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KINOLEXIKON  

 Das Boot

Filmdaten
Deutscher Titel:Das Boot
Produktionsland:Deutschland
Erscheinungsjahr:1981
Länge:149, 199 u. 292 Minuten
Originalsprache:Deutsch
Altersfreigabe:FSK 12
Stab
Regie:Wolfgang Petersen
Drehbuch:Wolfgang Petersen
Produktion:Günter Rohrbach
Musik:Klaus Doldinger
Kamera:Jost Vacano
Schnitt:Hannes Nikel
Besetzung

Das Boot ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Lothar-Günther Buchheim unter der Regie von Wolfgang Petersen.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der Film spielt im Zweiten Weltkrieg im Jahr 1941. Die deutschen U-Boote haben die Aufgabe, im Atlantik Handelsschiffe zu versenken, die England mit kriegswichtigen Gütern versorgen. Jedoch wird die Schlacht härter, weil diese Schiffe immer effektiver von Zerstörern geschützt werden.

Nach einer zünftigen Feier im französischen La Rochelle muss auch U 96 wieder in See stechen. Der Kommandant hat im Film wie auch die restlichen Offiziere keinen Eigennamen, sondern wird nur mit „Herr KaLeun“ (Kurzbezeichnung für Kapitänleutnant) angesprochen. Für seine Besatzung ist er einfach „Der Alte“. Mit an Bord ist dieses Mal der Kriegsberichterstatter Leutnant Werner, der schon bald seine romantischen Vorstellungen von einer solchen Feindfahrt eines U-Bootes ablegen muss.

Zunächst gibt es noch keine Feindberührung, und innerhalb der Besatzung kommt zunehmend Langeweile auf. Dann aber ändert sich die Situation. Ein versuchter Torpedoangriff auf einen einzelnen Zerstörer misslingt, und U 96 wird auf dieser Feindfahrt das erste Mal mit Wasserbomben attackiert. Danach gerät das U-Boot in schwere Stürme. Immer wieder muss getaucht werden, weil man das Boot über Wasser kaum noch auf Kurs halten kann. Auch eine genaue Standortbestimmung ist nicht mehr möglich. So hält die Freude beim Kommandanten, hier draußen seinen alten Freund Kapitänleutnant Thomsen mit seinem Boot anzutreffen, nur kurz an. Diese Begegnung ist ein Zeichen dafür, dass bei den anderen U-Booten die Standorte ebenfalls nicht stimmen und somit große Lücken in der Belagerungskette entstehen.

Schließlich schafft es U 96, sich einem feindlichen Geleitzug zu nähern, zwei Schiffe zu versenken und eines in Brand zu schießen. Danach wird U 96 massiv mit Wasserbomben attackiert, kann aber schwer beschädigt den feindlichen Schiffen knapp entkommen. Nach dem Auftauchen befindet sich noch ein brennender Tanker an der Wasseroberfläche. Der Kommandant lässt einen Torpedo abfeuern, um den Tanker endgültig zu versenken. Dabei wird festgestellt, dass sich noch Seeleute auf dem Schiff befinden. Sie springen vom brennenden Schiff herunter, schreien verzweifelt um Hilfe und schwimmen auf U 96 zu. Der Kommandant erteilt den Befehl, die Maschinen rückwärts laufen zu lassen und überlässt die Schiffbrüchigen ihrem Schicksal. Dieses Szenario hinterlässt bei allen, die es von der Brücke aus mit eigenen Augen verfolgen müssen, seine Spuren.

