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 Internationale Filmfestspiele Berlin

Logo der Berlinale

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) sind ein jährlich in Berlin stattfindendes Filmfestival der A-Kategorie und gelten als eines der weltweit bedeutendsten Ereignisse der Filmbranche.[1]

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Die im Wettbewerb erfolgreichen Filme werden von einer internationalen Jury mit dem Goldenen und Silbernen Bären ausgezeichnet. Bis zu 400 Filme werden in verschiedenen Sektionen präsentiert. Mit mehr als 230.000 verkauften Eintrittskarten und etwa 430.000 Kinobesuche insgesamt (inklusive akkreditierter Fachbesucher) ist die Berlinale das größte Publikumsfestival der Welt.[2]

Rund 20.000 Fachbesucher aus 120 Ländern nehmen an dem Festival teil. Etwa 4.200 Journalisten berichten über die Zeit der Festspiele in mehr als 100 Länder.[3] Während der Berlinale findet zeitgleich der European Film Market (EFM) statt. Der EFM gehört zu den international wichtigsten Treffen der Filmindustrie und hat sich zu einem bedeutendem Handelsplatz für Produzenten, Verleiher, Filmeinkäufer und Co-Produktionsagenten etabliert. [4]

Gegründet wurde die Berlinale im Jahr 1951. Festivaldirektor ist seit 2001 Dieter Kosslick. Seit 2002 gehört das Filmfest zum Geschäftsbereich der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH und wird neben privaten Sponsoren aus dem Bundeshaushalt finanziert.[5] Gegenwärtig haben sich die Internationalen Filmfestspiele Berlin zu dem herausragendsten Kultur- und Medienereignis der Metropole entwickelt.[6] Die 59. Auflage fand vom 5. bis zum 15. Februar 2009 statt und wurde mit Tom Tykwers Thriller The International eröffnet, der außer Konkurrenz gezeigt wurde.[7]

Geschichte

Berlinale 1997. Ehemaliges Hauptspielhaus Zoo Palast

Die Berlinale findet seit 1951 in Berlin statt, zunächst im Sommer, seit 1978 im Februar. Sie geht auf eine Initiative von Oscar Martay zurück. Martay war Film Officer der Militärregierung der Vereinigten Staaten und beaufsichtigte und förderte in dieser Funktion die Berliner Filmindustrie, unter anderem mit mehreren Darlehen der amerikanischen Militärregierung, mit denen die Finanzierung der Filmfestspiele in den ersten Jahren sichergestellt wurden. Unter dem Motto „Schaufenster der freien Welt“ eröffnete die erste Berlinale am 6. Juni 1951 mit Alfred Hitchcocks Rebecca im Titania-Palast. Zum ersten Festspielleiter wurde der Filmhistoriker Alfred Bauer berufen, der nach dem Krieg die britische Militärregierung in Filmangelegenheiten beraten hatte.

Seit der ersten Berlinale wird der nach einer Vorlage der Bildhauerin Renée Sintenis gestaltete Goldene Berliner Bär verliehen. Die Preisträger wurden in den ersten Jahren teilweise durch Publikumswahl bestimmt. Nachdem die FIAPF (Fédération Internationale des Associations de Producteurs de Films) die Berlinale offiziell mit den Festivals in Cannes, Venedig und Locarno gleichgestellt hatte, änderte sich das entsprechend den FIAPF-Richtlinien: Die Berlinale wurde zu einem A-Festival und berief 1956 erstmals eine internationale Jury ein, die den „Goldenen“ und die „Silbernen Bären“ vergab. Die frühe Berlinale war vor allem ein Publikums- und Glamour-Festival gewesen, auf dem sich zahlreiche Filmstars präsentierten (etwa Gary Cooper, Sophia Loren, Jean Marais, Richard Widmark, Jean Gabin, Michèle Morgan, Henry Fonda, Errol Flynn, Giulietta Masina, David Niven, Cary Grant, Jean-Paul Belmondo und Rita Hayworth).

