Grimm-Reiter-Schule nehmen und auch öffentlich auftreten. Nebenbei spielte sie Tennis. Nach einer erneuten Auseinandersetzung mit dem Vater, die zum Auszug der Tochter aus der elterlichen Wohnung führte, erklärte sich Alfred Riefenstahl mit den Bühnenträumen seiner Tochter einverstanden.

Von 1921 bis 1923 erhielt sie eine klassische Ballettausbildung bei Eugenie Eduardowa, einer ehemaligen Tänzerin aus Sankt Petersburg. Zusätzlich lernte sie Ausdruckstanz an der Jutta-Klamt-Schule. 1923 ging sie für ein halbes Jahr nach Dresden in die Mary-Wigman-Schule. Ihren ersten Solo-Auftritt hatte sie am 23. Oktober 1923 in München. Bis 1924 folgte eine Tournee als Solotänzerin mit Auftritten bei Kammerspielen am Deutschen Theater in Berlin, in Frankfurt am Main, Leipzig, Düsseldorf, Köln, Dresden, Kiel, Stettin, Zürich, Innsbruck und Prag. Eine Bänderzerrung am Knie beendete schon nach einem halben Jahr die tänzerische Bühnenkarriere von Leni Riefenstahl.

Schauspielerin (1925 bis 1931)

Leni Riefenstahl wirkte 1925 in dem Film „Wege zu Kraft und Schönheit“ mit. Fasziniert von dem Film Der Berg des Schicksals von Dr. Arnold Fanck (1919), reiste sie in die Berge und traf dort den Hauptdarsteller Luis Trenker, dem sie einen an den Regisseur adressierten Brief überreichte. In Berlin kam es schließlich zu einer Begegnung zwischen Leni Riefenstahl und Arnold Fanck. Während sie am Meniskus operiert wurde, schrieb Regisseur Fanck für sie das Drehbuch zu Der heilige Berg. Nach ihrer Genesung begannen die Filmaufnahmen in den Dolomiten. Leni Riefenstahl lernte dafür Skilaufen und Bergsteigen. Als Tänzerin Diotima tanzte sie in dem Film Ausschnitte aus ihrem Tanzzyklus Die drei Tänze des Eros und adaptiert dazu die Choreographie. Außerdem begeisterte sie sich für das Filmhandwerk und eignete sich Kenntnisse über die Funktionen der Kamera an. Am 17. Dezember 1926 feierte der Film Der heilige Berg im Ufa-Palast am Zoo in Berlin seine Premiere. Vor dem Filmdebüt tanzte Leni Riefenstahl zum letzten Mal auf der Bühne. Diese erste Filmarbeit Leni Riefenstahls legte für ein Jahrzehnt ihre Rolle als Frau zwischen zwei Männern im Abenteuer- und Bergmilieu fest.

1927 begannen, ebenfalls unter der Regie von Arnold Fanck, die Dreharbeiten zum Film Der große Sprung. Die sportlichen Leistungen der Darstellerin sind in diesem besonders ausgeprägt. Hier lernte sie Hans Schneeberger, Kameramann und Hauptdarsteller, kennen, mit dem sie in einer dreijährigen Liebesbeziehung lebte. Die Premiere von Der große Sprung fand am 20. Dezember 1927 im Ufa-Palast am Zoo in Berlin statt. Riefenstahl hatte sich einen Namen als Spezialistin für Bergfilme gemacht. Dies spiegelt sich auch in vielen weiteren Filmen wider: Das Schicksal derer von Habsburg, Die weiße Hölle vom Piz Palü, Stürme über dem Montblanc, Der weiße Rausch und S.O.S. Eisberg. Doch wollte sie ihre Schauspielkarriere auch auf andere Genres ausweiten. In Berlin lernte sie die Regisseure Georg Wilhelm Pabst (Die freudlose Gasse), Abel Gance (Napoleon), Walter Ruttmann (Berlin: Die Sinfonie der Großstadt) und den Schriftsteller Erich Maria Remarque (Im Westen nichts Neues) kennen. Zusätzlich begann sie Drehbücher zu schreiben und besuchte 1928 die Olympischen Winterspiele in St. Moritz. Ihren ersten Artikel schrieb Riefenstahl im „Film-Kurier“ über Fancks Sport-Film Das weiße Stadion. Sie veröffentlichte nun regelmäßig Drehberichte zu ihren Filmarbeiten. Die Dreharbeiten zu dem für sie untypischen Film Das Schicksal derer von Habsburg begannen 1928 in Wien unter der Regie von Rudolf Raffé.

Die Produktion von Die weiße Hölle vom Piz Palü im Engadin führte die beiden Regisseure Fanck und Pabst zusammen. Leni Riefenstahl arbeitete an der Schnittfassung der französischen Version des Films mit. Nach seiner Premiere am 15. November 1929 im Ufa-Palast am Zoo in Berlin wurde das Werk ein durchschlagender nationaler und internationaler Erfolg. Der Film ist einer der letzten großen Stummfilme. Die Schauspielerin trifft Josef von Sternberg, der in Berlin Der blaue Engel mit Marlene Dietrich in Szene setzt.

Regisseurin (ab 1932)

Die ersten Regiearbeiten

1931 schrieb Leni Riefenstahl die erste Fassung des Manuskripts für ihren Film Das blaue Licht. Das Drehbuch entwickelte sie zusammen mit Béla Balázs, einem ungarischen Filmtheoretiker und Drehbuchautor. Sie gründete ihre erste eigene Filmgesellschaft, die „Leni Riefenstahl Studio-Film“ als alleinige Gesellschafterin. Zudem übernahm sie Regie, Produktionsleitung und Schnitt für Das blaue Licht. In diesem Film wirkten Sarntaler Bauern als Laienschauspieler mit. Die Dreharbeiten fanden von Juli bis September 1931 statt. Um den Film zu finanzieren, nahm Leni Riefenstahl zusätzlich die Hauptrolle im Film Der weiße Rausch an. Die Premiere von Das blaue Licht fand am 24. März 1932 in Berlin statt. Der Film gewann bei der Biennale in Venedig die Silbermedaille. Sie reiste mit dem Werk nach London und wurde dort begeistert aufgenommen. Die erste Regie Leni Riefenstahls, insbesondere die Lichtinszenierung, war innerhalb und außerhalb Deutschlands ein großer Erfolg.

Der Film gelangte als Stummfilm 1932 in die Kinos. Später freundete sich Riefenstahl mit dem Nazi-Publizisten und radikalen Antisemiten Julius Streicher an, dem sie im Oktober 1933 alle Angelegenheiten in Sachen „des Juden Béla Balázs“ übergab. Dieser hatte Geldforderungen gegen sie erhoben. 1951 schnitt die Regisseurin eine neue Fassung und benutzte auch nicht verwendetes Filmmaterial, wobei die Rahmenhandlung des ursprünglichen Werks verloren ging. Diese Version wurde nachsynchronisiert und vom Filmkomponisten Giuseppe Becce neu vertont. In dieser tauchte Balázs’ Name nicht mehr im Vorspann auf. Später wurde noch eine Tonfassung des Films hergestellt.

Leni Riefenstahl wurde durch ihr Regiedebüt Das blaue Licht eine erfolgreiche und von Hitler umschwärmte Regisseurin. Von 1932 bis 1945 war sie Reichsfilmregisseurin. Dadurch lernte sie auch Joseph Goebbels und dessen Frau kennen.

Die Dreharbeiten zu dem Film SOS Eisberg unter der Regie von Arnold Fanck führten sie im Juni 1932 zunächst nach Grönland und Anfang 1933 in die Schweizer Alpen. Diese waren Ende Mai abgeschlossen. Aus einer Artikelserie über die Erlebnisse in Grönland, die sie für die Zeitschrift „Tempo“ schrieb und aus Vorträgen, die sie zum Film hielt, entstand das Buch „Kampf in Schnee und Eis“, welches 1933 erschien. Die Premiere des Films SOS Eisberg fand am 30. August 1933 im Ufa-Palast am Zoo statt.

