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 Spartacus

Dieser Artikel behandelt die historische Figur des Spartacus; zu weiteren gleichnamigen Bedeutungen des Begriffs siehe Spartacus (Begriffsklärung).
Allegorische Spartacus-Statue von Denis Foyatier aus dem Jahr 1830 beim Pariser Louvre

Spartacus, dt. Spartakus, († 71 v. Chr. in der Römischen Republik der Antike) war ein römischer Sklave und Gladiator. Historische Bedeutung erlangte er als Anführer eines nach ihm benannten Sklavenaufstandes im Römischen Reich der Antike während der späten Römischen Republik.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herkunft

Laut der Quellenlage römischer Geschichtsschreiber stammte Spartacus aus Thrakien, was letztlich aber nur Vermutung bleibt. In der historischen Forschung gibt es über sein frühes Leben kaum gesicherte Erkenntnisse, die bekannten Quellen dazu sind sehr vage. Appian beschreibt ihn als Thraker, der einst gegen die Römer kämpfte, dann aber gefangen genommen und als Gladiator in Capua verkauft wurde. Plutarch schreibt, dass dieser Thraker nicht nur über einen starken Körper, sondern auch über einen starken Geist verfügte, sehr gebildet und intelligent war, und vermutete in diesem Sklaven eine kultivierte Abstammung. Das Problem ist jedoch, dass der Terminus Thraker sowohl ein Volk als auch einen leicht bewaffneten Gladiator (kurzes Schwert, kleiner Schild, außer einem möglichen Helm keine sonstige Rüstung) beschreibt.

Der Aufstand

Spartacus entfloh nach einer Rebellion mit 78 anderen Gladiatoren im Jahr 73 v. Chr. aus der Gladiatorenschule des Gaius Cornelius Lentulus Batiatus in Capua und vermochte zahlreiche weitere Sklaven, vor allem aus den landwirtschaftlichen Großbetrieben, den sogenannten Latifundien, um sich zu sammeln. Zudem erhielt er auch aus den Reihen der verarmten, landlosen Freien nicht unerheblichen Zulauf. Als Anführer der aufständischen Sklaven im dritten Sklavenkrieg (73–71 v. Chr., auch Gladiatorenkrieg oder Spartacus-Aufstand genannt), erzielte er mit seinem (befreiten) Sklavenheer (angeblich bis zu 200.000 Mann) zahlreiche militärische Erfolge gegen die römischen Legionen auf seinem Zug von Süd- nach Oberitalien. Und das, obwohl sich mehrmals einzelne Abteilungen von seinem Heer abspalteten und daraufhin vernichtet wurden. Andere Sklavenführer des Aufstandes waren Crixus und Oenomaus.

Für den größeren Teil seiner Truppen war nun der Weg über die Alpen frei; dennoch wandte sich das Sklavenheer wieder nach Süden, um über Sizilien und später Brundisium per Schiff zu fliehen (die Gründe für diese Änderung sind in der Forschung noch immer umstritten). Beides misslang, da die von Spartacus bezahlten kilikischen Piraten von den Römern bestochen worden waren. Über Brundisium konnte das Sklavenheer nicht mehr entkommen, weil dort bereits der römische Feldherr Lucullus mit seinem Heer gelandet war. In der Biographie zu M.L.Crassus (Parallelbiographien: Nikias – Crassus) schreibt der römische Geschichtsschreiber Plutarch (sinngemäß): … Crassus ließ einen Graben ausheben, von einer Meerenge zur anderen, um das Heer des Spartacus einzuschließen, doch dieser durchbrach ihn, in einer stürmischen Nacht. C. schrieb darauf hin an den Senat, man müsse Pompejus und Lucullus herbeirufen, nur so sei der Krieg zu beenden.

Letzte Schlacht und Tod

Nun wurde Spartacus von drei Seiten eingekreist: Aus dem Osten kam Lucullus, aus dem Westen Crassus und aus dem Norden Pompeius. Der Spartacus-Aufstand endete 71 v. Chr. in der Schlacht am Silarius zwischen Tarentum (heute: Tarent) und Brundisium (heute: Brindisi) mit der vernichtenden Niederlage gegen die Truppen von Crassus. Spartacus und die meisten seiner Krieger fielen in dieser auch auf römischer Seite sehr verlustreichen Schlacht. Angeblich soll Spartacus versucht haben, Crassus zum Zweikampf zu zwingen. Dabei sei er nach heftiger Gegenwehr umgekommen, als er bereits schwer verwundet war und sein Pferd verloren hatte. Nur etwa 6.000 der befreiten Sklaven überlebten den Kampf und ergaben sich. Crassus nahm grausame Rache, indem er alle Gefangenen entlang der Via Appia kreuzigen ließ. Versprengte Reste der Sklaven hielten sich noch etwa zehn Jahre in Süditalien auf, bis auch sie aufgegriffen und getötet wurden.