Die Ausrichtung des Festivals änderte sich ab Ende der 1960er Jahre aufgrund der gesellschaftlichen und politischen Polarisierung. So kam es etwa auf der Berlinale 1970 durch den Vietnamkriegs-Film o.k. von Michael Verhoeven zu so heftigem Streit, dass die Jury zurücktrat und das Wettbewerbsprogramm abgebrochen wurde. Auf der Berlinale 1971 wurde daraufhin neben dem traditionellen Wettbewerb mit dem Internationalen Forum des jungen Films ein ehemalige Gegenveranstaltung in das Festival integriert, das junge und progressive Filme vorstellen sollte. Durch die Veränderungen in Folge von Willy Brandts Ostpolitik und der damit verbundenen Öffnung der Ostblockstaaten wurde es 1974 erstmals möglich, dass ein sowjetischer Film gezeigt werden konnte. 1975 war erstmals eine Produktion aus der DDR vertreten.

Das Cubix Kino am Alexanderplatz

1976 wurde der bisherige Festivalleiter Alfred Bauer durch den Filmpublizisten Wolf Donner abgelöst. Donner führte zahlreiche Änderungen und Modernisierungen des Festivals ein, etwa die Verlegung vom Sommer in den Winter. Einer der Gründe für diese Änderung war der Termin der damaligen Filmmesse (des heutigen European Film Market), der sich im Winter weniger mit den Terminen anderer Filmmärkte überschnitt. Donner etablierte neue Sektionen wie die Deutsche Reihe und das Kinderfilmfest, die ehemalige Informationsschau wurde zum Panorama in seiner heutigen Form. Seit Donners Zeit gilt die Berlinale vor allem als „Arbeitsfestival“ und weniger als Bühne für Stars und „Sternchen“.

Wolf Donner wurde 1979 durch Moritz de Hadeln abgelöst, der die Berlinale bis 2001 leitete. Seit 2000 ist das Theater am Potsdamer Platz mit 1800 Sitzplätzen die Hauptspielstätte der Berlinale. Während dieser Zeit heißt das Theater Berlinale Palast. Neben den Filmpremieren der Wettbewerbsfilme finden hier auch der Eröffnungsfilm und die Preisverleihung statt.

Die Berliner Filmfestspiele werden seit dem 1. Mai 2001 von Dieter Kosslick geleitet. Auch unter Kosslick gab es einige Veränderungen: So wurde die neue Reihe Perspektive Deutsches Kino eingeführt, 2003 entstand zur Nachwuchsförderung der Berlinale Talent Campus und zur Berlinale 2007 wurde mit den Berlinale Shorts eine weitere neue Sektion vorgestellt.

Sektionen

Wettbewerb

Der Berlinale Palast am Potsdamer Platz ist die Spielstätte der Wettbewerbsfilme

Der Wettbewerb ist die zentrale Sektion der Filmfestspiele; im Wettbewerbsprogramm werden die Hauptpreise – der Goldene Berliner Bär und die Silbernen Bären – verliehen. Im Wettbewerb werden, entsprechend den FIAPF-Richtlinien, ausschließlich Filme gezeigt, die innerhalb der letzten 12 Monate vor Festivalbeginn produziert und noch nicht außerhalb ihrer Ursprungsländer aufgeführt wurden.

Etwa 20 Filme stehen jedes Jahr im Wettbewerb. Die Nominierung der Filme sowie die Auswahl der Jurymitglieder ist Aufgabe der Festivaldirektion. Die Preisträger werden von einer internationalen Jury unter Führung eines Jury-Präsidenten gewählt und zum Ende des Festivals verkündet. Aktuelle Spielstätten des Wettbewerbs sind u. a. der Berlinale Palast am Potsdamer Platz sowie die Kinos CinemaxX, Urania, Kino International und Zoo Palast. 2009 ist der Friedrichstadtpalast als Spielstätte hinzugekommen. Jury-Präsidentin der Berlinale 2009 war die Schauspielerin Tilda Swinton.