Reichsparteitagstrilogie

Leni Riefenstahl mit Team filmt auf dem Reichsparteitag der NSDAP 1934 in Nürnberg
Leni Riefenstahl mit Heinrich Himmler 1934.

Riefenstahls Markenzeichen waren die idealisierte Darstellung makelloser Körper und die Darstellung großer Menschenmassen. Damit trug sie breitenwirksam das cineastisch-propagandistische Element zu einer „Ästhetik des Nationalsozialismus“ in Deutschland bei. Zudem entwickelte sie eine für die damalige Zeit revolutionäre, sehr dynamische Schnitttechnik.

Im August 1933 nahm sie das Angebot an, einen Film über den fünften Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg zu drehen. Leni Riefenstahl arbeitete mit bekannten Kameramännern wie Sepp Allgeier, Franz Weihmayr und Walter Frentz zusammen und schnitt den Film selbst. Produzent des Films war das Reichspropagandaministerium unter Leitung von Goebbels. Sieg des Glaubens hatte am 1. Dezember 1933 Premiere. Infolge des so genannten Röhm-Putsches wurde Sieg des Glaubens aber nach kurzer Zeit wieder aus dem Verkehr gezogen. Grund dafür war unter anderem die relativ gleichberechtigte Darstellung des SA-Stabschefs Ernst Röhm neben Hitler. Für Leni Riefenstahl kann die Dokumentation als Fingerübung gelten, im Vergleich zu dem späteren Reichsparteitagsfilm zeigten sich einige ästhetische Unvollkommenheiten, mit denen die auf Perfektion ausgerichtete Regisseurin nicht zufrieden war.

Im Auftrag von Hitler drehte Leni Riefenstahl einen weiteren Reichsparteitagsfilm. Sie änderte ihre Firma in die „Reichsparteitagfilm GmbH“ um, da sie so den Film über den sechsten Reichsparteitag der NSDAP produzieren konnte. Die 1933 und 1934 entstandenen Filme Sieg des Glaubens über den „Reichsparteitag des Sieges“ der NSDAP und Triumph des Willens über den „Reichsparteitag der Einheit und Stärke“ wurden vermutlich von der Partei selbst bezahlt. Mit dem vorgefertigten Filmmaterial von Walter Ruttmann war sie unzufrieden und übernahm selbst die Oberleitung für den Film. Sie arbeitete mit 170 Personen vom 4. bis zum 10. September in Nürnberg. Leni Riefenstahl benötigte sieben Monate für den Schnitt und die Fertigstellung des Films. Den in seiner Langfassung vier Stunden dauernden Film schnitt sie aus mehreren hundert Stunden Material zusammen, nutzte dabei innovative und suggestive Montagetechniken. Am 28. März 1935 hatte Triumph des Willens im Ufa-Palast in Berlin in Anwesenheit Hitlers Premiere. Analog zur perfektionierten choreographischen Selbstinszenierung der NSDAP inszenierte die Regisseurin mit filmischen Methoden ein stark verdichtetes Material, in dessen Mittelpunkt Hitler überlebensgroß als Führer stilisiert wird. Das Dokument der Propagandaveranstaltung wurde zum Instrument der Emotionalisierung des Publikums, zum Wunschbild nationalsozialistischer Massenverführung. Insbesondere die Szenen des Chors der Arbeitsfrontmänner und der Appell von SA und SS mit seiner monumentalen Massenchoreografie wurden als Ausschnitte immer wieder gezeigt und gelten als Inbegriffe Nationalsozialistischer Selbstinszenierung. Gerade deswegen feierte deren Führung Triumph des Willens als Vorzeigestück für gelungene Nationalsozialistische Propaganda und setzte das Werk als solches ein. Für den Film erhielt Leni Riefenstahl den Deutschen Staatspreis 1934/35, den Preis für den besten ausländischen Dokumentarfilm bei der Biennale in Venedig 1935 und die Goldmedaille bei der Pariser Weltausstellung 1937. Zum Film erscheint das Buch Hinter den Kulissen des Reichsparteitagsfilms[4]. Oliver Grau[5] erklärt die Rezeption Riefenstahls beim breiten Publikum: „Triumph des Willens wurde in einer ausgreifenden Pressekampagne propagiert und dessen Besuch wurde durch die Parteiführung zur ‚Ehrenbürger-Pflicht‘ erhoben.“

Durch die aufwendigen Dreharbeiten zu Triumph des Willens wurden zahlreiche andere Produktionen des übrigen NS-Films vernachlässigt, da Riefenstahl viele Kameraleute für ihr Team beanspruchte. Dies führte in der Folge zu Anfeindungen zwischen Goebbels und der Filmemacherin, welche schließlich Hitler persönlich schlichten musste. Zeit ihres Lebens behauptete sie, mit dem Propagandaminister eine tiefe gegenseitige Abneigung geteilt zu haben.

Die Wehrmacht, die 1934 nach dem Tod Paul von Hindenburgs erstmals an einem Parteitag teilnahm, sah sich in Triumph des Willens zu wenig präsentiert. Daher drehte Leni Riefenstahl den 28-minütigen Kurzfilm Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht, einen Film über den siebten Reichsparteitag der NSDAP von 1935, der am 30. Dezember 1935 Premiere feierte. Der Film beginnt überaus lyrisch mit Nachtwache und Tagesanbruch in einer Zeltstadt, mit Schatten und Gegenlichtaufnahmen. Die Mittel des Films sind stereotyp, die Komposition überzeugt nicht. Riefenstahl selbst nannte ihre propagandistischen Inszenierungen rein dokumentarische Arbeiten, wobei sie unter dokumentarisch versteht, dass ein Film den Geist und/oder die Atmosphäre einer Veranstaltung widerspiegeln solle.

Die drei Filme Sieg des Glaubens, Triumph des Willens und Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht werden als „Reichsparteitagstrilogie“ bezeichnet.

Für Hitlers neue Welthauptstadt Germania waren auch die Riefenstahl-Studios bereits eingeplant – 26.000 Quadratmeter groß.

Olympia-Filme

1935 traf Leni Riefenstahl Dr. Carl Diem, Generalsekretär des Organisationskomitees für die XI. Olympischen Spiele, die 1936 in Berlin stattfinden sollten. Sie gründete darauf die „Olympia-Film GmbH“. Es sollte unter allen Umständen der Eindruck einer staatlichen Auftragsproduktion vermieden werden. In einer Aktennotiz des Joseph Goebbels vom November 1935 heißt es: „Die Gründung der Gesellschaft ist notwendig, weil das Reich nicht offen als Hersteller des Films in Erscheinung treten will“. Gesellschafter der „Olympia-Film GmbH“ waren das Propagandaministerium, Leni Riefenstahl und ihr Bruder Heinz. Für die Produktion stellte Goebbels einen opulenten Etat in Höhe von 1,5 Millionen Reichsmark zur Verfügung.[6]

Leni Riefenstahl und Joseph Goebbels bei den Vorarbeiten zum Film
Leni Riefenstahl bei Dreharbeiten 1936