Nachdem der Kommandant entschieden hat, nach La Rochelle zurückzukehren, bekommt U 96 vom BdU (Befehlshaber der U-Boote) einen neuen Einsatzbefehl. Das Boot soll im spanischen Vigo seine Vorräte ergänzen und anschließend Kurs auf La Spezia im Mittelmeer nehmen. Dazu muss die Meerenge von Gibraltar durchfahren werden, was aufgrund der zahlreichen englischen Kampfschiffe, die sich dort aufhalten, nahezu unmöglich ist. Da die Frau des leitenden Ingenieurs schwer erkrankt ist, entscheidet der Kommandant, ihn vorher nach Hause zu schicken und Ersatz zu besorgen. Leutnant Werner soll in Vigo ebenfalls von Bord gehen und ihn begleiten. Die Entscheidung des Kommandanten ist ein Zeichen dafür, dass er kaum eine Chance sieht, heil durch die Meerenge von Gibraltar zu kommen. Jedoch erhält der Kommandant in Vigo an Bord des Versorgungsschiffs „Weser” vom BdU die Nachricht, die von einem Bediensteten des Deutschen Konsulats (Seewald) überbracht wird, dass die beiden an Bord bleiben müssen.

Der Kommandant versucht mit einem Trick, sein Boot unbemerkt durch die Meerenge von Gibraltar zu manövrieren. Jedoch wird das U-Boot entdeckt und von Schiffen und Flugzeugen unter Beschuss genommen. Obersteuermann Kriechbaum wird auf der Brücke angeschossen und schwer verletzt. Der Alte lässt daraufhin das Boot mit voller Fahrt direkt auf die afrikanische Küste zufahren (180 Grad) um in flacheres Gewässer zu kommen. Nachdem U 96 abgetaucht ist, gerät es außer Kontrolle und sinkt auf den Meeresboden in 280 Meter Tiefe. Die Besatzung kämpft ums Überleben. Zahlreiche Wassereinbrüche müssen schnellstens gestoppt und viele Reparaturen durchgeführt werden, bevor überhaupt eine Chance besteht, das Boot wieder an die Wasseroberfläche zu bringen. Da der Tod durch Ersticken droht, werden vorschriftsmäßig Kali-Patronen an die Mannschaft ausgegeben, um den Kohlendioxid-Gehalt der Luft niedrig zu halten. Nach einigen Stunden taucht das Boot tatsächlich wieder auf.

Da die feindlichen Schiffe offenbar davon ausgegangen sind, dass das U-Boot gesunken ist, kann man unbemerkt aus der Meerenge entkommen und nach La Rochelle zurückkehren. Dort wird bei einem schweren Luftangriff auf den Hafen ein Teil der Besatzung getötet. Leutnant Werner gehört zu den Überlebenden. In der Schlussszene beobachtet er zusammen mit dem Kommandanten, wie U 96 langsam im Hafenbecken sinkt. Danach bricht der Kommandant zusammen und stirbt vermutlich an seinen Verletzungen.

Literarische Vorlage

Die Handlung des Romans Das Boot spielt im Zweiten Weltkrieg auf dem U-Boot U 96, das 1941 aus Saint-Nazaire ausläuft. Buchheim verarbeitet in dem Buch seine persönlichen Erfahrungen als Kriegsberichterstatter und schildert die Situationen der U-Boot-Besatzung mit großer Präzision. Der Roman erschien 1973. Buchheim brauchte über 25 Jahre, bis er psychisch in der Lage war, seine Tagebuchaufzeichnungen und Schriften aus dem Jahr 1941 zu sichten und mit der Niederschrift des Romans zu beginnen.

Der Roman basiert hauptsächlich auf zwei Feindfahrten Buchheims. Er begleitete als Kriegsberichterstatter die siebte Feindfahrt des zur 7. U-Boot-Flottille gehörenden U 96, die vom 26. Oktober bis 7. Dezember 1941 dauerte. An Bord von U 309 nahm er an zwei weiteren Fahrten teil, von denen eine vermutlich nur eine Übersetzfahrt war.

Trivia

  • Als Synchronsprecher für die englische Version des Films kamen fast durchgehend die deutschen Original-Schauspieler zum Einsatz.
  • Die Filmmusik komponierte Klaus Doldinger. Ausnahmen hiervon bilden das Lied „J’attendrai“ (gesungen von Rina Ketty) und „It’s a Long Way to Tipperary“ sowie zahlreiche Soldatenmärsche und U-Bootfahrer-Lieder, die im Hintergrund zu hören sind oder beim Ein- und Auslaufen gespielt werden und nicht auf dem offiziellen Soundtrack vertreten sind.
  • Der Film wurde ohne Steadicam produziert. Stattdessen wurden kreiselstabilisierte Kameras verwendet. Wegen des Lärms der motorbetriebenen Kreisel mussten die entsprechenden Szenen auch für die deutsche Fassung nachvertont werden.