Forum

Das Internationale Forum des jungen Films (kurz: Forum) findet seit 1971 statt; der inhaltliche Schwerpunkt liegt traditionell im Bereich des politisch engagierten Kinos. Das Forum geht zurück auf eine Initiative des von Erika und Ulrich Gregor gegründeten Vereins Freunde der Deutschen Kinemathek. Das Forum gab jungen Regisseuren wie Raúl Ruiz, Derek Jarman und Peter Greenaway eine erste Gelegenheit, sich international zu präsentieren. Es bietet auch Filmen mit ungewöhnlichen Formaten eine Plattform, so etwa den überlangen Produktionen Taiga von Ulrike Ottinger (8 Stunden 21 Minuten) oder Satantango von Bela Tarr (7 Stunden 16 Minuten).

Einen weiteren Schwerpunkt des Forums bildet der außereuropäische Film. In den 1970er/80er Jahren konzentrierte man sich auf US-Independentfilme, Filme aus Lateinamerika und internationale Avantgarde-Filme. In den 1980er/90er Jahren widmete man sich dem unabhängigen Kino Asiens. Leiter des Forums ist seit 2001 der Berliner Filmjournalist Christoph Terhechte. „Das Internationale Forum, immer noch das wichtigste Nebenprogramm der Berliner Filmfestspiele, ist für die Neugierigen unter den Cineasten schon seit Jahren zu deren Hauptprogramm geworden.“ (Peter W. Jansen) Spielstätten des Forums sind die Kinos Delphi-Palast, Babylon, Arsenal (mittlerweile am Potsdamer Platz), CineStar und CinemaxX.

Retrospektive

Die filmhistorische Retrospektive wird seit 1977 von der Stiftung Deutsche Kinemathek (heute: Filmmuseum Berlin – Deutsche Kinemathek) organisiert und durchgeführt; im Rahmen der Retrospektive wird jährlich eine Hommage veranstaltet. Leiter der Retrospektive ist Rainer Rother. Aktuelle Spielstätten der Retrospektive sind das CinemaxX und das Zeughauskino.

Verzeichnis der Retrospektiven:

Nach der Vorführung gibt es häufig Gelegenheit zum Gespräch zwischen Publikum und Produzenten des Films
Mehr als 4200 akkreditierte Journalisten aus rund 100 Ländern berichteten über die Berlinale 2008
Pressekonferenz nach der Vorführung eines Wettbewerbfilms

Verzeichnis der Hommagen:

Der Delphi Filmpalast ist einer der traditionsreichen Berlinale Spielorte

Panorama

Das Panorama gehört zum offiziellen Programm der Berlinale; es wird seit 1986 veranstaltet, Vorläufer aus der Anfangszeit der Berlinale war die sogenannte Informationsschau. Leiter war zunächst Manfred Salzgeber, der 1992 von Wieland Speck abgelöst wurde. Schwerpunkte des Panoramas sind das Arthouse-Kino und der Autorenfilm; alle Filme werden als Welt- oder europäische Premiere gezeigt. Das Hauptprogramm bietet jährlich etwa 18 Spielfilme, das Rahmenprogramm bilden zahlreiche weitere Produktionen. Subsektionen sind die Reihen Dokumente, Panorama Special und Panorama-Kurzfilme. Inhaltlich widmet sich das Panorama weniger direkt politischen als eher gesellschaftlichen Themen: So werden traditionell viele schwul-lesbische Filme gezeigt. Spielstätten des Panoramas sind der Zoo-Palast, das CinemaxX, das International und das CineStar.

Generation

Cate Blanchett bei der Berlinale 2007

Die seit 1978 bestehende Berlinale-Sektion für Kinder- und Jugendfilme zeigt eine aktuelle Auswahl internationaler Spiel- und Kurzfilme für ein junges Publikum. Sie gilt in diesem Bereich als eine der wichtigsten Plattformen weltweit. Die Sektion wird seit der Berlinale 2004 durch den Jugendfilmwettbewerb 14plus ergänzt. Um dieser differenzierten Programmstruktur auch im Titel gerecht zu werden, wurde die Sektion zur Berlinale 2007 in Generation umbenannt. Entsprechend heißen die Wettbewerbe nun Generation Kplus und Generation 14plus.