1936 besuchte Leni Riefenstahl für Vorarbeiten die Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen und traf sich mit Benito Mussolini in Rom. Im Mai 1936 begannen die Probeaufnahmen zu den Olympia-Filmen. Leni Riefenstahl arbeitete mit den bekannten Kameramännern Walter Frentz, Willy Zielke, Gustav Lantschner, Hans Ertl sowie zahlreichen anderen zusammen. Gemeinsam entwickelten sie viele filmtechnische Neuerungen (zum Beispiel Unterwasserkameras und Schienenkameras). Zum Filmstab gehörten 170 Mitarbeiter. Zwischen 1936 und 1938 sichtete, archivierte, montierte und schnitt Riefenstahl das Filmmaterial zu den Olympia-Filmen in ihrem Haus in Grunewald. Ein Werkfilm über die Arbeit zu den Olympia-Filmen erhielt 1937 bei der Pariser Weltausstellung eine Goldmedaille. Am 20. April 1938 feierten die Filme Fest der Völker und Fest der Schönheit im Ufa-Palast am Berliner Zoo Premiere. Leni Riefenstahl reiste mit dem Film durch Europa. Ihre Tournee führte sie nach Wien, Graz, Paris, Brüssel, Kopenhagen, Stockholm, Helsinki, Oslo und Rom. Sie erhielt für die Olympia-Filme den Deutschen Staatspreis 1937/38, den schwedischen Polar-Preis 1938, die Goldmedaille für den besten Film bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig, den Griechischen Sportpreis sowie beim Filmfestival in Lausanne 1948 im Nachhinein ein Olympisches Diplom zur Olympischen Goldmedaille vom Comitée International Olympique 1938.

Leni Riefenstahl, die im Olympiafilm den überragenden Erfolg amerikanischer und auch afroamerikanischer Athleten nicht unterschlagen hatte, hoffte auf Chancen im lukrativen US-Filmgeschäft. Tatsächlich wurde sie 1938 von dem Filmunternehmen Metro-Goldwyn-Mayer in die Vereinigten Staaten eingeladen. Dort wurde sie im November 1938 am Tag ihrer Ankunft mit der Nachricht von der so genannten „Reichspogromnacht“ vom 9. auf den 10. November 1938 konfrontiert. Die New Yorker „Anti-Nazi-League“ sowie auch Bürgermeister Fiorello LaGuardia und das Motion Picture Artists Committee riefen zum Boykott der Olympia-Filme auf. In Hollywood hingen Anti-Riefenstahl-Plakate. Leni Riefenstahl traf die Regisseure King Vidor und Walt Disney sowie den Automobilfabrikanten Henry Ford. Auch in Großbritannien wurde die Aufführung von Riefenstahl-Filmen abgelehnt. Trotzdem wurde der Olympiafilm 1956 von einer Hollywood-Jury zu einem der zehn besten Filme der Welt gekürt. Er ist Vorbild für viele spätere Sportfilme und -reportagen und nahm zahlreiche Entwicklungen im technischen Bereich vorweg.

1958 schnitt die Regisseurin die Olympia-Filme neu; es kam zu Aufführungen in Berlin, Bremen und Hamburg. Der zweite Teil (ursprünglich „Fest der Schönheit“) wurde in „Götter des Stadions“ umbenannt. Das Projekt war ein kommerzieller Misserfolg. 1967 stellte Leni Riefenstahl in München eine neue Fassung der englischen Version der Olympia-Filme her, die auf „Channel 13“ zur Olympiade in Mexiko laufen sollten.

Tiefland

1934 bekam die Regisseurin erstmals von der deutschen Filmgesellschaft Terra Film das Angebot, Tiefland nach Eugen d’Alberts gleichnamiger Oper zu verfilmen.[7] Im selben Jahr reiste sie nach London, Cambridge und Oxford und hielt dort Vorträge über ihre bisherigen Filmarbeiten. Der Drehbeginn von Tiefland in Spanien musste abgebrochen werden, weil die „Terra“ kein Geld schickte und Leni Riefenstahl erkrankte.

Sie führte Absprachen mit der „Tobis“ über die Verfilmung von Tiefland und arbeitete gemeinsam mit Harald Reinl am Drehbuch. 1940 wurden geplante Außendrehs für den Film in Spanien wegen der Ausweitung des Krieges nach Deutschland verlegt. Um die spanische Atmosphäre zu erhalten, wurden 68 Sinti- und Roma-KZ-Häftlinge aus dem nahe liegenden „Zigeuner“-Lager Maxglan bei Salzburg bzw. aus dem NS-Lager Berlin-Marzahn als Statisten übernommen. Nach den Dreharbeiten gerieten die beteiligten KZ-Häftlinge „gleich den anderen in die weitere Verfolgungsmaschinerie der Nazis“.[8]

Leni Riefenstahl übernahm die Hauptrolle und Regie bei Tiefland. Aufgrund von mehreren Erkrankungen Riefenstahls kam es zu Verzögerung der Dreharbeiten. Die Finanzierung erfolgte durch das Reichswirtschaftsministerium auf Anordnung von Adolf Hitler. Danach verlagert sie ihren Wohnsitz und den Großteil ihres Filmmaterials von Berlin nach Kitzbühel.

Beziehung zu Hitler

Riefenstahl und Hitler, 1934

1934 äußerte Riefenstahl gegenüber einem britischen Reporter ihre Begeisterung über Hitlers Buch Mein Kampf. „Das Buch machte auf mich einen enormen Eindruck“, bekannte sie. „Ich wurde ein überzeugter Nationalsozialist, nachdem ich die erste Seite gelesen hatte.“[9] Das Verhältnis der Filmemacherin zum Diktator ist ein wichtiger Punkt in der Lebensgeschichte Riefenstahls und stellt zudem ihren größten und intensivsten Karriereabschnitt dar. Sie schließt mit Hitler eine enge Freundschaft und dreht auf seinen Wunsch die Trilogie über die Reichsparteitage.

Die Treffen von Riefenstahl und Hitler

Das erste Aufeinandertreffen von Leni Riefenstahl und Adolf Hitler ist auf den 27. Februar 1932 datiert, als sie eine Veranstaltung der Nationalsozialisten im Berliner Sportpalast besuchte, bei der auch Hitler sprechen sollte. Fortan war sie von der Intensität und Kraft seiner Sprache fasziniert und nach eigener Aussage infiziert von seiner Art. Ihr Gefallen an Hitler wuchs so rasch, dass sie ihm am 18. Mai 1932 einen Brief schrieb und um ein persönliches Treffen bat. Da auch Hitler die Schauspielerin Leni Riefenstahl kannte und von ihren Werken sehr begeistert war, folgte daraufhin die erste private Begegnung am 22. und 23. Mai 1932 in Horumersiel bei Wilhelmshaven. Schon hier kündigte Hitler an: „Wenn wir an der Macht sind, müssen Sie unsere Filme machen“. Von diesem Zeitpunkt an vertiefte sich das Verhältnis von Riefenstahl und Hitler zusehends. Sie tauchte schon ab Herbst bzw. Winter 1932 immer häufiger als Gast bei Feierlichkeiten und offiziellen Empfängen hoher Nazifunktionäre auf. Insgesamt schlug sich die wechselseitige Zuneigung von Riefenstahl und Hitler in einer langen Reihe privater Treffen nieder. Nach der ersten Begegnung im Mai 1932 setzte sich dies bis zum März des Jahres 1944 bei der Zusammenkunft auf dem Berghof am Obersalzberg fort. Der damalige Pressechef der NSDAP, Otto Dietrich, sprach von einer über lange Jahre andauernden künstlerischen, kameradschaftlich-freundschaftlichen Verbundenheit (Trimborn 2003, 131).