Seine Rolle in der römischen Geschichte

Karl Marx nannte Spartacus einen „wahren Vertreter des römischen Proletariats“, und auch in anderen Zusammenhängen taucht immer wieder sein Name auf: Als Symbolfigur gegen Unterdrückung und Knechtschaft. Diese für einen antiken Sklaven sehr umfassende Rezeptionsgeschichte erklärt sich aus den Besonderheiten, die den Aufstand des Spartacus von den zahlreichen anderen bewaffneten Sklavenaufständen seiner Zeit (mit manchmal ebenfalls tausenden Beteiligten) unterschied.

Hilfreich sind dafür einige spärliche Hinweise der antiken Autoren: So erwähnt Appian, dass unter Spartacus die Beute der Feldzüge an alle Angehörigen seines Heeres gleichmäßig verteilt wurde; für die damalige Zeit keineswegs selbstverständlich (in der Regel bekam der Feldherr den größten Teil). Auch verbot er seinen Mitkämpfern den Besitz von Gold und Silber. Daraus hat etwa der Althistoriker Mischulin abgeleitet, Spartacus habe so etwas wie einen „Kommunismus der Konsumtion“ angestrebt. Allerdings war sein Ziel nicht die Errichtung einer neuen Gesellschaftsordnung in Italien, sondern die Flucht in die Heimat. So soll er nach Appian zu seinen Leidensgenossen in der Gladiatorenschule (größtenteils Gallier und Thraker) gesagt haben: „Man darf das Leben nicht für Schauspiele einsetzen, sondern für die Freiheit.“ Dieses Vorhaben allein stellte aber die Gesellschaftsordnung Roms schon in Frage. Denn ohne die Arbeit der Sklaven war sie nicht denkbar. Das erklärt auch das harte Vorgehen der Römer nach ihrem Sieg – obwohl Spartacus seinerseits das sinnlose Plündern und Morden in seinem Heer verboten hatte. Ebenso ordnete er an, dass alle Waren, etwa Metalle zur Waffenherstellung, von seinen Kämpfern auch bezahlt wurden; das sollte den Sklaven vermutlich den notwendigen Rückhalt in der ländlichen Bevölkerung sichern.

In der Forschung wird stets auf die hervorragende Organisation des Aufstandes hingewiesen. Darin unterscheidet er sich von vielen Vorläufern. Beispielsweise kümmerte sich Spartacus um die Beschaffung von Waffen und sonstigem Material; um den Nachschub zu gewährleisten, bestand er auf einem fairen Umgang mit der Bevölkerung. Plutarch erwähnt, dass die Frau des Spartacus eine Seherin war, die ihm eine große und zugleich düstere Zukunft prophezeite. Das verwundert nicht, denn an allen bedeutenden Sklavenkriegen der Antike waren Seher maßgeblich beteiligt.

Antike Autoren über Spartacus

Die Quellenlage zu Spartacus selbst ist relativ schwierig, da viele Autoren ihn nur recht knapp in anderen Zusammenhängen erwähnen. Insgesamt haben aber mehr als 30 antike Schriftsteller über ihn geschrieben – für eine antike Persönlichkeit sicher eine beachtliche Zahl. Das illustriert die große Bedeutung, die ihm damals beigemessen wurde.

Von den wichtigsten Autoren ist Sallust einer der bedeutendsten römischen Historiker überhaupt, allerdings sind von ihm nur einzelne Fragmente zum Spartacus-Aufstand erhalten geblieben. Ebenso sind von Florus lediglich Bruchstücke tradiert (von zusammengefassten Liviustexten, die im Original auch nicht mehr vorhanden sind). Plutarch hat in einer seiner Doppelbiographien (über Crassus) von Spartacus berichtet. Appian schrieb über ihn in seiner Römischen Geschichte (1. Buch über die Bürgerkriege).

Die moderne Forschung

Zu Spartacus existiert eine durchaus beachtliche Anzahl an historischen Publikationen. Besonders intensiv hat sich die marxistische Geschichtswissenschaft der Sowjetunion und später der DDR mit ihm beschäftigt. Die Ursache liegt auf der Hand: Spartacus dient als Paradebeispiel des Klassenkämpfers in der Antike. Allerdings wurde ihm eine systemüberwindende Zielsetzung meist abgesprochen (da die objektiven Gegebenheiten, d.h. die Entwicklung der Produktivkräfte, das verhinderten). Eine Ausnahme bildet A.W. Mischulin.