Im Wettbewerb Generation Kplus verleiht eine elfköpfige Kinderjury den Gläsernen Bären an je einen Spiel- und einen Kurzfilm. Eine Internationale Jury von Filmfachleuten vergibt zudem die mit Geld dotierten Preise des Deutschen Kinderhilfswerks. Den Gläsernen Bären für den besten Spielfilm im Wettbewerb Generation 14plus vergibt eine siebenköpfige Jury von Jugendlichen.

Die Devise keinen “Kinderkitsch” zu zeigen bedeutet anspruchsvolle Filme aus der ganzen Welt ins Programm aufzunehmen, die nah am Alltag und am Erleben von Kindern und Jugendlichen bleiben und auch eine Realität abbilden die manchmal harter Tobak ist.[8] Mit seinem Programm möchte die Sektion Generation für ein erweitertes Verständnis von Filmen für junge Menschen werben. Die Wettbewerbsbeiträge beschränken sich nicht auf klassische Kinder- oder Jugendfilmproduktionen, sondern schließen auch Filme ein, die zwar nicht für diese Zielgruppen konzipiert wurden, aber Kinder oder Jugendliche thematisch und formal ansprechen.

In unregelmäßigen Abständen werden seit 1982 auch Retrospektiven veranstaltet. In der Sonderreihe Cross Section werden seit 2006 für Kinder und Jugendliche geeignete Filme aus den anderen Sektionen der Berlinale außer Konkurrenz wiederholt. Seit Oktober 2002 wird Generation von Thomas Hailer geleitet. Hauptspielstätte von Generation war der Zoo Palast. Seit 2008 ist das Babylon die Hauptspielstätte. Weitere Vorstellungen gibt es in dem Kino Colosseum (Prenzlauer Berg).

Berlinale Special

Berlinale Special ist eine 2004 neu eingeführte Reihe im offiziellen Programm, in der sowohl aktuelle Arbeiten großer Filmemacher als auch Wiederaufführungen von klassischen Werken der Filmgeschichte und Produktionen zu Festivalschwerpunkten oder aktuell-brisanten Themen gezeigt werden sollen. Aufführungsort ist das ehemalige Premierenkino des Panoramas, der Filmpalast Berlin am Kurfürstendamm.

Perspektive Deutsches Kino

Sharon Stone bei der Premiere von “When a man falls in the forest”

Die unter Dieter Kosslick eingeführte Sektion Perspektive Deutsches Kino widmet sich der aktuellen deutschen Filmproduktion und ergänzt die geschlossene Reihe German Cinema; gezeigt wird rund ein Dutzend Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilme, die aus etwa 250 Bewerbungen ausgewählt werden. Leiter ist Alfred Holighaus.

Berlinale Shorts

Im Jahr 2006 wurde mit den Berlinale Shorts eine eigene Sektion für Kurzfilme eingerichtet. Je ein Goldener und ein Silberner Bär werden seit 1955 an die besten Kurzfilme vergeben, seit 2003 von einer eigens dafür einberufenen internationalen Jury. In den Berlinale Shorts laufen ca. 30 Kurzfilme, von denen ungefähr 10 am Wettbewerb teilnehmen. Die Sektion wird seit 2007 von Maike Mia Höhne geleitet. Kurze Filme sind ebenfalls in den Sektionen Generation, Perspektive Deutsches Kino und im Forum expanded zu sehen.

Weitere Veranstaltungen

  • Berlinale Talent Campus: ab 2003; Veranstaltungsort: Haus der Kulturen der Welt (bis 2006), Hebbel am Ufer (seit 2007)
  • Deutsche Reihe (German Cinema): nur für akkreditierte Besucher; Leitung: Heinz Badewitz
  • Kulinarisches Kino: 2007 eingeführte Filmreihe an der Schnittstelle von Kino, Kochen und Nahrungsmitteln
  • Berlinale Keynotes: Brancheninterne Vortragsreihe zu den Zukunftsstrategien und Perspektiven der Filmindustrie

European Film Market

Der European Film Market findet 2008 im Martin-Gropius-Bau statt

Neben dem American Film Market im November und dem Branchentreffen in Cannes Ende Mai, gilt der European Film Market (EFM) als einer der drei bedeutenden Treffen der Filmindustrie und hat sich zu einem wichtigen Handelsplatz für Produzenten, Verleiher, Filmeinkäufer und Co-Produktionsagenten etabliert.[9]