Das Verhältnis von Riefenstahl und Hitler

Leni Riefenstahl war eine der wenigen Frauen, die das Ansehen und die Achtung Hitlers genossen. Vom ersten bis zum letzten Beisammensein verband die beiden ein äußerst enges Verhältnis. Hitler schätzte Riefenstahl als Künstlerin sehr. Daraus resultierte, dass der Diktator Riefenstahl damit beauftragte, die Parteitage zu verfilmen. Demzufolge wurde der Kontakt zusätzlich intensiviert, da neben der privaten nun auch die berufliche Komponente in den Mittelpunkt rückte. Aus dieser Zusammenarbeit entwickelte sich ein Geben und Nehmen zwischen Riefenstahl und Hitler. Er stattete die von ihm bewunderte Künstlerin mit Aufträgen aus und sie präsentierte die NS-Ideologie in der ganzen Welt. Somit identifizierte sich nicht nur Leni Riefenstahl mit dem Heldentum und der Macht Hitlers, sondern der Diktator identifizierte sich obendrein mit Riefenstahl.

Der Stellenwert der Filmemacherin bei Hitler war so hoch, dass dieser ihr sogar private Probleme und persönliche Schicksale anvertraute. Trotz der Nähe, die offensichtlich zwischen den beiden herrschte, und entgegen allen Gerüchten, war Riefenstahl wohl nie Hitlers Geliebte. Sie behauptete, sie habe zwar gespürt, dass Hitler sie durchaus „als Frau begehrte“, aber zu Intimitäten sei es nie gekommen. Ferner belegen die Briefe von Riefenstahl an ihn, dass trotz des guten und herzlichen Verhältnisses und den Geschenken, die sie sich gegenseitig machten, eine gewisse Distanz zwischen beiden blieb. Die Briefe waren, soweit bekannt, zwar herzlich, aber dennoch förmlich gehalten und sie siezten sich gegenseitig.

Riefenstahls Filme sind geprägt von einem Hitler-Kult, sie veranschaulichen die Bewunderung, die sie für den damaligen Reichskanzler empfunden hat. Die Regisseurin präsentierte Hitler meist in der Untersicht, wodurch eine Überlegenheit und Machtposition vermittelt wurde, was eine große politische Wirkung erzeugte. Somit spiegelt sich die enge Beziehung zwischen beiden auch in den Propagandafilmen wider.

Zwischen Leni Riefenstahl und Adolf Hitler spannte sich ein so starkes Band, dass es auch nach Hitlers Suizid 1945 und dem Untergang des „Dritten Reichs“ nicht riss. Riefenstahl hielt auch in der Folgezeit leidenschaftlich an ihrem eigenen Erinnerungsbild und ihrer persönlichen Überzeugung vom guten Menschen Hitler fest. Riefenstahl selbst behauptete, sie habe stark zwischen Adolf Hitler als Mensch und als Politiker differenziert. Das ist vergleichbar mit dem Verhältnis von Winifred Wagner oder Helene Bechstein zu Hitler.

Die Gründe für die Beziehung

Riefenstahl in Uniform beim Besuch deutscher Truppen des XIV. Armeekorps im besetzten Polen (1939), Aufnahme aus dem Bundesarchiv

Leni Riefenstahl erlag den Verlockungen der Macht und war von Adolf Hitler und seinem Auftreten infiziert. Für sie als erfolgsorientierte Künstlerin war es ein außerordentliches gesellschaftliches Privileg, an seiner Seite gesehen zu werden. Durch ihre enge Beziehung zu Hitler erlangte Riefenstahl äußerst vorteilhafte Begünstigungen in der Filmarbeit, und sie erhielt eine Sonderstellung bzw. wurde zum Aushängeschild des „Dritten Reichs“. Der „Führer“ akzeptierte und förderte Riefenstahls künstlerische Projekte, er schützte sie vor der Kritik, die sich aufgrund ihrer Sonderstellung ergab, und er verlieh ihr Anerkennung.

Aber auch für Hitler gab es neben seiner Bewunderung für Riefenstahls künstlerische Fähigkeiten Gründe für einen engen Kontakt mit ihr. Die Filmemacherin war noch am Beginn ihrer Laufbahn, so dass Hitler sie prägen und für seine Pläne einsetzen konnte. Seine Absicht war es, von Riefenstahl sein Ansehen fördern und seinem Regime ein Gesicht verleihen zu lassen, was mit der Parteitagstrilogie erfolgreich gelang.

Zudem wiesen beide charakterliche Ähnlichkeiten und prägende Entwicklungen auf. Riefenstahl und Hitler waren extrem willensstarke und dominante Persönlichkeiten sowie in vielerlei Hinsicht selbstverliebt. Des Weiteren stammten beide aus relativ „einfachen“ Verhältnissen. Ihre Beziehung war gekennzeichnet von der Identifikation mit dem jeweils Anderen und der Stillung ihrer Sehnsüchte. Somit entdeckte einer im Anderen „sein seelisches Selbstbildnis, das sich mit den eigenen Phantasien über Vollkommenheit, Überlegenheit und Verführungskunst deckte“ (Margarete Mitscherlich).

Riefenstahl selbst sah sich stets als unpolitische Künstlerin, die das Ungeheuerliche des Naziregimes damals nicht erkannt habe. Zitat: „Nie habe ich bestritten, dass ich der Persönlichkeit Hitlers verfallen war. Dass ich das Dämonische zu spät in ihm erkannt habe, ist zweifellos Schuld oder Verblendung.“ (1949)

Kriegseindrücke

Leni Riefenstahl drehte an der polnischen Front im direkten Auftrag Hitlers, wie ein lange Zeit unbekanntes Schreiben aus dem Propagandaministerium vom 10. September 1939 belegt. In diesem Schreiben heißt es: „Am 5.9.39 übermittelte Major d. G. Kratzer des OKW eine Anordnung des Führers, nach der im Rahmen der Einsatzstelle des Propagandaministeriums ein ‚Sonderfilmtrupp Riefenstahl’ aufzustellen war.“ (Trimborn 2003, 304). Der Sonderfilmtrupp Riefenstahl war sehr gut ausgerüstet: Mit zwei sechssitzigen Mercedes-Limousinen, einem BMW-Motorrad mit Beiwagen sowie Tankkarten für 700 Liter Benzin, einem Tonfilmwagen sowie Berichterstatteruniformen – Phantasieuniformen – mit Gasmasken und Taschenpistolen, die sie auch auf den Bildern in einem klassischen Koppel trägt. Militärisch machte sie sich auf den Weg an die Ostfront, um den Polenfeldzug zu dokumentieren. [10]

Ende der 1940er Jahre gelangten Fotos in die Öffentlichkeit, auf denen Leni Riefenstahl als Zeugin eines Massakers in der polnischen Kleinstadt Konskie abgebildet ist. Erst durch diese Fotos wurde bekannt, dass sie sich nur wenige Tage nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 mit Mitarbeitern ihrer „Leni Riefenstahl Film GmbH“ (u.a. ihr Lebensgefährte Hermann Storr, Walter Traut und die Kameramänner Guzzi und Otto Lantschner sowie Sepp Allgeier und Fritz Schwarz) an der Front in Polen aufhielt. Nach Riefenstahls Angaben wollten sie sich als Kriegsberichterstatter an der Front nützlich machen und filmten unweit davon entfernt, wo Kampf und Krieg tobten. Am 12. September wurden Riefenstahl und ihr Filmtrupp Zeugen eines ersten Kriegsverbrechens des Zweiten Weltkriegs. Sie erlebten ein Massaker von deutschen Soldaten an der jüdischen Bevölkerung in Konskie. Bei diesem brutalen Vorgehen der Wehrmachtssoldaten wurden 19 polnische Juden getötet und viele weitere schwer verletzt. Riefenstahl hat später behauptet, Schüsse nur „in der Ferne“ gehört zu haben. „Weder ich noch meine Mitarbeiter haben etwas gesehen!“ An dieser Version hat sie eisern festgehalten. Es existiert allerdings ein Foto von ihr, das ein deutscher Landser mit dem Satz: „Leni Riefenstahl fällt beim Anblick der toten Juden in Ohnmacht.“ beschriftete.[4][11]

Weitere Eindrücke des Krieges sammelte Leni Riefenstahl im Oktober in der zerstörten polnischen Hauptstadt Warschau. Dort fand nach der Kapitulation der letzten polnischen Streitkräfte eine zweistündige Truppenparade der siegreichen deutschen Verbände vor den Augen Adolf Hitlers statt. Gemeinsam mit Riefenstahls Kameramännern, die sich ebenfalls in Warschau aufhielten, filmte Regisseur Fritz Hippler die einzige derartige Parade, die Hitler während des Zweiten Weltkriegs in einem eroberten Land abhielt.