Verschiedene Versionen

U 995, ein Boot der Version VII-C/41, im Jahr 2004 an seinem Ausstellungsort vor dem Marineehrenmal in Laboe

Vom Spielfilm Das Boot gibt es vier Versionen, die sich zum Teil erheblich voneinander unterscheiden:

Die bekannteste Version ist die so genannte Erste Kinoversion von 1981, die am 17. September 1981 in München uraufgeführt wurde und tags darauf in den bundesdeutschen Kinos anlief. In den USA lief diese Version am 10. Februar 1982 in den Kinos an. Diese Version hatte eine Dauer von 149 Minuten (PAL 143 Minuten) und ist auch die Version, die für den Oscar nominiert wurde. Hier fehlen die erzählerischen Kommentare von Leutnant Werner.

1985 erschien die sogenannte TV-Version. Diese wurde zunächst als Dreiteiler (dreimal 100 Minuten) und 1987 als Sechsteiler im deutschen Fernsehen gesendet und hat eine Spieldauer von fast fünf Stunden (sechsmal 50 Minuten). Zuvor lief diese Version im Oktober 1984 in England, im Originalton mit englischen Untertiteln, bei BBC an. Zwischen den Episoden gibt es immer wieder einen Erzähler, der auf die bisherigen Teile zurückblickt.

1997 erschien die sogenannte Director’s-Cut-Version im Kino und anschließend als DVD. Diese ist eine qualitativ deutlich aufgewertete Version der Ersten Kinoversion. Neben einer Neusynchronisation in Mehrkanalton mit effektvollem Subwoofereinsatz (5.1 und 7.1 SDDS) bietet diese Version ein gut restauriertes Bild, die Laufzeit beträgt 208 Minuten (PAL: 199 Minuten). Laut dem Regisseur Petersen sollte diese Version 1981 in die Kinos kommen; aus kommerziellen Gründen war das aber nicht möglich. In den Kinos lief dieser Film in Deutschland am 11. Dezember 1997 und in den USA bereits am 4. April 1997 an.

2004 erschien die schon bekannte TV-Version auf DVD. Auch hier gibt es wieder verbesserten Ton und verbessertes Bild. Trotzdem wird die Qualität der Director’s-Cut-Version nicht erreicht. Außerdem wurden die Rückblendungen und der Erzähler, zu Ende und Beginn der einzelnen Teile, aus der 1985er TV-Version entfernt. Die Laufzeit beträgt genau 282 Minuten (PAL). In Fan-Kreisen gilt diese Version als die ultimative Das-Boot-Version. Jedoch fehlen bei dieser Fassung mindestens zwei Szenen. Eine von ihnen ist, als „Der Alte“ aufs Boot kommt und eine Ansprache hält. In der Kinoversion sagt der Leitende Ingenieur nämlich noch zu Leutnant Werner: „Jetzt kommt seine Rede!“, bevor der Kaleu seine Rede beginnt.

Inhaltliche Unterschiede zwischen Roman und Drehbuch

U-Boot-Bunker im Hafen von La Rochelle (2007)

Handlung

Die Ein- und Auslaufszenen gestalten sich anders. Im Roman läuft das Boot von Saint-Nazaire aus, einem großen U-Boot-Hafen an der Loire-Mündung. Im Film läuft das Boot von La Rochelle aus. Erst als im Roman gegen Ende der ersten Unternehmung der Brennstoff knapp wird, erwägt der Alte, La Rochelle anzusteuern (siehe U-Boot-Bunker).

Im Film (alle Versionen) werden drei Schiffe versenkt. Zwei während des Angriffs auf einen Geleitzug und etwas später noch ein angeschossenes Schiff, bei dem der Alte, wegen der Menschen an Bord, rückwärts fahren lässt. Im Roman hingegen werden vier Schiffe versenkt: die drei Schiffe, die auch im Film zu sehen sind, und noch ein angeschossener Nachhinker (das heißt Nachzügler) aus dem Geleitzug. Beim Einlaufen am Ende des Filmes sieht man vier weiße Wimpel für die versenkten Schiffe, genauso wie im Roman.

