Agens Linguistik
Das Agens (von lateinisch agere „handeln“) bezeichnet in der Linguistik die semantische Rolle desjenigen Aktanten eines Satzes, der aktiv handelt. Ein Agens hat Kontrolle über die vom Verb des Satzes ausgedrückte Handlung. Der Gegensatz zum Agens ist damit das Patiens.
Somit ist das Agens eine semantische Rolle, aber keine syntaktische Funktion, weshalb auch zwischen Agens und Subjekt klar unterschieden werden muss. In sogenannten Akkusativsprachen (wie z. B. dem Deutschen) ist der Nominativ derjenige Kasus, der in Aktiv-Sätzen typischerweise diese Rolle kodiert und somit auch das Subjekt kennzeichnet. Jedoch können nicht alle Subjekte als Agens eingestuft werden (vor allem nicht in Passiv-Sätzen; siehe die Beispiele unten).
Beispiele
- Der Professor quält den Studenten. (Aktiv)
- Der Student wurde gequält. (Passiv)
Im ersten Beispiel ist der Professor Agens (und gleichzeitig Subjekt). Im zweiten Beispiel hingegen ist der Student zwar das Subjekt, aber nicht Agens. Da der Student in beiden Fällen nicht aktiv handelt, sondern etwas erleidet, besetzt er die semantische Rolle Patiens.
Literatur
- Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. 3. Aufl. Kröner, Stuttgart 2002.
