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KINOLEXIKON  

 Serben

Dieser Artikel behandelt die südosteuropäische Ethnie. Die Staatsangehörigen Serbiens sind im dortigen Artikel beschrieben.

Die Serben (serbisch: Срби/Srbi, altserbisch: Сьрб) sind eine Ethnie, die in der Republik Serbien 82,9 % der Gesamtbevölkerung stellen. Die Serben sprechen das südslawische Serbisch.

Eine beachtliche Anzahl von Serben lebt heute zudem auch als Diaspora außerhalb von Serbien, hauptsächlich in Westeuropa (konzentriert auf Deutschland, Österreich und der Schweiz), Nordamerika und Ozeanien. Allein im deutschsprachigen Raum leben über eine Million Serben[1]. Viele Serbischstämmige bezeichnen sich unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit als Serben in der Diaspora.

Inhaltsverzeichnis

Ethnonym

Die Herkunft der serbischen Ethnie ist nicht abschließend geklärt.[2] Der Name dürfte nach Heinz Schuster-Šewc auf den indoeuropäischen Wortstamm srb, welcher ursprünglich „Verwandter, Verbündeter“ oder „zum selben Stamm (Sippe) gehörender“ bedeutete, zurückzuführen sein. [3][4] Der Wortstamm srb lässt sich heute in den meisten slawischen Sprachen wiederfinden, so z.B. im polnischen Pasierb/Pasierbica (Halbbruder/Stiefsohn, Halbschwester/Stieftochter), slowenischen Paserbok (ditto), im ukrainischen priserbiti (sich anschließen) usw. In den ersten beiden Fällen muss bedeutet haben, dass sierb/sierbica bzw. serbok in diesen Sprachen einst für Bruder und Schwester, oder Sohn, Tochter, Kind gestanden hat. Einige Slawisten führen den Wortstamm srb auf den gleichen urslawischen bzw. altindoeuropäischen Ursprung wie das russische reb, Rebenok (Kind, Säugling), aus diesem indoeuropäischen Wortursprung solle auch das deutsche erben, Erbe stammen.

Die Geographie des Claudius Ptolemäus bezeichnet mit Σέρβοι (transkr. Serboi), nach Quelle Serber, einen Stamm im asiatischen Sarmatien, der am Unterlauf der Wolga zwischen dem Keraunischen und Hippischen Gebirge neben den Orinaiern und Valern siedelte.[5][6] Hinweise, dass diese Serboi mit den Slawen etwas gemeinsam hatten, gibt es zurzeit keine.

Das Ethnikon Srb, eines der ältesten schriftlich erwähnten als slawisch definierten Ethnika, ist erstmals in der Fredegar-Chronik für das Jahr 630/631 belegt und bezieht sich auf einen elbslawischen Stamm (…etiam et Dervanus dux gente Surbiorum, que ex genere Slavinorum erant et ad regnum Francorum iam olim aspecserant, se ad regnum Samonis cum suis tradidit (…und es hat sich Dervanus, der Fürst der sorbischen Stämme, die slawischer Herkunft sind und von alters her unter fränkischer Herrschaft gestanden haben, mit den Seinen der Herrschaft des Samo anvertraut)). Hieraus schließt Šewc, dass die Serben/Sorben weit früher als schriftlich erwähnt dieses Gebiet besiedelten. Dieser Auffassung spricht auch die Theorie von Jožko Šavli über die Herkunft der fränkischen Fremdbezeichnung Wenden, die sich nach seiner Auffassung aus der Bezeichnung der urtümlich an der Weichsel siedelnden und von den Ostgoten unterworfenen Kultur der Veneter herleiten lässt, bei. Die älteren Bezeichnungen dürften nach Šewc Sorab oder Surb gelautet haben. Je nach Mundart wurde Serb um Bautzen bis Cottbus, Sarb nördlich von Cottbus bis nach Köpenick und Sorb um Dresden und westlich der Elbe ausgesprochen. [4][7] [8] Für das Jahr 782 erwähnen die Einhardi Annales sorabische Slawen, welche Gebiete zwischen Elbe und Saale besiedelten (Allatum est, quod Sorabi Sclavi, qui campos inter Albim et Salam interiacentes incolunt, in fines Thuringorum et Saxonum, qui eis erant contermini, praedandi causa fuissent ingressi.).[4] Für das 9. Jahrhundert beschreibt Geographus Bavarus die Surbi als einen großen slawischen Stamm östlich des Frankenreiches, der 50 Civitates besaß. Cosmas von Prag bezeichnete um 1100 die Mark Meißen als Zribia.[9] Sorbische Schöffen, welche die Gerichtsbarkeit über die Slaven in der Mark Meißen ausübten, wurden Supane genannt.[10]