U 96 operiert im Roman unter der Kennung UA. Im Roman wird das Geleit, aus dem UA die drei Schiffe versenkt, auch von anderen deutschen Booten angegriffen. Aus der Perspektive der Leute auf UA, die die Funksprüche hören, rundhorchen und weiteren Feuerschein sehen, wird der Angriff im Buch noch um einiges größer dargestellt. Der Film konzentriert die Darstellung auf das Abschießen der Torpedos und die anschließende Verfolgung durch zwei englische Kampfschiffe.

Im Zusammenhang des Gefechts um den Geleitzug beschreibt Buchheim weitere Begegnungen mit noch lebenden Schiffbrüchigen, die vom Boot nicht aufgenommen werden. Noch andere Beschreibungen von Begegnungen mit Flößen, auf denen und um die herum bereits umgekommene Seemänner treiben, verdeutlichen das Gewicht dieses Themas. Roman und Film gehen auf leicht unterschiedliche Weise auf die niederschlagende Wirkung ein, die diese Begegnung auf die Besatzung hat – auch auf die Leute im Boot, die den Anblick der Todgeweihten und der Toten nicht selbst erlebt haben. Dieses Thema ist im Film auf eine einzige Szene konzentriert.

Ein Treffer von einem unerwarteten, weil nächtlichen Flugzeug-Angriff vor Gibraltar verletzt im Film den Obersteuermann Kriechbaum schwer. Es gibt Szenen, in denen der Funker Hinrich als Sanitäter den blutenden und schreienden Obersteuermann versorgt. Nach dem Einlaufen ist – kurz vor dem Fliegerangriff im Hafen – zu sehen, wie ein Verletzter in einer Trage aus dem Boot evakuiert wird. Im Roman muss Hinrich ebenfalls Verwundete versorgen. Dies geschieht allerdings zu einem späteren Zeitpunkt.

Auf dem Rückmarsch und kurz vor dem Einlaufen in La Rochelle beschreibt Buchheim weitere Ereignisse, die nicht in den Film aufgenommen wurden. Zuerst stoppt das Boot ein spanisches Passagierschiff. Das Passagierschiff entgeht nur durch Zufall knapp einer Torpedierung. Später trifft UA auf ein weiteres deutsches U-Boot. Das andere U-Boot gerät auf eine Mine und wird kurz darauf von einem englischen Flugzeug versenkt. Von diesem Boot stammen die Verwundeten, die Hinrich versorgen muss. Die Entdeckung der beiden Boote kurz vor der Küste wird im Roman zum Anlass für den konzentrierten großen Fliegerangriff auf die Bunkeranlagen. Dieser Angriff wird im Film in sehr starker Form gezeigt. Die Überlegenheit der Engländer im Luftraum, die Zufälligkeit des Getroffenwerdens oder Überlebens, die Aussichtslosigkeit des gesamten „Unternehmens“, die sich abzeichnet, und die Katastrophe des Krieges werden im Roman und im Film jedoch gleichermaßen deutlich, symbolisiert in der Figur des Alten, der am Ende der langen Feindfahrt an der zerbombten Anlegestelle vor dem Wrack des eigenen Bootes zusammensinkt.

Personen

Im Film ist „der Alte“ die tragende Figur und wird nie beim Namen genannt. Aus Buchheims Überlieferungen ist aber bekannt, dass, wenn Buchheim auf U 96 gefahren ist, immer Heinrich Lehmann-Willenbrock der Kommandant war. Dies ist insofern wichtig, als „der Alte“ am Ende des Filmes stirbt, im Buch das Schicksal „des Alten“ aber offengelassen wird. Da er in der Romanfortsetzung am Leben ist, geht man davon aus, dass er nicht beim Bombenangriff gestorben ist. Heinrich Lehmann-Willenbrock hat den Krieg überlebt und starb im Jahr 1986. Er war sogar einmal bei den Dreharbeiten zu „Das Boot“ anwesend.

