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KINOLEXIKON  

 Urdu

Urdu (‏اردو‎)

Gesprochen in

Pakistan, Indien
Sprecher58 Millionen Muttersprachler, insgesamt 150-200 Millionen
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache vonPakistan, Indien (Andhra Pradesh, Bihar, Delhi, Gujarat, Jammu und Kashmir und Uttar Pradesh)
Sprachcodes
ISO 639-1:

ur

ISO 639-2:

urd

ISO 639-3:

urd

Urdu (‏اردو‎) ist eine indogermanische Sprache, die im Zeitraum des Sultanats von Delhi und des Mogulreichs auf dem südasiatischen Subkontinent (Pakistan, Indien) entstanden ist. Schwerpunkt der Entwicklung war die Herrschaft Akbars (1556–1605), in dessen riesigen Wanderhöfen und -feldlagern (bis zu 70 km Umfang) sich ein Vielvölkergemisch aus muslimischen Persern (Persisch, in der Mogulzeit 300 Jahre lang Amtssprache in Nordindien), Nordindern (Panjabi, Hindi), Mongolen (Mongolisch), Türken (Türkisch), etc. bewegte, aus deren Sprachen sich das Urdu erst als Mischsprache entwickelte und schließlich zu einer eigenen Sprache formte.

Urdu ist Nationalsprache sowie Amtssprache in Pakistan und einigen indischen Bundesstaaten mit hohem muslimischen Bevölkerungsanteil. Obwohl nur eine Bevölkerungsminderheit von zehn Millionen in Pakistan Urdu als Muttersprache spricht, wächst die Anzahl der Urdu sprechenden Bevölkerung stetig, da es als Verkehrssprache zwischen den einzelnen Regionalsprachen dient. In Indien ist es eine der 22 offiziell anerkannten Nationalsprachen und wird vor allem in den Regionen Andhra Pradesh, Delhi, Uttar Pradesh, Uttarakhand gesprochen. Weltweit ist Urdu die Muttersprache von 58 Millionen Menschen. Mit Zweitsprachlern sprechen 150–200 Millionen Menschen Urdu.

Inhaltsverzeichnis

Verhältnis zwischen Urdu und Hindi

Urdu und Hindi sind historisch nur Soziolekte einer und derselben Sprache, des Hindustani, das sich in Nordindien seit dem 13. Jahrhundert in einem Jahrhunderte dauernden komplexen Prozess aus Elementen einheimischer Prakritsprachen sowie einem persischen, z. T. auch arabischen und tschagataisch-türkischen Superstrat entwickelt hat. Seit dem 19. Jahrhundert setzte ein sekundärer Differenzierungsprozess ein, in dessen Verlauf die von der gesellschaftlichen Elite der Hindubevölkerung gebrauchte Variante Hindi im Weg der systematischen Entlehnung immer häufiger auf Sanskritvokabeln zurückgriff, während die von der muslimischen Bevölkerung gebrauchte Variante, das Urdu, das persisch-arabisch-türkische Element beibehielt bzw. noch weiter ausbaute. In Folge der staatlichen Teilung Britisch-Indiens in Indien und Pakistan setzte sich diese Differenzierung in verstärkter Form fort, so dass Urdu und Hindi aus synchroner Sicht als unabhängige Ausbausprachen anzusehen sind. Dennoch verursachen diese Unterschiede noch heute bei Unterhaltungen des täglichen Lebens keine bedeutsamen Verständigungsprobleme, nicht zuletzt deshalb, weil auch Hindisprecher im Alltagsgebrauch häufig Wörter persischen oder arabischen Ursprungs den aus dem Sanskrit übernommenen Neologismen vorziehen. Traditionell gilt Urdu als die ‘gehobenere’ der beiden Sprachen und wird auch als „Sprache der Dichtkunst“ bezeichnet. (Zu den Unterschieden zwischen Hindi und Urdu siehe Hindustani.)

Sogar der Name Urdu ‏اردو‎ stammt aus dem Türkischen (Ordu) und bedeutet „Kriegstruppe, Heer“; im Deutschen hat sich aus der gleichen türkischen Wurzel das Wort „Horde“ entwickelt. Die meisten Begriffe und Worte jedoch (zu über 80 %) kommen aus dem Arabischen. Urdu wird von nennenswerten Bevölkerungsgruppen gesprochen in:

Vokabular

Urdu hat viele Lehnwörter aus dem Persischen und Arabischen aufgenommen. Im Laufe der Zeit hat Urdu Lehnwörter aus dem Türkischen, Portugiesischen und Englischen aufgenommen.

Alphabet

Urdu verwendet eine Variante des persischen Alphabets, das wiederum eine Variante des arabischen Alphabets ist.

AlphabetNameDeutsches ÄquivalentAussprache in IPATransliteration
nach RAK
اālifa[ə, ɑ]ā
بbeb[b]b
پpep[p]p
تtet (plosiver Dental)[t̪]t
ٹṭeṭ (retroflex)[ʈ]ť
ثsescharfes s[s]
جjīmdsch[dʒ]ǧ
چcetsch[tʃ]č
حbaṛī heh[h]
خxech in Bach[x]
دdāld (plosiver Dental)[d̪]d
ڈḍāld (retroflex)[ɖ]ď
ذzālweiches s[z]
رrer[r]r
ڑaṛeZungen-R[ɽ]ŕ
زzeweiches s[z]z
ژzheweiches sch[ʒ]ž
سsīnscharfes s[s]s
شSchīnsch[ʃ]š
صsuādscharfes s[s]
ضzuādweiches s[z]
طtoet[t]
ظzoeweiches s[z]
ع‘aine[ɑ], [ʔ], [ə], [-]ʿ
غghainZäpfchen-R[ɣ]ġ
فfef[f]f
قqāfk, q[q]q
کkāfk[k]k
گgāfg[g]g
لlāml[l]l
مmīmm[m]m
نnūnn[n]n
ںnūn gunanasal[̃]ŋ
وvā’ow, v, Vokale[v], [u], [ʊ], [o], [ow]w
ہ ,ﮩ ,ﮨchoṭī heh[h], [-] Wortende: [ɑ]h
ھdo cashmī heBehauchung von Konsonanten[ʰ], [ʱ]
ءhamzahStimmabsatz[ʔ], [-]ʾ
یchoṭī yej, Vokale e, i[j], [i], [e], [ɛ]y
ےbaṛī yeVokale e[eː]y

Sprachcodes

SIL: URD

Historisches

Die Entscheidung der pakistanischen Regierung, Urdu als alleinige Amtssprache zu verwenden, führte zu Widerstand im damaligen „Ostpakistan“ (jetzt Bangladesch), wo fast ausschließlich Bengalisch gesprochen wird. Am 21. Februar 1952 kostete eine Anti-Urdu-Demonstration in Dhaka mehrere Menschenleben, weil die Polizei in die Menge feuerte. [1]

Einzelnachweise

  1. www.uebersetzerportal.ch   Nachricht vom 21. Februar 2002

Introductory Urdu (Volume 1)
  • Introductory Urdu (Volume 2)
  • World of Urdu Poetry
  • Deutschsprachige Informationsseite
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