Konstantins VII. Porphyrogennetos Werk De administrando imperio (DAI) bezeugt als umfangreichste Quelle die frühe Geschichte der Serben in Byzanz und widmet ihr ein eigenes Kapitel. Darin wird unter anderem erwähnt, dass die Serben von den „ungetauften“ Serbloi (griechisch: αβαπτιστων Σερβλων), die auch „Weiße“ genannt wurden, aus einer Gegend namens Boiki (Böhmen?) abstammen und dort, in Serbien, zwei Brüder den Vater beerbten, wobei sich der eine mit der Hälfte des Volkes nach Südosteuropa aufmachte. Dieses Serbien befand sich nach dem DAI jenseits der „Türken“ (wahrscheinlich ein Turkvolk in der panonnischen Tiefebene oder der Ukraine). Als Nachbarn der Serben in „Boiki“ nennt Porphyrogennetos das Frankenreich und ein Großkroatien, dass ebenso wie die Kroaten und Serben auch Weiß genannt wurde. Laut DAI seien die byzantinischen Serben im 7. Jahrhundert während der Herrschaft Herakleios‘ nach der faktischen Landnahme der durch die letzten Einfälle asiatischer Steppenvölker verödeten Regionen offiziell angesiedelt worden. Hier erwähnt er auch die erste Niederlassung bei Belgrad, die Grenzstadt der damaligen kultivierten, christlichen Welt zu den aus seiner Sicht heidnischen, archaischen und kriegerischen Steppenvölkern, die wohl ihren gewohnten Lebensbedingungen entsprechend die pannonische Tiefebene beherrschten, als Wahl nach der erfolgten Besiedlung der nahezu gesamten Balkanhalbinsel. Hier könnte ein Handel der serbischen Stammesvorsteher mit dem Kaiser abgeschlossen worden sein, der einerseits die imperialen nördlichen Grenzen des kaiserlichen Reichs verstärkte. Andererseits durch die aufgedrängte Ansiedlung der für die damalige Zeit unglaublichen Massen und durch deren Anerkennung seiner Suzeränität ein, nach den Kriegen in Vorderasien dringend benötigtes, steigendes Steueraufkommen bedeutete. Den Serben eröffnete die Besiedlung das Tor zur zivilisierten Welt unter dem Schutz eines organisierten Staatswesens gegen die vernichtenden Einfälle der Asiaten in Mittel- und Südosteuropa. Seit dieser Zeit trägt ein Ort nahe Thessaloniki den Namen nach der ersten begründeten serbischen Provinz Serblia, heute Servia.[11][12]

Vom arabischen Geographen al-Masudi (Murudj al-dhahab) stammt eine Notiz, vermutlich aus dem frühen 8. Jahrhundert, die sich wahrscheinlich auf die „weißen Serben“ Porphyrogennitos’ bezieht: In einer Beschreibung slawischer Stämme Nord- und Zentraleuropas nennt al-Masudi die „ehrfurchtgebietenden“ (muhīb) Sarbīn. Im 10. Jahrhundert erwähnte der Reisende Ibrahim b. Yakub die „weißen“ (Lausitzer) Serben als südliche Nachbarn der Nakoniden.[13]

Die erste Erwähnung des Ethnonyms Sorabi im Kontext Südosteuropas scheint in den Einhardi Annales für das Jahr 822 auf. Darin ist die Rede von Soraben, die einen großen Teil der Provinz Dalmatia besiedelten (… ad Sorabos, quae natio magnam Dalmatiae partem obtinere dicitur). [14]