Mit seinen dreißig Jahren ist „der Alte“ einer der ältesten von der Besatzung. Der Altersunterschied zwischen dem dreißigjährigen Kommandanten und den achtzehn- bis knapp über zwanzigjährigen Besatzungsmitgliedern wird sowohl im Buch als auch im Film thematisiert. Die Schauspieler im Film wirken (sind) jedoch teilweise älter als zwanzig oder dreißig Jahre.

Der Film zeigt eine ausführliche Szene zwischen August Johann dem „Gespenst“ und dem „Alten“, in der sich Johann dafür entschuldigt, dass er während der Wasserbombenverfolgung seine Gefechtsstation regelwidrig verlassen hat. In dem Dialog dieser Szene wird das Kriegsgericht thematisiert, das für dieses militärische Vergehen angerufen werden kann. Im Buch wird lediglich erwähnt, dass sich der Betreffende entschuldigt habe. Als betreffende Person tritt im Buch nicht Johann, sondern der Dieselobermaschinist Karl Franz auf. Die Figur Johann gibt es im Buch auch; der Film fasst hier zusammen.

Der I. WO wird als überkorrekt und besonders linientreu dargestellt. Dies geschieht auf unterschiedliche Weisen. Der Film hebt die Linientreue des I. WO innerhalb kleiner Szenen außerhalb der Gefechte stark hervor. Der I. WO ist darin beispielsweise im Hintergrund zu sehen, wie er Fähnrichsunterricht erteilt und dabei Parolen über soldatischen Anstand von sich gibt. Im Roman begeht der I. WO darüber hinaus einen folgenschweren Fehler. Im Gegensatz zu seiner sonstigen Korrektheit versäumt er es, das Schiffsregister mitsamt seinen Nachträgen nach dem gestoppten Passagierschiff (s. o.) zu durchsuchen. Er klassifiziert das im Nachtrag aufgeführte Schiff fälschlich als nicht gemeldet. Dies und die überlang fällige Reaktion der fremden Mannschaft führt dazu, dass der Alte das Passagierschiff für ein verdecktes amerikanisches Schiff hält, von dem aus im Geheimen andere Kriegsschiffe zur Hilfe gerufen werden. Er lässt es torpedieren, der Torpedo ist jedoch defekt und es geschieht nichts. Gerade noch rechtzeitig vor weiteren Torpedoschüssen stellt sich heraus, dass es sich um ein spanisches und somit neutrales Schiff auf dem Weg nach Buenos Aires handelt. Der Alte war dabei, ein Kriegsverbrechen zu begehen, das nur durch den Zufall des nicht funktionierenden Torpedos verhindert wurde.

Mediale und sprachliche Aspekte

Im Allgemeinen sind viele Dialoge im Buch anders als im Film. Des Weiteren sind in den filmischen Dialogen mehrere Charaktere des Romans zu einzelnen Rollen im Film zusammengefasst. Das kann mit der Zeitknappheit erklärt werden, die dadurch entsteht, dass der Film etwa vierzig Tage auf wenige Stunden zusammenfasst. Inhaltliche, das Thema des Romans und den Verlauf der Handlung bestimmende Dialoge sind jedoch teilweise wörtlich im Film vorhanden.

Anderes wurde dagegen „kinoreifer“ ausgeschmückt, also durch das Medium Film wirkungsvoller dargestellt. Dies betrifft insbesondere die Wasserbombenverfolgungen. Die Gleichzeitigkeit von Ereignissen und Sinneseindrücken wie Erschütterungen, Ausfall der Beleuchtung, Funkenschlag, Wassereinbrüche, Lärm der Bomben, Entsetzensschreie und Brüllen der Befehle wird im Film deutlicher spürbar und erfahrbar als in der sequentiellen Sprache.