Der EFM ist die Nachfolgeveranstaltung der Filmmesse. Er wurde von 1980 bis 1987 von Aina Bellis geleitet; seit 1988 ist Beki Probst für diese an die Berlinale angegliederte Veranstaltung für die Filmwirtschaft zuständig. Veranstaltungsort des EFM waren bis 2000 die Räume in der Budapester Straße, seitdem fand der Filmmarkt im Atrium des Debis-Hauses am Potsdamer Platz statt, das eine Fläche von rund 2.500 m² bot.

Die stetige Expansion der Veranstaltung führte 2006 zum Umzug in den Martin-Gropius-Bau. Im Rahmen des EFM 2007 wurden 1099 Vorführungen von 713 angemeldeten Filmen durchgeführt. Dafür wurden die Kinos CinemaxX und CineStar genutzt.

Preise und Auszeichnungen

Bären-Statuette
  • Der Goldene Bär ist seit 1951 der Große Preis der Berliner Filmfestspiele. Er wird aus den Wettbewerbsfilmen ausgesucht, die sämtlich nur in den zwölf Monaten vor Beginn des Festivals produziert und vorher nicht außerhalb ihres Herkunftslands oder auf anderen Festivals gezeigt worden sein dürfen. Kurzfilme, die am Wettbewerb teilnehmen, dürfen nicht länger als 15 Minuten sein. Der Preis wird auch als Lobende Erwähnung, Besondere Anerkennung, Besondere Erwähnung, Jubiläumspreis Berliner Bär und Goldener Berliner Ehrenbär verliehen. Der Preis wurde nur einmal nicht verliehen: 1970.
  • Seit 1951 wird der Silberne Bär in verschiedenen Kategorien vergeben, einschließlich des Großen Preises der Jury (früher Spezialpreis der Jury), der 1965 eingeführt wurde und so etwas wie eine Auszeichnung für den zweitbesten Film des Wettbewerbs darstellt. 1951 wurde die Auszeichnung für drei Filme in den Kategorien Musical, Drama und Komödie verliehen. 1952-55 ging der Silberne Bär allgemein an einen Spielfilm. Seit 1956 wird der Preis in verschiedenen Kategorien vergeben. Momentan wird neben dem Großen Preis der Jury je ein Silberner Bär für die beste Regie, die beste Darstellerin, den besten Darsteller, das beste Drehbuch und „für eine herausragende künstlerische Leistung aus den Kategorien Kamera, Schnitt, Musik, Kostüm oder Set-Design“.[10]
  • Gläserner Bär: Der Preis wird von einer Kinderjury an den besten Spielfilm und Kurzfilm des Kinderfilmfestes verliehen. Es gibt ihn auch als Lobende Erwähnung. Der Preis wird seit 1998 verliehen.
  • Bester Erstlingsfilm: Der 2006 initiierte Preis ist derzeit mit 50.000 Euro dotiert. Eine internationale Jury sucht den besten Debütfilm aus den Sektionen Wettbewerb, Panorama, Forum oder Generation. Das Preisgeld wird zwischen Regisseur und Produzent geteilt.
  • Der FIPRESCI-Preis wird seit 1957 von der internationalen Filmkritikervereinigung FIPRESCI verliehen, der „Fédération Internationale de la Presse Cinématographique“. Es gibt ihn auch als Lobende Erwähnung, Besondere Erwähnung, Empfehlung und Besondere Empfehlung verliehen.
  • C.I.C.A.E.-Preis: Der Preis wird von der Vereinigung C.I.C.A.E. vergeben, der „Confédération Internationale des Cinémas d’Art et d’Essai Européens“ (Internationaler Verband der Filmkunsttheater). Er wird auch als Lobende Erwähnung, Empfehlung und Spezielle Erwähnung vergeben. Die erste Verleihung war 1967.
  • Die „Berliner Morgenpost“ vergibt den Preis der Lesejury der „Berliner Morgenpost“: Die Jury besteht aus 25 Mitgliedern und zeichnet einen Spielfilm des Wettbewerbsprogramms aus. Der Preis wird seit 1974 verliehen.
  • Die Berlinale Kamera geht seit 1986 an Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich um die Berlinale verdient gemacht haben. Er kann nur an Preisträger vergeben werden, die nicht direkt an den Wettbewerbsfilmen beteiligt sind.
