Bernd Eichinger
Bernd Eichinger (* 11. April 1949 in Neuburg an der Donau) ist ein deutscher Filmproduzent, Drehbuchautor und Regisseur.
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Leben
Eichingers Karriere als Filmemacher begann 1970 mit seinem Bewerbungsfilm Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf nichts Anderes für die Münchner Hochschule für Fernsehen und Film. Eichingers Bewerbung war erfolgreich, und er verbrachte die nächsten drei Jahre an der Filmhochschule, wo er Regie zu verschiedenen Kurzfilmen führte (z.B. Canossa) sowie in unterschiedlichen Funktionen an den Filmen seiner Kommilitonen (darunter auch die des Regisseurs Uli Edel) mitwirkte. Noch während seines Studiums arbeitete er als Aufnahmeleiter in den Bavaria Studios (z.B. bei Ihre Scheidung, seine Scheidung mit Elizabeth Taylor und Richard Burton) und war als Drehbuchautor für den Regisseur Hans W. Geissendörfer tätig (u.a. Periham – die zweite Chance, Die Eltern).
1974 gründete Eichinger seine eigene Filmproduktionsgesellschaft Solaris und produzierte hauptsächlich Autorenfilme, die man zum Neuen Deutschen Film zählt – u. a. auch Falsche Bewegung von Wim Wenders, Stunde Null von Edgar Reitz, Hitler – ein Film aus Deutschland von Hans-Jürgen Syberberg, Lieb Vaterland, magst ruhig sein von Roland Klick sowie Der starke Ferdinand von Alexander Kluge.
1979 erwarb Eichinger 25% der angeschlagenen Verleihfirma Constantin Film und wurde zum geschäftsführenden Gesellschafter der Neue Constantin Film GmbH. Seine erste Produktion für die Neue Constantin Film GmbH war Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo. Der Film, zu dem sein ehemaliger Kommilitone Uli Edel Regie führte und zu der ein weiterer Kommilitone Herman Weigel das Drehbuch schrieb, wurde 1981 zu einem der international erfolgreichsten deutschsprachigen Filme der Nachkriegszeit.
In den darauffolgenden zwei Jahrzehnten war Eichinger für den Filmeinkauf und das Verleihgeschäft der Neue Constantin Film GmbH zuständig und gestaltete dabei die Kampagnen zu Filmen wie Wolfgang Petersens Das Boot, Alan Parkers Pink Floyd The Wall Franc Roddams Quadrophenia, John Carpenters Die Klapperschlange und John Milius‘ Conan der Barbar. Gleichzeitig produzierte Eichinger internationale Großproduktionen wie Die unendliche Geschichte mit Wolfgang Petersen als Regisseur, Der Name der Rose mit Regisseur Jean-Jacques Annaud und Sean Connery in der Hauptrolle, Letzte Ausfahrt Brooklyn wieder mit Uli Edel nach dem Roman von Hubert Selby Jr., Das Geisterhaus mit Regisseur Bille August und Meryl Streep, Glenn Close, Jeremy Irons und Winona Ryder in den Hauptrollen sowie die Resident Evil- Trilogie mit Milla Jovovich in der Hauptrolle. Noch in den 80er Jahren hatte Eichinger die Filmrechte zu den Marvel Comics The Fantastic Four erworben und war mehr als 15 Jahre später als Produzent bei der Verfilmung von Fantastic Four und Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer für 20th Century Fox tätig.
Neben internationalen Projekten produzierte Eichinger auch populäre deutsche Komödien, wie z. B. Manta, Manta mit Til Schweiger in seiner ersten Hauptrolle in einem Kinofilm, Sönke Wortmanns Der bewegte Mann und Das Superweib, den Zeichentrickfilm Werner – Beinhart! sowie Voll Normaaal und Ballermann 6 mit dem Komiker Tom Gerhardt.