Als hauptsächlicher Unterschied ist festzuhalten, dass der Roman aus der Perspektive des Ich-Erzählers geschrieben ist. Die Perspektive bleibt immer persönlich und gefühlsbetont und an dem jeweiligen Ort verhaftet, an dem sich der Erzähler (Leutnant Werner) befindet. Die filmische Perspektive wird durch die Kameraführung bestimmt. Die Darstellung von Gefühlen wird über die Mimik der Schauspieler erreicht. Hervorzuheben ist dabei im Film die Figur des LI, dem die mühsam unterdrückte Panik anzusehen ist. Die filmische Perspektive kann außerdem schnell zwischen verschiedenen Orten wechseln. Der Unterschied zwischen den beiden Perspektiven zeigt sich beispielsweise deutlich in der Gibraltar-Episode. Im Roman erlebt der Leser den Untergang und das Festsitzen am Meeresgrund aus der Perspektive des Leutnants Werner, der sich meist im mittleren Teil des U-Boots aufhält und seine unterdrückte Panik, seine Hoffnungen und seine Versuche schildert, seine Gedanken in der ungewissen Situation zu kontrollieren. Die Ereignisse in den Maschinenräumen erreichen als entfernte Meldungen langsam sein Bewusstsein. In der filmischen Perspektive dagegen wird der Zuschauer direkt an die Schadensstellen geführt und sieht das Aufplatzen von Rohrverbindungen, das Eindringen von Wasser und die verzweifelten Versuche, das Wasser zu stoppen.

Die Sprache des Buches ermöglicht andererseits sehr viel reichere Darstellungen der unterschiedlichen Umgebungen innerhalb und außerhalb des Bootes. Im Film sind Rohre, Leitungen, Ventile und Manometer ausschnittsweise und im Hintergrund zu sehen; im Buch werden diese (und mit ihnen das gesamte Boot als Einheit) ausführlich erklärt. In der Sprache des Buches wird der Unterschied zwischen den Umgebungen, zwischen der Enge und den hygienischen Problemen des wochenlangen Aufenthalts im Boot und der Weite des Meeres noch deutlicher hervorgehoben. Dies gilt insbesondere für die ausführlichen Darstellungen des Bootskörpers im Meer in verschiedenen Wetterlagen und zu verschiedenen Tageszeiten. Die Schilderung der Farben und der Bewegungen des Himmels und des Wassers, der Sonnenauf- und Untergänge, der Morgen- und Abenddämmerung (vor allem in den Kapiteln „Gammel 1“ und „Gammel 2“) lassen die besonderen Fähigkeiten Buchheims erkennen. Buchheim war Maler und Zeichner und beobachtete seine Umwelt entsprechend.

Nicht zuletzt thematisiert Buchheim in seinem Roman ausführlich die fehlende Intimsphäre und die erzwungene sexuelle Abstinenz der jungen Männer. Sie reden auf derbe Weise über ihre sexuellen Phantasien. Derartige sexualisierte Dialoge sind über den gesamten Roman verstreut, und es wird deutlich, dass diese Dialoge auch der Verdrängung des Gefühls der Verlassenheit und der Bedrohung dienen.

Auszeichnungen

Das Boot wurde bei der Oscarverleihung 1983 insgesamt für sechs Oscars nominiert. Nominiert waren für Das Boot:

weitere Auszeichnungen:

Nominierungen (Auswahl):