Verbreitung

Autochthone Bevölkerung

Serben in Serbien und in Montenegro nach Zensus 2002 bzw. 2003
Ethnographie Bosnien und Herzegowina nach Schätzung 2006
Ethnographie Montenegro nach Zensus 2003

Serben leben vor allem in Serbien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina (überwiegend in der Entität Republika Srpska) und Kroatien (überwiegend in der ehemaligen Republik Serbische Krajina und in Zagreb). Die größten urbanen Zentren der serbischen Bevölkerung befinden sich in Belgrad, Novi Sad, Kragujevac und Niš in Serbien sowie in Banja Luka und in dem stark wachsenden Istočno Sarajevo in der Republika Srpska (Bosnien und Herzegowina).

Serben leben als anerkannte autochthone Minderheit weiterhin in Mazedonien (ca. 35.000), Rumänien (ca. 22.500) und Ungarn (ca. 3.800).

Mazedonien

In Mazedonien leben annähernd 35.000 Serben. Die meisten Serben leben in der Hauptstadt Skopje, in Kumanovo und in der Gemeinde Čučer Sandevo. In Skopje stellen sie nach den Albanern und Roma mit etwa 14.200 Einwohnern oder 2,8% die drittgrößte Minderheit. In der Stadt Kumanovo stellen sie mit etwa 9.000 Einwohnern oder 8,6% die zweitgrößte Minderheit. Den verhältnismäßig stärksten Anteil in einer mazedonischen Gemeinde bilden die Serben mit etwa 28% oder etwa 2.400 Einwohner in der Gemeinde Čučer Sandevo. [15]

Slowenien

In Slowenien leben nach der Volkszählung 2002 etwa 39.000 Serben. Im Dezember 2008 revidierte die Regierung Sloweniens die Entscheidung von 1992 zur Ausbürgerung derer, die im zerfallenden Jugoslawien nicht fristgerecht einen Antrag auf slowenische Staatsbürgerschaft gestellt hatten, wovon mehr als 30.000 Serben betroffen waren. Die Betroffenen konnten offiziell nicht ausreisen, eine andere Staatsbürgerschaft stellen oder eine Beschäftigung aufnehmen und mussten fürchten, da sie zu Migranten bzw. Asylanten zurückgestuft wurden, ausgewiesen zu werden. Frühere Volkszählungen im ehemaligen Jugoslawien wurden dementsprechend angepasst und der Anteil der offiziell in Slowenien lebenden Serben verringert.[16] Somit wurden etwa 30.000 Serben in der letzten Volkszählung 2002 nicht berücksichtigt. Im Jahr 2000 wurde diese Entscheidung vom Verfassungsgericht in Slowenien als verfassungswidrig eingestuft. Im Dezember 2008 wurde das Urteil des Verfassungsgerichts schließlich politisch umgesetzt. Entschädigungen für die etwa 16 Jahre der Staatenlosigkeit und Desintegration sollen nach Aussagen der slowenischen Regierung den Opfern zugesprochen werden. Es ist weiterhin nicht geklärt inwieweit die nunmehr fast 70.000 Serben eine autochthone Minderheit in Slowenien bilden und ob sie deswegen in Zukunft offiziell als neue Minderheit mit entsprechenden Rechten in der Europäischen Union anerkannt werden.[17]

Serbien

In Serbien leben laut Volkszählung 2002 6.212.838 (82,86 %) Serben. Im Kosovo leben, laut Angaben der CIA etwa 130.000 Serben (7 %)[18], hauptsächlich im Nordkosovo, im nördlichen Teil von Kosovska Mitrovica und in einigen weiteren von der KFOR bewachten Enklaven. Vor 1999 und der Übergabe der Administration an die UNO lebten in der südserbischen Provinz insgesamt 320.000 Serben.[19]

Bosnien und Herzegowina

In Bosnien und Herzegowina leben ca. 1.700.000 Serben (ca 37,1%) als eines der drei konstitutiven Völker, der überwiegende Anteil von ca. 1,5 Mio. in der Republika Srpska.