1996 führte Eichinger erstmals selbst Regie in dem TV- Drama Das Mädchen Rosemarie in dem Nina Hoss ihre erste Hauptrolle spielte. In den darauffolgenden Jahren produzierte Eichinger Filme mit den deutschen Regisseuren Doris Dörrie (Bin ich schön? und Nackt), Oskar Roehler (Elementarteilchen) sowie als Co-Produzent bei Caroline Links Nirgendwo in Afrika, der mit dem Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde.
Derzeit ist Eichinger nicht nur als Produzent, sondern verstärkt auch als Drehbuchautor tätig. 2003 schrieb Eichinger das Drehbuch zu Der Untergang, den er 2004 mit Oliver Hirschbiegel als Regisseur produzierte. Der Untergang wurde 2005 für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert. 2006 folgte Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders, zu dem Eichinger gemeinsam mit Andrew Birkin und dem Regisseur des Films Tom Tykwer das Drehbuch schrieb. 2007 schrieb Eichinger das Drehbuch zu Der Baader Meinhof Komplex, das er noch im selben Jahr mit Uli Edel als Regisseur verfilmte. Nach Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo und Letzte Ausfahrt Brooklyn war dies die dritte Zusammenarbeit mit Edel. Der Film kam 2008 in die deutschen Kinos und wurde 2009 für den Oscar, den Golden Globe Award sowie den BAFTA Award in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert. Noch im selben Jahr drehen Eichinger und Edel ihren vierten gemeinsamen Film: Zeiten ändern sich mit und über den deutschen Rap-Star Bushido.
Neben Uli Edel zählt auch Andrew Birkin zu den Filmemachern, mit denen Eichinger immer wieder zusammen arbeitet. Mit Birkin verfilmte Eichinger 1993 Ian McEwans Roman Der Zementgarten, der bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde.
Die Constantin Film ging 1999 an die Börse. Eichinger wurde Vorstandsvorsitzender der Constantin Film AG und war größter Einzelaktionär. Im Januar 2006 verkaufte er seinen Anteil an der Constantin Film AG an die schweizer Firma Highlight Communications. Eichinger ist für die Constantin Film AG weiterhin als Produzent tätig.
Laut Angaben der Filmförderungsanstalt FFA haben allein im deutschsprachigen Raum mehr als 70 Millionen Zuschauer Bernd Eichinger Produktionen im Kino gesehen.
Eichinger ist mit der Autorin Katja Eichinger verheiratet und Vater der TV- Moderatorin Nina Eichinger.
Filmografie (Auswahl)
- 2010: Zeiten ändern sich (Drehbuch und Produzent)
- 2008: Der Baader Meinhof Komplex (Drehbuch und Produzent)
- 2007: Resident Evil: Extinction (Executive Producer)
- 2007: Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer (Produzent)
- 2006: Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders (Drehbuch Co- Autor und Produzent)
- 2006: Elementarteilchen (Produzent)
- 2005: Fantastic Four (Produzent)
- 2004: Der Untergang (Drehbuch und Produzent)
- 2004: Resident Evil: Apocalypse (Executive Producer)
- 2002: Nackt (Produzent)
- 2002: Resident Evil (Produzent)
- 2001: Nirgendwo in Afrika (Co- Produzent)
- 2001: Die Nebel von Avalon/TV (Produzent)
- 2001: Der Schuh des Manitu (Co- Produzent)
- 2001: Der Fall Vera Brühne/TV (Produzent)
- 1999: Der große Bagarozy (Drehbuch, Regie und Produzent)
- 1998: Bin ich schön? (Produzent)
- 1998: Der Campus (Produzent)
- 1998: Opernball/TV (Produzent)