Besondere Filminformationen

  • Die Produktion des Filmes Das Boot, die Fünf-Stunden-Fassung, kostete die Bavaria Film damals 32 Millionen DM (etwa 16 Millionen Euro). Der WDR und der SDR übernahmen hiervon Kosten in Höhe von zehn Millionen DM. Dies ist auch der Anlass dafür gewesen, dass die Fernsehfassung, zu denen die Rundfunkanstalten die Abspielrechte erhielten, entstanden ist.
  • Gedreht wurde an vielen Standorten. Einige Szenen wurden in La Rochelle an der französischen Atlantikküste gedreht. Hierzu zählen die Aus- und Einlaufszenen. Außerdem wurde auf dem Bodensee gedreht (Außenszenen), in der Nordsee (Sturmszenen) und natürlich in den Studios der Bavaria Film in München (alle Innenaufnahmen und Unterwasseraufnahmen). Das Innere von U 96 wurde hierfür von der Bavaria Film detailgetreu nachgebaut und ist 55 Meter lang. Ein Original dieses U-Boot-Typs wäre zwar 67 Meter lang, die Differenz ist jedoch damit zu erklären, dass die beiden nicht begehbaren Endspitzen fehlen und somit keine Relevanz für die Dreharbeiten haben. Die 55 Meter lange Innenkulisse ist in der Bavaria Filmstadt ausgestellt und für Besucher begehbar.
  • Für den Film wurde in München ein Modell des U-Boots im Maßstab 1:1 nachgebaut. Dieses Modell wurde in drei Einzelteile zerlegt und nach La Rochelle transportiert, um es dort wieder zusammenzufügen. Diese Kulisse verfügte bis zu den Sturmszenen über einen Antrieb und wurde von einer Person gesteuert, hatte aber keine sonstige Inneneinrichtung. Während der Dreharbeiten zum Sturm ist das Boot auseinandergebrochen und anschließend im Hafen von La Rochelle gesunken. Dieser Vorfall hätte fast zum Ende der Produktion geführt. Das Boot wurde dann aus einzelnen, wiedergefundenen Teilen und aus Holz wieder zusammengebaut, aber ohne Antrieb. Für weitere Aufnahmen mit diesem Boot wurde es dann gezogen. Außerdem existierten ein ferngesteuertes, tauchbares 11-Meter-Modell für Außenszenen, ein 5,50-Meter-Modell für Unterwasseraufnahmen im Bavaria-Bassin und noch weitere verschiedene Schiffsmodelle von ein bis drei Meter Länge.
  • Das einzig existierende Original dieses U-Boot-Typs VIIC U 995 steht im Ostseebad Laboe bei Kiel.
  • Steven Spielberg lieh sich 1980 das 1:1 Modell für eine U-Boot-Sequenz in seinem Film Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes von der Bavaria Film aus.
  • Die Schauspieler bekamen von Petersen besondere Auflagen: Sie durften im Sommer nicht mehr in die Sonne, um Sonnenbräune zu verhindern, und zehn Tage vor Drehbeginn der späten Szenen durften sie sich nicht mehr rasieren. Bei der Marine, vor allem bei den U-Bootfahrern, war es üblich, sich während einer Feindfahrt nicht zu rasieren, um Trinkwasser zu sparen.
  • Ursprünglich sollte der Roman schon Mitte der 70er Jahre von einer amerikanischen TV-Produktionsfirma verfilmt werden. Doch Petersen und Buchheim weigerten sich, da die US-Version zu (amerikanisch-)„patriotisch“ geraten sollte und vor allem deutlich mehr auf Action gesetzt wurde.
  • Die Dreharbeiten dauerten über ein Jahr. Dabei ging man fast immer chronologisch vor, bis auf die Szenen, die in La Rochelle spielen (dazu gehört auch die Szene in der Bar). Diese wurden ganz am Ende der Dreharbeiten verfilmt. Die Szenen im Inneren des U-Boot-Bunkers wurden im Gegensatz zur restlichen Hafeneinrichtung an Originalschauplätzen in La Rochelle gedreht.
  • In der Sturmszene im Beobachtungsturm wurde Jan Fedder von einer Welle getroffen und brach sich einige Rippen; seine Rolle wurde daraufhin gekürzt.
  • In mehreren Szenen ist eine ENIGMA-Schlüsselmaschine zu sehen, die zur Entschlüsselung empfangener Funksprüche benutzt wird. Beim ersten Auftritt der ENIGMA (in der 282-Minuten-Langversion des Films nach 53 Min.) sieht der Kriegsberichterstatter Leutnant Werner dem II WO (zweiter Wachoffizier) über die Schulter, während dieser einen Funkspruch mithilfe einer ENIGMA-M4 entschlüsselt. Dabei erläutert die Stimme von Herbert Grönemeyer für die Zuschauer: „Erst durch die Schlüsselmaschine ergibt sich aus wirren Buchstabenfolgen ganz langsam ein Sinn.“ Historisch nicht ganz korrekt an dieser Szene ist die Verwendung einer M4, da sie erst am 1. Februar 1942 in Dienst gestellt wurde, während das Boot in Roman und Film seine Feindfahrt im Herbst und frühen Winter des Jahres 1941 durchführt. Somit hätte korrekterweise eine M3 gezeigt werden müssen.
  • Die Endszene (Bombenangriff im Hafen) wurde in einem Take, das heißt in einem Rutsch gedreht. Das lag vor allem an den immensen Kosten. Bei den beiden Flugzeugen, die man sieht, handelt es sich um französische Maschinen, die extra für den Film umgebaut wurden. In einer anderen Szene sieht man eine Bomberstaffel am Himmel, deren Flugzeuge zum Angriff ausschwärmen. Hierbei handelt es sich um eine zeitgenössische Originalaufnahme, die in den Film hineingeschnitten wurde.
  • Im englischen Sprachraum wurde der Film unter dem deutschen Originaltitel gezeigt, welcher dort zur Aussprache [bu:t] (wie englisch boot, Stiefel) verleitet. So ist der parodistische Titel der Simpsons-Folge „Das Bus“ zu verstehen.
  • Bernd Eichinger gewann im Zuge einer Wette einen Porsche 911 von Wolfgang Petersen, da Eichinger die Zuschauerzahl von „Das Boot“ besser und höher einschätzte als Petersen.
  • Aus Anlass des 25. Jahrestags der Uraufführung der Kino-Version zeigte das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt am Main vom 19. September 2006 bis zum 7. Januar 2007 die Ausstellung DAS BOOT Revisited.[1]
  • Aus dem gleichen Grund (25. Geburtstag) wurde der Film im Jahr 2007 mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Herbert Grönemeyer, der Darsteller des Leutnant Werner und der im Jahre 2000 verstorbene Klaus Wennemann, der die Rolle des Leitenden Ingenieurs (LI) verkörperte, nahmen an der Verleihung nicht teil. Es war das erste Zusammentreffen der gesamten Crew nach Ende der Dreharbeiten.
  • Der Film Das Boot zählt mit 5,8 Millionen Besuchern in Deutschland zu den zehn erfolgreichsten deutschen Filmen. In den USA liegt der Film mit einem Einspielergebnis von 11.487.676 US-Dollar hinter Die unendliche Geschichte an zweiter Stelle aller deutschen Filme. Siehe auch: Liste der erfolgreichsten Filme.
  • Zur Entstehungsgeschichte des Films fand vom 16. November 2007 bis zum 24. Februar 2008 im Haus der Geschichte in Bonn die Ausstellung Das Boot. Geschichte · Mythos · Film statt.