Montenegro

In Montenegro sind es laut Zensus 2003 198.414 (32,00 %), dazuzuzählen sind etwa 15.000 vertriebene Serben aus der Föderation Bosnien und Herzegowina und dem Kosovo. Der Status der Serben ist hier unklar. Sie werden in der Verfassung aufgeführt, jedoch wurde es bewusst vermieden, sie eindeutig entweder als Minderheit oder als staatstragendes Volk auszuzeichnen. Nach dem abgehaltenen Referendum über die Unabhängigkeit Montenegros 2006 votierten etwa 44,5 % oder 185.002 für den Verbleib Montenegros in der Union mit Serbien.[20]

Kroatien

Anteil Serben in Kroatien nach Zensus 1991 (Geographische Fakultät Belgrad)

In Kroatien leben lt. Zensus 2001 202.000 Serben (4,5%) als anerkannte Minderheit, während es vor dem Kroatienkrieg nach der Volkszählung 1991 581.633 (12,1%)[21] waren. Sie waren jedoch vor der Änderung der Verfassung Kroatiens 1990 als konstituierendes Volk der jugoslawischen Republik Kroatien anerkannt.[22]

Albanien

In Albanien waren die Serben als Minderheit bis 2004 nicht anerkannt, weswegen Informationen über sie in Statistiken spärlich sind und ihre genaue Zahl bis heute nahezu nicht bestimmt werden kann. Die erste offizielle Bestätigung Albaniens war die Benennung von 100 Serben und Montenegrinern in der Volkszählung 1989 [23]. Die Diskriminierung ging soweit, dass die serbische Sprache und serbische Namen in öffentlichen Dokumenten nicht auftauchen durften und serbischer Schulunterricht oder das Lehren der serbischen Sprache verboten war. Nach Schätzungen der serbisch-orthodoxen Kirche und der Regierung in Serbien leben etwa mehrere Tausend bis mehrere Zehntausend Serben in Albanien. Die Serben sind seit 2004 als Minderheit mit den Rechten, die ihnen vorher verwehrt wurden, anerkannt worden, jedoch sind sie neben den Griechen in Albanien in der Realität weiterhin erheblichem Druck ausgesetzt. [24]

Diaspora

Das serbische Ministerium für die Diaspora geht von bis zu 3,5 Millionen in der Diaspora lebenden Serben mit serbischstämmigen Hintergrund aus[25]. Es ist beabsichtigt in nächster Zukunft vollständige Analysen durchzuführen und die serbische Diaspora durch Dachverbände besser zu organisieren, um den politischen Willen dieser Menschen im Ausland, sowie in Serbien effektiver in die politische Entscheidungsfindung einzubringen und das wirtschaftliche Potenzial dieser großen Anzahl von Emigranten effizienter auszuschöpfen.[26]

In den USA, Kanada, Australien, Deutschland, Österreich, Schweden und der Schweiz bilden sich die größten serbischen Gemeinschaften. Große innerstädtische Gemeinden haben sich in Chicago, Stuttgart, Wien und in Zürich gebildet.

Englischsprachiger Raum

In den USA leben schätzungsweise 200.000-350.000 Serben, lt. der Volkszählung von 2004 haben sich 150.000 als Serben deklariert und über 388.000 als Jugoslawen. Von diesen 388.000 sind etwa 50.000-200.000 serbischstämmig. Wie viele serbischstämmige sich als US-Amerikaner bezeichneten kann man nahezu nicht feststellen, da in der Volkszählung nur serbokroatisch als Sprache angeboten wurde und diese lt. Zensus von nur 240.000 Sprechern benutzt wird, dabei kommt man auf eine Zahl von über einer Million serbokroatisch sprechenden Immigranten aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro und Serbien.[27]

In Kanada leben ca. 70.000-90.000 Serben. Nach der Volkszählung von 2003 sind 55.540 Serben und 65.505 Jugoslawen. Von diesen sind etwa 15.000-35.000 serbischstämmig.