Direkt nach der Besetzung von Paris telegrafiert Riefenstahl am 14. Juni 1940 ins Führerhauptquartier: „Mit unbeschreiblicher Freude, tief bewegt und erfüllt mit heissem Dank, erleben wir mit Ihnen mein Führer, Ihren und Deutschlands größten Sieg, den Einzug Deutscher Truppen in Paris. Mehr als jede Vorstellungskraft menschlicher Fantasie vollbringen Sie Taten, die ohnegleichen in der Geschichte der Menschheit sind. Wie sollen wir Ihnen nur danken? Glückwünsche auszusprechen, das ist viel zu wenig, um Ihnen die Gefühle auszusprechen, die mich bewegen.“ [12]

Nachkriegszeit (1946-71)

1946 wurde Riefenstahl von der französischen Armee aus Tirol ausgewiesen, sie zog nach Breisach und anschließend nach Königsfeld. Die Nähe zu Adolf Hitler und ihre Tätigkeit als Regisseurin hatten sie bis 1945 zur vielbeachteten Künstlerin gemacht, doch in der Nachkriegszeit verkehrte sich diese Haltung in ihr Gegenteil. Riefenstahls Funktion im Dritten Reich blieb als großer Makel an ihr haften, entsprechend schwierig gestaltete sich die Suche nach potenziellen Sponsoren für neue Projekte. Deutschland boykottierte im Gegensatz zu den USA und Japan nach 1945 die Werke der Regisseurin. In der Nachkriegszeit ist besonders der Film Tiefland in die Kritik geraten. Riefenstahl hatte, um ihrem Film Authentizität zu verleihen, Sinti und Roma aus dem Salzburger Lager Maxglan bzw. dem Lager Berlin-Marzahn als Statisten von der Naziregierung angefordert, da aufgrund des Krieges der Filmdreh in Spanien nicht möglich war. 1948 wurde Riefenstahl angeklagt, die Sinti und Roma nicht entlohnt zu haben. Außerdem habe sie ihnen falsche Hoffnungen gemacht, indem sie den Sinti und Roma die Rettung vor der Zwangsverschleppung versprach. Der Sachverhalt war Gegenstand mehrerer Nachkriegsprozesse (1954/56, 1980/1981 ff.)[13]

Bis zuletzt hat Riefenstahl den Sachverhalt wider historische Evidenz verharmlost: Im April 2002 hat sie in der Frankfurter Rundschau behauptet: „Wir haben alle Zigeuner, die in Tiefland mitgewirkt haben, nach Kriegsende wieder gesehen. Keinem einzigen ist etwas passiert.“ Nach der Ankündigung des Rom e. V. am 7. August 2002, juristische Schritte gegen Riefenstahl unternehmen zu wollen, erklärte Horst Kettner von der „Leni Riefenstahl – Produktion“ in einem Brief an den Anwalt des Rom e. V., es handle sich um „ein Missverständnis“ und um eine „unglückliche Formulierung“. Riefenstahl habe diese Äußerung „nie so treffen“ wollen.

Viele der Sinti und Roma sind nach den Dreharbeiten in Konzentrationslager deportiert worden und dort ums Leben gekommen. Riefenstahl wurde zwar von der Anklage freigesprochen, doch die Geschehnisse während der Dreharbeiten von Tiefland sollten sie noch länger verfolgen. Im Jahre 1949 verklagte Riefenstahl die Illustrierte Bunte, welche die Vorwürfe gegen sie veröffentlichte. Es folgten weitere Prozesse aufgrund ihrer Propagandatätigkeit für die Nationalsozialisten.

Von 1948 bis 1952 wurde Leni Riefenstahl in vier Spruchkammerverfahren entnazifiziert und als „Mitläufer“ des Naziregimes eingestuft. Nach ihrem Umzug im Jahre 1950 nach München wurde 1954 der Film Tiefland in Stuttgart erstmals aufgeführt. Im Jahre 1958 wurden auch ihre Olympia-Filme erneut in den Kinos gezeigt. Der zweite Teil der Serie, „Fest der Schönheit“, wurde jedoch in „Götter des Stadions“ umbenannt. Wie auch Tiefland war die Neuauflage der Olympia-Filme ein finanzieller Misserfolg.

Im Jahre 1987 veröffentlichte Leni Riefenstahl ihre Memoiren, an denen sie bereits seit 1982 arbeitete. 42 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur wurden die Diskussionen um Riefenstahls Rolle während des Hitlerregimes wieder neu entfacht. In ihren Erinnerungen betont sie erneut den rein künstlerischen Aspekt ihrer Filmwerke und streitet jede weitergehende Motivation vehement ab. 1992 wurde der Regisseur Ray Müller für Riefenstahls Filmbiographie „Die Macht der Bilder“ mit dem „Emmy“ ausgezeichnet. Im Jahre 1996 folgte durch Johann Kresnik am Kölner Schauspielhaus eine Übertragung ihrer Biographie auf die Bühne sowie eine Werkschau von Riefenstahl in Mailand und Rom. Ein Jahr darauf, 1997, wurde erneut Riefenstahls Zwiespältigkeit innerhalb der Gesellschaft deutlich, als sie in den USA für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Dort erntete sie sowohl Zuspruch als auch Ablehnung vom Publikum.

Im Februar 2000 flog Leni Riefenstahl nach zähen Verhandlungen um eine Einreiseerlaubnis in den durch jahrelangen Bürgerkrieg zerrütteten Sudan, um sich nach dem Schicksal der Nuba-Stämme zu erkundigen (siehe Abschnitt unten). Neu aufflammende Gefechte im Land erzwangen jedoch den sofortigen Abbruch des Unternehmens. Auf dem Rückflug von den Nubabergen stürzte der Hubschrauber nach einer Zwischenlandung in El Obeid ab. Alle Besatzungsmitglieder überlebten den Unfall, Leni Riefenstahl wurde mit schweren Frakturen und Rippenbrüchen in eine deutsche Klinik eingeliefert.

Fotografin (ab 1971)

Fasziniert von Hemingways Roman „Die grünen Hügel Afrikas“ beschäftigte sich Leni Riefenstahl Mitte der fünfziger Jahre erstmals intensiver mit dem schwarzen Kontinent. Sie plante, in Ostafrika den Film „Die schwarze Fracht“ zu drehen, in dem es um das real vorhandene Phänomen des modernen Sklavenhandels zwischen Afrika und südarabischen Ländern gehen sollte. Riefenstahl gründete die Produktionsfirma „Stern-Film GmbH“ und flog 1956 in den Sudan und nach Kenia. Zwar war sie von der Steppenlandschaft und den Menschen Ostafrikas begeistert, das Filmprojekt scheiterte aber trotzdem: Koproduzent und Geldgeber Walter Traut konnte es nach mehreren Monaten nicht mehr unterstützen, da das geplante Budget nach zahlreichen Pannen bereits früh aufgebraucht war.