Kritiken

„[…] Leider gelingt es dem Film selten, wirkliche Anteilnahme am Schicksal der Männer zu wecken. Ein Ausstattungsfilm mit einem bemerkenswerten Team und herausragenden Einzelleistungen, darunter Jost Vacanos Kamera und Klaus Doldingers Musik.“

Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz[2]

„[…] Aufwendig und perfekt inszenierter Kriegsfilm. Der schon in der dreiteiligen Fernsehfassung fragwürdige Versuch, dem authentischen Stoff eine Antikriegstendenz abzugewinnen, scheitert in der gekürzten Kinofassung allerdings völlig. Hier bleiben von dem – schauspielerisch glänzend interpretierten – Drama nur die martialischen Knalleffekte übrig und verkehren das Anti-Heldentum der Vorlage ins Gegenteil. Der hohe produktionstechnische Standard bescherte dem Film dennoch einen großen Erfolg.“

Lexikon des internationalen Films[3]

Literatur

Siehe auch

 Wikiquote: Das Boot – Zitate

Einzelnachweise

  1. Deutsches Filmmuseum – Frankfurt am Main
  2. Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 102. Wertung: 2½ Sterne = überdurchschnittlich.
  3. Hrsg. v. Katholischen Institut für Medieninformation (KIM) und der Katholischen Filmkommission für Deutschland, Rohwolt, Hamburg 1995, ISBN 3-499-16357-8, S. 660.
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