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 Yen

Dieser Artikel behandelt die japanische Währung. Für andere Bedeutungen siehe Yen (Begriffsklärung)
Yen
Land:Japan
Unterteilung:100 Sen, 1000 Rin (historisch)
ISO-4217-Code:JPY
Abkürzung:¥ (international), (Japan)
Wechselkurs:
(25. September 2009)
1 EUR = 132,59 JPY
100 JPY = 0,7542 EUR

Der Yen (jap. en, wörtlich runder Gegenstand) ist seit 1871 die Währung Japans. Er ist neben dem US-Dollar und dem Euro in vielen Ländern Teil der eigenen Geldreserve zur Währungsstabilisation.

Das Währungssymbol in der lateinischen Schrift ist ¥, in der japanischen Schreibweise wird es mit dem Kanji dargestellt. Der ISO-4217-Währungscode lautet JPY (Codenummer 392).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Yen wurde 1871 von der Meiji-Regierung als Währung nach europäischem Vorbild eingeführt. Er löste das komplizierte Währungssystem der Edo-Zeit ab.

Wechselkurs zum US-Dollar seit 1950

Die Neue Währungsverordnung von 1871 machte die Verwendung des Dezimalsystems zur Bedingung und unterteilte den Yen (historische Schreibweise ) in 100 Sen () und 1000 Rin (). Die Münzen wurden nach westlichem Vorbild in runder Form geprägt. Der Wert eines Yen wurde gesetzlich mit dem Wert von 26,956 Gramm (0,8667 Feinunzen) Silber festgelegt, diese Festlegung ist auch heute noch gültig. Die Verordnung schrieb auch vor, dass der Yen durch Goldreserven gedeckt war. Der im Rahmen des Goldstandards festgelegte Wechselkurs[1] gegenüber der Mark betrug 1912[2] 0,227 ¥/Mark und 1932[3] 2,09 RM.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Yen fest an den US-Dollar gekoppelt, mit einem Kurs von 360 Yen für einen US-Dollar. Die Sen- und Rin-Münzen wurden 1954 aus dem Umlauf genommen und sind heute nur noch von rechnerischer Bedeutung.

Seit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems 1973 wird der Wert des Yen vom freien Währungsmarkt bestimmt.

Herkunft des Namens

¥

Der Yen wurde ursprünglich genauso geschrieben wie sein chinesisches Pendant, der Yuan (chin. , Yuán). Die moderne japanische Schreibung benutzt ein anderes Zeichen () als das eher informelle chinesische Zeichen oder das formellere  / . Die Darstellung im lateinischen Alphabet (¥) ist jedoch bei beiden Währungen gleich (allerdings tendiert die VR China zur Schreibweise mit nur einem Querstrich). Das Zeichen erhält man unter Windows durch die Eingabe ALT + 0165.

Die korrekte japanische Aussprache des Währungszeichens lautet eigentlich „en“, die Lautkombination „ye“ kommt in modernen japanischen Wörtern gar nicht mehr vor. Die internationale Schreibweise und die Aussprache mit „Y“ am Wortanfang beruht auf der historischen Kana-Schreibung (ヱン yen statt heute エン en). Diese lateinische Transkription hält sich bis heute.

Internationale Bedeutung

Der Yen ist aufgrund seines Transaktionsvolumens und seiner Wertentwicklung heute eine der wichtigsten internationalen Währungen. Geldpolitische Entscheidungen der Bank of Japan haben damit eine große internationale Bedeutung. Gebräuchlich ist der Yen insbesondere als Reservewährung in Asien.

Stückelung

Im ostasiatischen Raum werden große Zahlen ab 1.000 nicht in 1.000er-, sondern in 10.000er-Schritten gezählt. In Japan gibt es daher für die Zahl 10.000 ein eigenes Symbol ( man). Auch größere Yen-Beträge werden in 10.000er-Schritten angegeben, z. B. 50万円 (gojū-man en) für 500.000 Yen (eigtl. „fünfzig 10.000 Yen“).

Dafür existiert im Japanischen kein Gegenstück zum Begriff „Million“, das nächste eigene Zahlwort gibt es erst wieder für „100 Millionen“ ( oku).

Banknoten

Japanische Banknoten
(Vorder- und Rückseite)

Gegenwärtig sind Banknoten mit den Wertstufen 1.000, 2.000, 5.000 und 10.000 Yen in Umlauf.

Am 1. November 2004 begann die Bank of Japan mit der Einführung neuer, fälschungssicherer Banknoten und ersetzte die vorherige Serie, die am 1. November 1984 in Umlauf gebracht worden war.

Die neuen Banknoten haben folgende Abmessungen und zeigen auf der Vorderseite folgende Personen:

  • 1.000 Yen: 76 × 150 mm, Noguchi Hideyo
  • 2.000 Yen: 76 × 154 (zum G7-Gipfel in Okinawa am 19. Juli 2000 als neue Wertstufe eingeführt); statt einer Person ist das Shureimon (守礼門) abgebildet, ein im 16. Jahrhundert errichtetes Burgtor in Naha, das zum Kulturerbe der Präfektur Okinawa gehört
  • 5.000 Yen: 76 × 156 mm (gegenüber der früheren Serie um einen Millimeter verlängert), Higuchi Ichiyo
  • 10.000 Yen: 76 × 160 mm, Fukuzawa Yukichi

Die Banknote zu 10.000 Yen blieb als einzige unverändert in den Abmessungen und der dargestellten Person.

Münzen

Vorderseiten der Japanischen Münzen

Derzeit sind Münzen mit den Wertstufen 1, 5, 10, 50, 100 und 500 Yen in Umlauf.

Die 5- und 50-Yen-Münzen weisen ein Mittelloch auf.

Die 500-Yen-Münze ist in zwei Varianten im Umlauf, von denen nur die neue fälschungssicher ist. Manche Automaten akzeptieren nur die neuere Ausgabe. Weltweit hat die 500-Yen-Münze, neben dem schweizerischen 5-Franken-Stück, vermutlich den höchsten Nennwert aller Umlaufmünzen, er beträgt ca. 3,80 Euro.

Zu besonderen Anlässen werden Sondermünzen in Gold und Silber mit verschiedenen Werten geprägt. Obwohl sie gesetzliche Zahlungsmittel sind, werden sie als Sammelobjekte betrachtet und im Alltag nicht verwendet.

Währungssymbole

Literatur

Einzelnachweise

  1. vgl.: Liste der Wechselkurse (Goldstandard)
  2. Otto, Carl; Der Haussekretär; Berlin 1913, S 485, 3. Umschlagseite
  3. Von A-Z: Das Konversationslexikon; Berlin 1932, Sp. 417ff

Chart: Yen in Euro
  • Informationen der Japanischen Zentralbank über aktuelle Yen-Geldscheine (engl.)
  • Historische Yen-Wechselkurse (engl.)
  • Ausführlicher Überblick über Japans Währungsgeschichte (engl.)
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