Im Westen fand Spartacus vor allem im Rahmen des von Joseph Vogt initiierten sog. „Mainzer Sklavereiprojekts“ Beachtung. Es gibt aber auch Beiträge aus anderen Ländern, etwa Großbritannien, Frankreich und Italien (Brisson, Guarino, Mitchell u.a.).

Rezeption in der Neuzeit

Die Gestalt des Spartacus war im 18. und 19. Jahrhundert unter anderem Gegenstand von Dramenentwürfen von Lessing und Grillparzer. Aram Chatschaturjan schrieb 1954 ein Ballett über ihn.

In der Form Spartak wurde sein Name in kommunistisch regierten Ländern von zahlreichen Sportvereinen angenommen.

Der 1952 veröffentlichte Roman Spartacus von Howard Fast porträtiert Spartacus als Protokommunisten, der gegen das wohlhabende römische Establishment kämpft, indem er die Sklaven befreit. Dieser Roman wurde 1960 von Stanley Kubrick mit Kirk Douglas in der Titelrolle verfilmt (vgl. Artikel zum Film Spartacus). 2004 entstand unter der Regie von Robert Dornhelm eine Neuverfilmung nach derselben Vorlage für das Fernsehen, mit Goran Visnjic als Spartacus (vgl. Artikel zum Remake des Spartacus-Films).

Howard Fasts Roman wie auch dessen Verfilmungen können nur sehr frei und spekulativ die Gestalt des Spartacus interpretieren, da über die Randdaten hinaus historisch nur wenig über den Freiheitskämpfer gesichert ist. Sie dienen mit Blick auf die gegenwärtige Gesellschaft vor allem einer romantisch gefärbten Glorifizierung von Spartacus. Historisch falsch ist die in Kubricks Film dargestellte Kreuzigung von Spartacus selbst; tatsächlich starb er in der Schlacht. Sehr unwahrscheinlich ist auch die Begegnung mit seinem späteren Widersacher Crassus.

Das 1992 veröffentlichte Konzeptalbum Jeff Wayne’s Musical Version of Spartacus von Jeff Wayne erzählt die Geschichte von Spartacus. Das Album hatte nur mäßigen Erfolg.

Ab Januar 2010 wird der US-amerikanische Fernsehsender Starz die Serie Spartacus: Blood and Sand ausstrahlen, in der die Titelrolle von Andy Whitfield bekleidet wird.

Spartacus als politische Symbolfigur im Deutschland des 20. Jahrhunderts

Während des Ersten Weltkriegs wurde im Deutschen Reich von marxistischen Kriegsgegnern in der SPD unter deren Protagonisten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht die Spartakusgruppe gebildet, aus der im November 1918 der Spartakusbund hervorging. Dieser berief sich in seinem Namen auf den Sklavenanführer als Symbolfigur für die Erhebung der Unterdrückten gegen ihre Ausbeuter. Aus dem Spartakusbund ging am 1. Januar 1919 während der revolutionären Umbrüche in Deutschland zusammen mit anderen linksrevolutionären Gruppierungen die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) hervor.

Der Januaraufstand vom 5. bis 12. Januar 1919, ein von revolutionären Gewerkschaftern, den Revolutionären Obleuten ausgelöster Generalstreik mit bewaffneten Kämpfen gegen konterrevolutionäre Tendenzen der amtierenden Regierung im weiteren Verlauf der Novemberrevolution in Berlin wird manchmal (wie der antike Sklavenaufstand) ebenfalls als Spartakusaufstand bezeichnet, obwohl der Spartakusbund bzw. die neu gegründete KPD dabei zwar eine beteiligte, jedoch keine auslösende oder führende Rolle innehatte.

In den 1970er und 1980er Jahren war der Marxistische Studentenbund Spartakus (MSB Spartakus) eine der DKP nahestehende linkssozialistische Studentenorganisation, die sich in der Tradition des Spartakusbunds sah und sich ebenfalls in ihrem Namen auf den antiken Rebellen berief. Der MSB Spartakus war in vielen Allgemeinen Studentenausschüssen (AStA) deutscher Universitäten vertreten. Ebenfalls bestand in den 1970er Jahren ein DKP-naher Marxistischer Schülerbund Spartakus.

Siehe auch

Literatur

 Commons: Spartacus – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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