Clint Eastwood erhält für „Letters from Iwo Jima“ den Cinema for Peace Award 2007
  • Caligari-Filmpreis: Seit 1986 wird der Preis für thematische oder stilistische Neuerungen für Filme im Forum New Cinema verliehen. Er ist derzeit mit 8.000 Euro dotiert, die zu gleichen Teilen an Regisseur und Verleiher gehen. Der Preis wird auch als Besondere Erwähnung verliehen.
  • Der 1986 initiierte Friedensfilmpreis geht an einen Film, der ästhetische Qualität mit einer humanistischen Botschaft, demokratischer Aussage und sozialer Verantwortung verbindet. Er ist derzeit mit 5.000 Euro dotiert und wird auch als Lobende Erwähnung vergeben.
  • Der nach dem Gründer der Berlinale benannte Preis Alfred-Bauer-Preis wird seit 1987 an einen Film verliehen, der der Filmkunst neue Perspektiven eröffnet. Er wird auch als Lobende Erwähnung vergeben.
  • Teddy Award: Der Preis wird von einer internationalen Jury, deren Mitglieder vorwiegend Organisatoren schwuler und lesbischer Filmfestivals sind, für einen Kurz-, Spiel- und Dokumentarfilme aus dem Themenbereich Homosexualität verliehen. Der 1987 erstmals vergebene Award ist seit 1992 offizieller Berlinalepreis. Die verliehene Statuette wurde von Comiczeichner Ralf König entworfen. Es gibt den Preis auch als Spezialpreis, Besondere Erwähnung, Jurypreis und Publikumspreis.
  • Der Preis der ökumenischen Jury trat 1992 die Nachfolge der Preise von Interfilm und OCIC an. Je ein Film aus Wettbewerb, Panorama und Forum werden prämiert. Mit dem Preis werden Regisseure ausgezeichnet, die wahres künstlerisches Talent besitzen und deren Filme Handlungen oder Porträts zeigen, die die Botschaft der Bibel transportieren oder das Publikum für spirituelle, menschliche und soziale Werte sensibilisieren. Der Preis wird auch als Besondere Erwähnung und Spezialpreis vergeben.
  • Der Preis der Gilde Deutscher Filmkunsttheater geht an einen Film aus dem offiziellen Wettbewerb und wird seit 1996 vergeben.
  • Sieben Leser des Homosexuellenmagazins „Siegessäule“ vergeben seit 1997 unter allen Filmen des Festivals den Preis der „Siegessäule“-Leserjury an das Werk, das am besten mit dem Thema Homosexualität umgeht.
  • Der Leserpreis des “Tagesspiegel wird seit 2007 von einer neunköpfigen Leserjury an den besten Film des Forums verliehen. Er ist mit 3.000 Euro dotiert.
  • Die FICC vergibt den Don Quixote-Preis. Die „Fédération Internationale des Ciné-Clubs“ nimmt die ausgezeichneten Filme in den „Film Distribution Network“-Katalog auf, was ihre internationale Verbreitung fördert. Es gibt den Preis (initiiert 1998) auch als Besondere Erwähnung.
Teddy-Award-Trägerin 2008, Tilda Swinton
  • Seit 1998 wird der NETPAC Award vom „Network for the Promotion of Asian Cinema“ (NETPAC) an einen herausragenden asiatischen Film im Forum of New Cinema vergeben. Es gibt ihn auch als Besondere Erwähnung.
  • Der Große Preis des Deutschen Kinderhilfswerk wird auf dem Kinderfilmfest verliehen und ist derzeit mit 7.500 Euro dotiert. Es gibt ihn auch als Spezialpreis und Lobende Erwähnung. Das Deutsche Kinderhilfswerk verleiht ihn seit 1999.
  • Der PanoramaPublikumsPreis, eine Bronzestatuette, wird vom Publikum der Sektion Panorama per Wahl bestimmt. Der Preis wird seit 1999 verliehen.