In den folgenden Jahren scheiterten auch zwei weitere Afrika-Projekte: der Spielfilm „Afrikanische Symphonie“ und der Dokumentarfilm „Der Nil“. Mit der Notwendigkeit wirtschaftlicher Planung und der Tatsache, ohne die Privilegien der NS-Zeit zu leben, schien Riefenstahl nicht zurecht zu kommen. Da ihre Situation in Deutschland auch weiterhin aussichtslos blieb, entzog sich Riefenstahl ihrer unbequemen Vergangenheit durch den Gang nach Afrika. Sie erfuhr den schwarzen Kontinent als harmonische Gegenwelt, die ihr Trost und Schutz spendet.

Comeback als Fotografin

Auf Motivsuche für „Die schwarze Fracht“ fiel Riefenstahl im Jahr 1956 eine Ausgabe der Zeitschrift Stern in die Hände. Darin war ein Bild eines muskulösen, mit weißer Asche bestäubten Nuba-Ringkämpfers zu sehen. Dies bezeichnete sie später als Schlüsselerlebnis, welches ihr Interesse für den Stamm der Nuba weckte. Im Alter von fast 60 Jahren machte sich Riefenstahl auf die Suche nach den Nuba, ehe sie im November 1962 am Ziel war: Sie fand die Masakin-Qisar-Nuba, einen von etwa 100 Stämmen. Dort blieb Riefenstahl sieben Wochen und belichtete mit verschiedenen Leica- und Leicaflex-Kameras über 200 Filme.

Von da an besuchte sie alle zwei Jahre den sudanesischen Ureinwohnerstamm und erlernte dort auch dessen Sprache. 1966 erschienen die ersten Nuba-Fotos: Zuerst im amerikanischen Time-Life-Verlag unter dem Titel „African Kingdom“, kurze Zeit später als Fotostrecke „Leni Riefenstahl fotografiert die Nuba – Was noch nie ein Weißer sah“ im „Stern“. Diese Veröffentlichungen waren der endgültige Startschuss für Riefenstahls neue Karriere. Im Jahre 1972 arbeitete sie schließlich auch bei den Olympischen Spielen in München als Fotografin für die „Sunday Times“. Bereits ein Jahr darauf, 1973, veröffentlichte sie den Bildband „Die Nuba – Menschen wie vom anderen Stern“, sowie 1976 „Die Nuba von Kau“. Mit „Mein Afrika“ folgte 1982 im Paul-List-Verlag sechs Jahre später ihr dritter Bildband.

Der Erfolg des ersten Bands wurde vom dem des zweiten noch übertroffen und Kritiker feierten ihn als einzigartigen Hymnus an die Schönheit des menschlichen Körpers, so Jürgen Trimborn in seiner Riefenstahl-Biographie „Riefenstahl. Eine deutsche Karriere“. Eine Fotostrecke im „Stern“ wurde 1975 als „beste fotografische Leistung des Jahres“ mit der Goldmedaille des Art Directors Club Deutschland prämiert. Sowohl in Europa und Amerika als auch im Sudan genoss Riefenstahl wieder ein höheres Ansehen. Als Anerkennung für ihre Verdienste um den Sudan verlieh ihr 1973 Staatspräsident Jaafar Mohammed an-Numeiri die Staatsbürgerschaft. 1977 wurde sie mit einem der höchsten Orden des Landes geehrt.

Kritik an den Fotografien

Obwohl alle Bildbände mit Begeisterung aufgenommen wurden, sind besonders zwischen den ersten beiden große Unterschiede zu erkennen. Der erste Band ist noch stark vom echten, faszinierten Interesse Riefenstahls geprägt. In ihnen erkennt man leicht, dass sie mit dem Herzen dabei war und sich bei den Nuba wohl fühlte. Beim zweiten Band „Die Nuba von Kau“ ist hingegen kaum noch ein ethnografisches Interesse an den Lebensumständen der Nuba zu erkennen. Die Nuba selbst waren für Riefenstahl nur noch sekundär, ihr ästhetisches Interesse schien durch ein ökonomisches erweitert worden zu sein.

Dies wird auch aus der Entstehungsgeschichte des zweiten Bands deutlich. Als Riefenstahl 1973 erneut zu den Masakin-Nuba reiste, war sie enttäuscht: Diese trugen inzwischen Kleidungsfetzen und hatten ihren Schmuck abgelegt. Dass der Zusammenbruch der Kultur möglicherweise auch mit der Vermarktung ihrer Fotos zusammenhing, wollte Riefenstahl nicht wahrhaben. Daher machte sie sich wieder auf die Suche nach natürlichen, unbekleideten Stämmen: 1974 fand sie die Nuba von Kau. Im Gegensatz zu ihrer ersten Sudan-Reise ging sie nun aber rücksichtsloser vor und versuchte nicht mehr in der Dorfgemeinschaft zu leben. Da sie nicht akzeptiert wurde, musste Riefenstahl aus Verstecken in großer Entfernung arbeiten und folglich auch andere Objektive verwenden: Statt mit Normal- und Weitwinkelobjektiven arbeitete sie nun mit großen Teleobjektiven. Diese sollten die nicht vorhandene Nähe vortäuschen, was Riefenstahl zu einem bewusst angewandten, künstlerischen Ideal erklärt: Durch die Aufnahmen mit großen Brennweiten verschwimme der Hintergrund, während der Vordergrund umso deutlicher werde. „So werde die malerische Wirkung noch verstärkt“, zitiert sie Alan Bullock in seinem Buch „Hitler. Eine Studie über Tyrannei“.

Auch die Motive ihrer ersten beiden Bildbände unterscheiden sich auffallend. Während bei „Die Nuba – Menschen wie vom anderen Stern“ meist alltägliche Abläufe wie die Ernte, Körperbemalungen und rituelle Kämpfe im Vordergrund standen, waren es bei „Die Nuba von Kau“ neben Portraitaufnahmen vor allen Dingen Bilder von Zeremonien mit nackten, tanzenden Frauen. Der Ausdruck von Individualität und Intimität war einer mehr und mehr inszenierten Wirklichkeit gewichen.

Doch nicht nur beim zweiten, sondern im Grunde bei all ihren Bildbänden traf Riefenstahl schon beim Fotografieren eine selektive Auswahl: Sie ließ alte, kranke und behinderte Nuba außer Acht und fotografierte ausschließlich gesunde, muskulöse Körper. Zudem blieben die Konflikte zwischen Nuba-Bauern und Nomadenstämmen genauso unerwähnt wie der Sezessionskrieg im Südsudan. Obwohl sie von den Themen abgerückt war, mit denen sie sich in der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt hatte, erinnern die Nuba-Bücher an das Hauptthema ihrer früheren Filme: die Faszination für Körper. Riefenstahls Begeisterung für die Schönheit auf Kosten der Wahrheit sagt zwar einerseits viel über ihr Werk, bedeutet andererseits aber auch eine Täuschung des Rezipienten. Auch Susan Sontag, amerikanische Autorin und Linksintellektuelle, kritisierte die Art und Weise, in der die Künstlerin die Nuba porträtierte. Diese, so Sontag in ihrem Essay „Faszinierender Faschismus“, erinnerten an die Nazi-Ideologie und veranschaulichten Riefenstahls Vorstellungen faschistischer Ästhetik und Herrschaft. Die Glorifizierung von Unterwerfung und Herrschaft, die Idealisierung von starken, mächtigen Körpern und Persönlichkeiten sind Parallelen, die zwischen ihren Filmen der NS-Zeit und den Nuba-Aufnahmen gezogen werden können. Ob Riefenstahl – wie sie selbst betonte – Zeit ihres Lebens eine rein persönliche, ästhetische Gestaltung der Kunst als Idealbild ansah, oder ob dieses Idealbild auf faschistischen Vorstellungen beruhte, ist bis heute umstritten.