- 1997: Fräulein Smillas Gespür für Schnee (Produzent)
- 1997: Ballermann 6 (Produzent)
- 1996: Das Mädchen Rosemarie/TV (Drehbuch, Regie und Produzent)
- 1996: Das Superweib (Produzent)
- 1994: Der bewegte Mann (Produzent)
- 1993: Das Geisterhaus (Produzent)
- 1993: Der Zementgarten (Executive Producer)
- 1992: Salz auf unserer Haut (Produzent)
- 1990: Werner – Beinhart! (Produzent)
- 1989: Letzte Ausfahrt Brooklyn (Produzent)
- 1988: Ich und Er (Produzent)
- 1986: Der Name der Rose (Produzent)
- 1984: Die unendliche Geschichte (Produzent)
- 1981: Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (Produzent)
- 1979: Geschichten aus dem Wienerwald (Solaris Filmproduktion)
- 1978: Die gläserne Zelle (Solaris Filmproduktion)
- 1978: Taugenichts (Solaris Filmproduktion)
- 1977: Die Konsequenz (Solaris Filmproduktion)
- 1977: Hitler – Ein Film aus Deutschland (Solaris Filmproduktion)
- 1977: Stunde Null (Solaris Filmproduktion)
- 1976: Der Starke Ferdinand (Solaris Filmproduktion)
- 1979: Falsche Bewegung (Solaris Filmproduktion)
Auszeichnungen
- 2008/2009: Bayerischer Filmpreis, Oscar-Nominierung, Golden Globe Award-Nominierung, BAFTA Award-Nominierung für Der Baader-Meinhof-Komplex
- 2007: Medaille in Gold München leuchtet
- 2006/2007: Bambi, Jupiter, Deutscher Filmpreis für Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
- 2006: Bayerischer Verdienstorden
- 2004/2005: Bayerischer Filmpreis, Bambi, Jupiter, Silberner Astor, Oscar-Nominierung für Der Untergang
- 2003: Deutscher Filmpreis für Nackt
- 2003: Bundesverdienstkreuz
- 2002/2003: Bayerischer Filmpreis, Deutscher Filmpreis, Oscar für Nirgendwo in Afrika (Co-Produzent)
- 2001/2002: Bayerischer Filmpreis, Deutscher Comedypreis, Deutscher Filmpreis für Der Schuh des Manitu (Co-Produzent)
- 1999: Golden Nymph für Opernball
- 1997: Jupiter für Das Mädchen Rosemarie
- 1994/1995: Bambi Deutscher Filmpreis für Der bewegte Mann
- 1993/1994: Bayerischer Filmpreis, Deutscher Filmpreis für Das Geisterhaus
- 1989/1990: Bayerischer Filmpreis, Deutscher Filmpreisfür Letzte Ausfahrt Brooklyn
- 1986/1987: Bayerischer Filmpreis, Bambi, Europäischer Filmpreis, Deutscher Filmpreis, César, Jupiter, David di Donatello für Der Name der Rose
- 1984: Bayerischer Filmpreis, Bambi Jupiter für Die unendliche Geschichte
- 1980: Deutscher Filmpreis für Geschichten aus dem Wienerwald
- 1978: Deutscher Filmpreis für Taugenichts
- 1978/1979: Deutscher Filmpreis, Oscar-Nominierung für Die gläserne Zelle
- 1977: Deutscher Filmpreis für Stunde Null
- 1975: Deutscher Filmpreis für Falsche Bewegung
Literatur von und über Bernd Eichinger im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Bernd Eichinger in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database Biographie auf film-zeit.de Einzelnachweise
Filme von Bernd EichingerDie Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf nichts Neues … | Canossa | Ein Weihnachtsmärchen | Das Mädchen Rosemarie (TV) | Der große Bagarozy
Personendaten NAME Eichinger, Bernd KURZBESCHREIBUNG deutscher Filmproduzent und Regisseur GEBURTSDATUM 11. April 1949 GEBURTSORT Neuburg an der Donau
Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf nichts Neues … | Canossa | Ein Weihnachtsmärchen | Das Mädchen Rosemarie (TV) | Der große Bagarozy