  • Seit 2000 ist der LVT – Manfred Salzgeber Filmpreis für innovative europäische Spielfilme des Wettbewerbs oder des Panoramas bestimmt. Die Filme dürfen in nicht mehr als einem europäischen Land bereits einen Verleih gefunden haben. Der Preis ist derzeit mit 25.000 Euro dotiert, den Kosten für eine Untertitelung des Filmes in bis zu fünf europäischen Sprachen. Der Preis wird auch als Lobende Erwähnung verliehen.
  • Der Prix UIP Berlin geht seit 2001 an europäische Kurzfilme aus dem Wettbewerb oder der Sektion Panorama. Sieger sind automatisch für den European Short Film Award beim nächsten Europäischen Filmpreis nominiert.
  • Der Berlin Today Award wird seit 2004 an drei Kurzfilmprojekte über Berlin verliehen, die dafür auf dem jeweils letztjährigen Berlinale Talent Campus nominiert wurden. Die Filme wurden mit Mitteln des Medienboards Berlin-Brandenburg produziert.
  • Der Preis Dialogue en Perspective wird an einen Film der Perspektive Deutsches Kino vergehen. Die Jury besteht aus Franzosen und Deutschen. Der Preis möchte neues deutsches Kino in Frankreich bekannter machen, daher sind die Siegerfilme Teilnehmer des Pariser Festivals des Deutschen Films. Der Preis wird auch als Besondere Erwähnung verliehen. Es gibt ihn seit 2004.
Das Kino Babylon während der Festspielzeit
  • Die Volkswagen-Score-Competition ist ein Preis in Form einer Teilnahme am „School of Sound“-Symposium in London. Es gewinnt der hervorragendste Beitrag beim Berlinale Talent Campus, Sektion The Sound and Music. Der Preis wird seit 2004 verliehen.
  • Der erstmals 2005 vergebene Amnesty International Filmpreis der Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist mit derzeit 2.500 Euro dotiert und geht an Filme, die die Situation der Menschenrechte in der heutigen Zeit thematisieren.
  • Der Femina-Film-Preis ist derzeit mit 5.000 Euro dotiert und zeichnet seit 2005 herausragende Leistungen von Frauen im Bereich Ausstattung, Kamera, Kostüm, Musik und Schnitt für einen deutschsprachigen Film aus.
  • Der Preis Label Europa Cinemas geht an einen herausragenden europäischen Film der Sektion Panorama. Er ist eine Initiative der Vereinigung „Europa Cinemas“, die den Verleih europäischer Filme in Europa fördert. Der Preis wird seit 2005 vergeben.
  • Der DAAD-Kurzfilmpreis wird vom DAAD („Deutscher Akademischer Austauschdienst“) an einen künstlerisch herausragenden und visuell innovativen Kurzfilm des Panoramas vergeben. Der Preis umfasst ein dreimonatiges Stipendium und eine Projektunterstützung und wurde 2006 erstmals verliehen.

Literatur

  • Matthias Greuling: Cannes, Venedig, Berlin: Die großen Filmfestivals: ein Servicebuch für Filmer und Medienvertreter. Norderstedt 2004

Weblinks zu zu

 Commons: Berlinale – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelverweise

  1. 2007 CALENDAR OF FIAPF ACCREDITED* FESTIVALS, FIAPF, 18. Februar 2008
  2. Berlinale 2007 – Zahlen und Fakten, 13. Februar 2008
  3. Kosslick zieht positive Berlinale-Bilanz , PR-inside.com, 16. Februar 2008
  4. Berlin Film Festival a market force, Variety, 13. Februar 2008
  5. Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH, 13. Februar 2008
  6. Das war die Berlinale, 20. Februar 2008
  7. vgl. Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 28. November 2008
  8. Deutschlandradio Kultur: Schule des Sehens. 12. Februar 2009.
  9. Kodak Cinema&Television Press Release, www.kodak.com, 20. Februar 2008
  10. Berlinale Preise der Internationalen Jury, 12. Dezember 2007
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