Trotz solcher Kritik konnte sich Riefenstahl mit ihren Werken zumindest stückweise rehabilitieren. Fest steht aber, dass sie auch noch Jahrzehnte nach dem Krieg immer wieder von ihrer Vergangenheit im Nationalsozialismus eingeholt wurde. Ihr Rückzug nach Afrika konnte daran genauso wenig ändern wie ihre Beteuerungen, keinerlei politische Intentionen gehabt zu haben.

Die Unterwasserfotografie und neue Filme

Mit dem Erfolg ihrer fotografischen Arbeit kam bei Riefenstahl auch wieder der Wunsch auf, einen Film zu drehen. Für eine Dokumentation über die Nuba nahm sie auf ihren Sudan-Expeditionen 1964, 1968/1969 und 1974/1975 auf eigene Kosten Filmausrüstung mit. 2001 kündigte sie an, aus den über 3000 Metern Material, den Film „Allein unter den Nuba“ vollenden zu wollen. Dies ist aber bis zu ihrem Tod nicht geschehen.

Stattdessen machte Riefenstahl 2002 mit einem anderen Film nochmals auf sich aufmerksam: Sie drehte den 41-minütigen Dokumentarfilm „Impressionen unter Wasser“. Als Voraussetzung für diese Unterwasser-Aufnahmen hatte die seinerzeit 72-Jährige 1974 unter Angabe eines falschen Alters ihren Tauchschein in Malindi erworben. Daraufhin arbeitete sie – noch bevor der Film entstand – als Unterwasser-Fotografin. So konnte Riefenstahl zwei weitere Bildbände präsentieren: Im Jahre 1978 veröffentlichte sie „Korallengärten“ und 1990 „Wunder unter Wasser“. Auch mit diesen Veröffentlichungen erregte die Künstlerin weltweit Aufsehen und erhielt weitere Ehrungen und Auszeichnungen. Es folgten Ausstellungen ihrer Fotos in Tokio, Kuopio, Mailand, Rom, München, Berlin und Calpe.

Ihren Hang zur Perfektion machte sie aber auch bei diesen beiden Bildbänden wieder deutlich: Wurde der erste Band noch von mystischen, teilweise schlecht ausgeleuchteten Bildern bestimmt, so war im zweiten schon ein deutlicher Fortschritt zu erkennen. Sie arbeitete nun viel professioneller mit den Spiegelreflexkameras Nikon F25 und Nikon F3, sowie mit viel Equipment, das zur Verbesserung von Ausleuchtung und Bildqualität führte. Neben der Qualität der Arbeit hatte sich auch hier wieder die Motivwahl geändert: Statt Fische, Korallen und Muscheln standen im zweiten Unterwasserband vermehrt Haarsterne, Korallen, Weichtiere und Schwämme im Vordergrund.

Insgesamt absolvierte Riefenstahl über 2000 Tauchgänge, fotografierte noch als 94-Jährige Haie vor Cocos Island (Costa Rica) und trat der Umweltorganisation Greenpeace bei. Ihr spätes Leben als Unterwasserfotografin war somit erstmals ein Leben, in dem sie nicht direkt von der NS-Zeit eingeholt wurde. Zwar wurde ihre Vergangenheit weiter in der Öffentlichkeit thematisiert, allerdings ohne dabei die Unterwasseraufnahmen in eine direkte Verbindung zur faschistischen Ideologie zu setzen.

Die Letzten Jahre

Anlässlich ihres 100. Geburtstages rückte Leni Riefenstahl wiederum ins Zentrum medialer Aufmerksamkeit. Bei der Feier am 22. August 2002 in Feldafing waren zahlreiche Stars zugegen, unter anderem Siegfried und Roy.

Am späten Abend des 8. September 2003 starb Leni Riefenstahl kurz nach ihrem 101. Geburtstag in ihrem Haus in Pöcking. Sie wurde eingeäschert und ihre Urne wurde am 12. September 2003 auf dem Münchner Waldfriedhof beigesetzt. Die Trauerrede hielt Leni Riefenstahls langjährige Freundin Antje-Katrin Kühnemann.

Enthüllungen

Die Mannheimer Kuratoren Ina Brockmann und Peter Reichelt waren schon verantwortlich für Riefenstahls autorisierte Ausstellungen in Kuopio (Finnland, 1996), Mailand (1996) und Rom (1997). Ihre Ausstellung im Ernst-Barlach-Museum Wedel 2004 war erstmalig weder kontrolliert noch von der inzwischen verstorbenen Regisseurin autorisiert und stilisiert Riefenstahl zur „Symbolfigur deutscher Vergangenheitsverdrängung“. Seitdem werden die als „Riefenstahl-Arbeiten“ benannten Olympiafotografien den Fotografen zugeordnet, welche die Bilder wirklich gemacht haben. Die Leni Riefenstahl fälschlicherweise für den zweiten Parteitagsfilm zugeschriebenen Dokumentarfilmqualitäten hat sie selbst mit dem Hinweis auf den Nachdreh einiger Szenen (u.a. mit Rudolf Heß) in ihren Memoiren entkräftet.

Werke

Regie- und Produktionarbeiten

Schauspieltätigkeiten

Nicht realisierte Projekte

  • 1933: Mademoiselle Docteur
  • 1939: Penthesilea
  • 1943: Van Gogh
  • 1950: Der Tänzer von Florenz
  • 1950: Ewige Gipfel
  • 1950–1954: Die roten Teufel
  • 1955: Kobalt 60
  • 1955: Friedrich der Große und Voltaire
  • 1955: Drei Sterne am Mantel der Madonna
  • 1955: Sonne und Schatten
  • 1955–1956: Die schwarze Fracht
  • 1957: Afrikanische Symphonie
  • 1959–1960: The blue Light
  • 1961: Der Nil
  • 1962–1963: Afrikanisches Tagebuch
  • 1964–1975: Allein unter den Nuba

Literatur

von Leni Riefenstahl

  • Kampf in Schnee und Eis. Verlag Hesse & Becker, Leipzig 1933.
  • Hinter den Kulissen des Reichsparteitags-Films. Eher, München 1935 [5].
  • Schönheit im olympischen Kampf. Deutscher Verlag (Ullstein-Verlag), Berlin 1937.
  • Die Nuba – Menschen wie von einem anderen Stern. List, München 1973.
  • Die Nuba von Kau. List, München 1975.
  • Die Nuba. Komet, Köln (2006), ISBN 3-933366-41-0 (Lizenzausgabe mit Zusammenfassung der Bände Die Nuba [1973] und Die Nuba von Kau [1976] in einer Ausgabe).
  • Korallengärten, List, München 1978.
  • Mein Afrika. List, München 1982.
  • Memoiren. Knaus, München und Hamburg 1987.
  • Wunder unter Wasser. Herbig, München 1990.

