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KINOLEXIKON  

 Bernd Eichinger

Bernd Eichinger (2008)

Bernd Eichinger (* 11. April 1949 in Neuburg an der Donau) ist ein deutscher Filmproduzent, Drehbuchautor und Regisseur.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Eichingers Karriere als Filmemacher begann 1970 mit seinem Bewerbungsfilm Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf nichts Anderes für die Münchner Hochschule für Fernsehen und Film. Eichingers Bewerbung war erfolgreich, und er verbrachte die nächsten drei Jahre an der Filmhochschule, wo er Regie zu verschiedenen Kurzfilmen führte (z.B. Canossa) sowie in unterschiedlichen Funktionen an den Filmen seiner Kommilitonen (darunter auch die des Regisseurs Uli Edel) mitwirkte. Noch während seines Studiums arbeitete er als Aufnahmeleiter in den Bavaria Studios (z.B. bei Ihre Scheidung, seine Scheidung mit Elizabeth Taylor und Richard Burton) und war als Drehbuchautor für den Regisseur Hans W. Geissendörfer tätig (u.a. Periham – die zweite Chance, Die Eltern).

1974 gründete Eichinger seine eigene Filmproduktionsgesellschaft Solaris und produzierte hauptsächlich Autorenfilme, die man zum Neuen Deutschen Film zählt – u. a. auch Falsche Bewegung von Wim Wenders, Stunde Null von Edgar Reitz, Hitler – ein Film aus Deutschland von Hans-Jürgen Syberberg, Lieb Vaterland, magst ruhig sein von Roland Klick sowie Der starke Ferdinand von Alexander Kluge.

1979 erwarb Eichinger 25% der angeschlagenen Verleihfirma Constantin Film und wurde zum geschäftsführenden Gesellschafter der Neue Constantin Film GmbH. Seine erste Produktion für die Neue Constantin Film GmbH war Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo. Der Film, zu dem sein ehemaliger Kommilitone Uli Edel Regie führte und zu der ein weiterer Kommilitone Herman Weigel das Drehbuch schrieb, wurde 1981 zu einem der international erfolgreichsten deutschsprachigen Filme der Nachkriegszeit.

In den darauffolgenden zwei Jahrzehnten war Eichinger für den Filmeinkauf und das Verleihgeschäft der Neue Constantin Film GmbH zuständig und gestaltete dabei die Kampagnen zu Filmen wie Wolfgang Petersens Das Boot, Alan Parkers Pink Floyd The Wall Franc Roddams Quadrophenia, John Carpenters Die Klapperschlange und John MiliusConan der Barbar. Gleichzeitig produzierte Eichinger internationale Großproduktionen wie Die unendliche Geschichte mit Wolfgang Petersen als Regisseur, Der Name der Rose mit Regisseur Jean-Jacques Annaud und Sean Connery in der Hauptrolle, Letzte Ausfahrt Brooklyn wieder mit Uli Edel nach dem Roman von Hubert Selby Jr., Das Geisterhaus mit Regisseur Bille August und Meryl Streep, Glenn Close, Jeremy Irons und Winona Ryder in den Hauptrollen sowie die Resident Evil- Trilogie mit Milla Jovovich in der Hauptrolle. Noch in den 80er Jahren hatte Eichinger die Filmrechte zu den Marvel Comics The Fantastic Four erworben und war mehr als 15 Jahre später als Produzent bei der Verfilmung von Fantastic Four und Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer für 20th Century Fox tätig.

Neben internationalen Projekten produzierte Eichinger auch populäre deutsche Komödien, wie z. B. Manta, Manta mit Til Schweiger in seiner ersten Hauptrolle in einem Kinofilm, Sönke Wortmanns Der bewegte Mann und Das Superweib, den Zeichentrickfilm Werner – Beinhart! sowie Voll Normaaal und Ballermann 6 mit dem Komiker Tom Gerhardt.

1996 führte Eichinger erstmals selbst Regie in dem TV- Drama Das Mädchen Rosemarie in dem Nina Hoss ihre erste Hauptrolle spielte. In den darauffolgenden Jahren produzierte Eichinger Filme mit den deutschen Regisseuren Doris Dörrie (Bin ich schön? und Nackt), Oskar Roehler (Elementarteilchen) sowie als Co-Produzent bei Caroline Links Nirgendwo in Afrika, der mit dem Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde.

Derzeit ist Eichinger nicht nur als Produzent, sondern verstärkt auch als Drehbuchautor tätig. 2003 schrieb Eichinger das Drehbuch zu Der Untergang, den er 2004 mit Oliver Hirschbiegel als Regisseur produzierte. Der Untergang wurde 2005 für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert. 2006 folgte Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders, zu dem Eichinger gemeinsam mit Andrew Birkin und dem Regisseur des Films Tom Tykwer das Drehbuch schrieb. 2007 schrieb Eichinger das Drehbuch zu Der Baader Meinhof Komplex, das er noch im selben Jahr mit Uli Edel als Regisseur verfilmte. Nach Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo und Letzte Ausfahrt Brooklyn war dies die dritte Zusammenarbeit mit Edel. Der Film kam 2008 in die deutschen Kinos und wurde 2009 für den Oscar, den Golden Globe Award sowie den BAFTA Award in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert. Noch im selben Jahr drehen Eichinger und Edel ihren vierten gemeinsamen Film: Zeiten ändern sich mit und über den deutschen Rap-Star Bushido.

Neben Uli Edel zählt auch Andrew Birkin zu den Filmemachern, mit denen Eichinger immer wieder zusammen arbeitet. Mit Birkin verfilmte Eichinger 1993 Ian McEwans Roman Der Zementgarten, der bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde.

Die Constantin Film ging 1999 an die Börse. Eichinger wurde Vorstandsvorsitzender der Constantin Film AG und war größter Einzelaktionär. Im Januar 2006 verkaufte er seinen Anteil an der Constantin Film AG an die schweizer Firma Highlight Communications. Eichinger ist für die Constantin Film AG weiterhin als Produzent tätig.

Laut Angaben der Filmförderungsanstalt FFA haben allein im deutschsprachigen Raum mehr als 70 Millionen Zuschauer Bernd Eichinger Produktionen im Kino gesehen.

Eichinger ist mit der Autorin Katja Eichinger verheiratet und Vater der TV- Moderatorin Nina Eichinger.


Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen

Literatur von und über Bernd Eichinger im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Bernd Eichinger in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
  • Biographie auf film-zeit.de
  • Einzelnachweise


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