über Leni Riefenstahl

  • Klaus Kreimeier: Fanck – Trenker – Riefenstahl: Der deutsche Bergfilm und seine Folgen. Stiftung Deutsche Kinemathek, Berlin 1972.
  • Peggy Ann Wallace: An Historical Study of the Career of Leni Riefenstahl from 1923 to 1933. Berkeley 1975 (Dissertation).
  • Richard M. Barsam: Filmguide to Triumph of the Will. Indiana University Press, Bloomington 1975, ISBN 0-253-39320-5.
  • Glenn B. Infield: Leni Riefenstahl. The Fallen Film Goddess. Crowell, New York 1976.
  • David B. Hinton: The Films of Leni Riefenstahl. Scarecrow Press, Metuchen (N.J.) und London 1978, ISBN 0-8108-1141-3.
  • Renata Berg-Pan: Leni Riefenstahl. Twayne, Boston 1980, ISBN 0-8057-9275-9.
  • Martin Loiperdinger: Triumph des Willens. Einstellungsprotokoll des Films von Leni Riefenstahl. Filmland-Presse, München 1980.
  • Peter Nowotny: Leni Riefenstahls ‚Triumph des Willens‘. Zur Kritik dokumentarischer Filmarbeit im NS-Faschismus. Nowotny, Dortmund 1981, ISBN 3-922951-00-7.
  • Charles Ford: Leni Riefenstahl. Schauspielerin, Regisseurin und Fotografin. Heyne, München 1982, ISBN 3-453-01621-1.
  • Leonardo Quaresima: Leni Riefenstahl. La Nuova Italia, Firenze 1984.
  • Cooper C. Graham: Leni Riefenstahl and Olympia. Scarecrow Press, Metuchen (N.J.) und London 1986, ISBN 0-8108-1896-5 (New York University Series: Filmmakers no. 13.).
  • David Culbert: Leni Riefenstahl’s Triumph of the Will. University Publications of America, Frederick MD 1986, ISBN 0-89093-196-8 (Series: Research collections in the social history of communications).
  • Martin Loiperdinger: Rituale der Mobilmachung. Der Parteitagsfilm ‚Triumph des Willens‘ von Leni Riefenstahl. Leske und Budrich, Opladen 1987, ISBN 3-8100-0598-3.
  • Margarete Mitscherlich: „Eine deutsche Frau – Leni Riefenstahl“. In: Dies.: Über die Mühsal der Emanzipation. S.Fischer, Frankfurt a.M. 1990, ISBN 3-10-049111-4.
  • Dana Gillespie: Leni: a screenplay based on the career of Leni Riefenstahl. North Texas State University 1988 (Dissertation).
  • Linda Deutschmann: Triumph of the Will – The Image oft the Third Reich. Longood Academic, Wakefield, N.H. 1991.
  • Thomas Leeflang: Leni Riefenstahl. Anthos, Baarn 1991, ISBN 90-6074-685-6.
  • Taylor Downing: Olympia. BFI, London 1992, ISBN 0-85170-341-0 (BFI Film Classics).
  • Hilmar Hoffmann: Mythos Olympia – Autonomie und Unterwerfung von Sport und Kultur: Hitlers Olympiade, olympische Kultur und Riefenstahls Olympia-Film. Aufbau, Berlin u.a. 1993, ISBN 3-351-02232-8.
  • Audrey Salkeld: A Portrait of Leni Riefenstahl. Cape, London 1996, ISBN 0-224-02480-9.
  • Claudia Lenssen: „Die fünf Karrieren der Leni Riefenstahl“. In: epd-film, Nr. 1/1996, S. 27-31.
  • Peggy Phillips: Two women under water. A confession. Fithian, Santa Barbara 1998, ISBN 1-56474-239-3.
  • Daniel Wildmann: Begehrte Körper. Konstruktion und Inszenierung des ‚arischen‘ Männerkörpers im Dritten Reich. Könighausen und Neumann, Würzburg 1999, ISBN 3-8260-1417-0.
  • Filmmuseum Potsdam (Hrsg.): Leni Riefenstahl. Mit Beiträgen von Oksana Bulgakowa, Bärbel Dalichow, Claudia Lenssen, Felix Moeller, Georg Seeßlen, Ines Walk. Henschel, Berlin 1999, ISBN 3-89487-319-1 .
  • Rainer Rother: Leni Riefenstahl – Die Verführung des Talents, Henschel, Berlin 2000, ISBN 3-89487-360-4.
  • Angelika Taschen (Hrsg.): Leni Riefenstahl – Fünf Leben. Eine Biographie in Bildern. Taschen, Köln 2000, ISBN 3-8228-6025-5.
  • Jürgen Trimborn: Riefenstahl: Eine deutsche Karriere. Aufbau, Berlin 2002, ISBN 3-351-02536-X.
  • Lutz Kinkel: Die Scheinwerferin. Leni Riefenstahl und das »Dritte Reich«. Europa-Verlag, Hamburg und Wien 2002, ISBN 3-203-84109-6.
  • Daniel Knopp: NS-Filmpropaganda: Wunschbild und Feindbild in Leni Riefenstahls “Triumph des Willens” und Veit Harlans “Jud Süss”. Tectum, Marburg 2004, ISBN 3-8288-8602-7.
  • André Müller: „Man will, dass ich mich schuldig fühle – man will, dass ich tot bin“, in: Die Weltwoche, Nr. 33, 2002 (Interview mit Riefenstahl). Auch: http://andremuller.com-puter.com/
  • Jörn Glasenapp: Späte Rückkehr: Leni Riefenstahls Nuba, in: Dietmar Rieger, Stephanie Wodianka (Hrsg.): Mythosaktualisierungen. Tradierungs- und Generierungspotentiale einer alten Erinnerungsform, Niemeyer, Berlin 2006, ISBN 978-3-11-018990-2, S. 173-194.
  • Steven Bach: Leni. The Life and Work of Leni Riefenstahl. A.A. Knopf, New York 2007, ISBN 0-375-40400-7.
  • Kristina Oberwinter: Bewegende Bilder – Repräsentation und Produktion von Emotionen in Leni Riefenstahls Triumph des Willens. Deutscher Kunstverlag München/Berlin 2007, ISBN 978-3-422-06737-0.

Dokumentation

Einzelnachweise

  1. Lutz Kinkel: Riefenstahl for sale. In: taz hamburg 4.8.1997
  2. “Snubbed, she leaves” The Tampa Daily Times 12-12-1938 p 1 (pa/usa), Lecture By Leni Riefenstahl, Nazi Movie Maker, Canceled After Protests” The New York Times 09-01-1960 p 2, “Zu den Vorführungen des NS-Films Triumph des Willens in New York” Frankfurter Allgemeine Zeitung 30-06-1960, “Leni Riefenstahl in England nicht willkommen” Abendzeitung 15-12-1960
  3. Jerzy Toeplitz: Geschichte des Films hier: „Der Film im Zeichen des Hakenkreuzes“, aus dem Polnischen übertragen, München, 1987 Rogner und Bernhard, Reprint bei Zweitausendeins
  4. Hinter den Kulissen des Reichsparteitagsfilms [1]
  5. Oliver Grau: Immersion & Emotion – Zwei Bildwissenschafliche Schlüsselbegriffe. e-Journal Philosophie der Psychologie, Berlin [2]
  6. Herbert Spaich, 20.04.1938: Der Film „Olympia“ von Leni Riefenstahl über die Olympischen Spiele 1936 in Berlin wird uraufgeführt, 2007
  7. Beschreibung im Filmportal.
  8. Erika Thurner: Eine wirkliche Befreiung hat es nie gegeben, in: Mily Bore, Brno 2003, S.368.
  9. Pembroke Stevens: Hitler – By A Woman. His Film Star Friend Flies here. Daily Express, 26. April 1934.
  10. Ina Brockmann: Die Kommandeuse. 2004
  11. Ein Genie auf dem Irrweg, Von Barbara Möller, Abendblatt 2002 [3]
  12. Die Neue Rechte von Kay Sokolowsky, Konkret 3, 1999
  13. Thurner, S. 368 f.

 Commons: Leni Riefenstahl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Biographien
Filmographien
Wissenschaftliche Artikel
  • Stefanie Grote: ‚Objekt’ Mensch. Körper als Ikon und Ideologem in den cineastischen Werken Leni Riefenstahls. Ästhetisierter Despotismus oder die Reziprozität von Auftragskunst und Politik im Dritten Reich. Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Philosophie Eingereicht von Stefanie Grote an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) November 2004 [6]
  • Leni Riefenstahl-Rezeption nach 1945. Ein Projekt des Instituts für Film- und Fernsehwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum
  • Rainer Rother: Riefenstahl-Rezeption, Stand 2002, in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 1 (2004), Heft 2. (Rezension dieser Website in: riefenstahl.de.vu)
Artikel

Siehe auch


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