Im Zensus von 2001 in Australien bekannten sich 97.310 explizit als Serben.

Im Vereinigten Königreich leben schätzungsweise 70.000 Serben.

Deutschsprachiger Raum

Im Deutschsprachigen Raum leben ca. über 1 Million Serben[1]. Während die Serben in Deutschland nach den Türken die zweitgrößte nicht-deutschstämmige Bevölkerungsgruppe in der Bundesrepublik Deutschland sind[1] und in der Schweiz die viertgrößte ausländische Bevölkerung stellen[28], sind sie in Österreich die größte ausländische Bevölkerung[29].

In Deutschland leben 493.915 Menschen aus dem ehemaligen Serbien-Montenegro (2005) ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Von diesen 493.915 hatten im Jahr 2005 196.900 immer noch die alte jugoslawische Staatsbürgerschaft. Davon sind über 80 % albanischer und anderer nichtserbischer Nationalität. Über 90 % der restlichen 297.000 sind Serben. Seit den 60ern wurden ca. 150.000-200.000 Serben eingebürgert.[30] Von den 156.900 Staatsbürgern aus Bosnien Herzegowina sind etwa 40% oder ca. 63.000 Serben. Von den 228.000 Kroaten sind etwa 5-10% oder 10-20.000 Serben, wenn man von dem gesamten Bevölkerungsanteil der Serben vor 1991 in Kroatien ausgeht. Der Zentralrat der Serben in Deutschland spricht von bis zu 600.000 Serben in Deutschland[31].

In Österreich leben gemäß der Volkszählung von 2001 143.077 aus Serbien-Montenegro (bis zu 80% Serben) und 134.402 aus Bosnien-Herzegowina, von denen bis zu 40% Serben sind, also bis zu 54.000.[32] Weiterhin bezeichneten bei der Volkszählung 2001 177.320 Menschen serbisch als ihre Umgangssprache, dies inkludiert auch Doppelangaben deutsch/serbisch. Von diesen Personen besaßen 41.944 die österreichische Staatsbürgerschaft. Knapp 180.000 Menschen bezeichneten sich in derselben Volkszählung als christlich-orthodoxe Gläubige. Beim Großteil dieser dürfte es sich um Serben handeln. In Wien leben besonders viele Serben, Schätzungen zufolge etwa 70.000, sehr viele davon, die sich vor den Gastarbeitergenerationen in Wien zur Kaiserzeit ansiedelten. Wie die persönliche Präferenz dieser Menschen zur Volkszugehörigkeit ist, lässt sich mit den erhobenen Daten des Plebiszits nicht feststellen.

In der Schweiz leben bis zu 210.000 Staatsangehörige aus Serbien und Montenegro (etwa 150.000 per Definition Kurzaufenthalt, Stand 2004) von diesen und weiteren Staatsbürgerschaften, wie der Kroatischen und Bosnisch-Herzegowinischen sind es geschätzt 120.000 Serben. Man kann davon ausgehen, dass die etwa 132.000 orthodoxen Gläubigen in der Schweiz größtenteils aus Serbien kommen und dass es auch serbische Atheisten gibt.[28]

Die erste große Auswandererwelle kam aufgrund des Bedarfs an Gastarbeitern in den 1960′ern, 1970′ern und 1980′ern, die zweite folgte mit dem Zerfall Jugoslawiens 1991 und den darauf folgenden Krisen. Heute leben in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt bis zu einer Million Serben – in der ersten, zweiten und dritten Generation. Auch die ökonomische Bedeutung der Serben in Deutschland nimmt langsam zu. Ihre Einkommen geben die deutschen Serben heute zu 80-90% direkt wieder in Deutschland aus.

Romanischsprachiger Raum

In Frankreich leben nach Schätzungen der serbischen Auslandsvertretungen und Kulturvereine bis zu 120.000 Serben.

In Italien leben nach der Volkszählung aus dem Jahre 2005 65.000 Staatsangehörige Serbien-Montenegros, davon sind bis zu 30.000 Serben. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass unter 50% serbischstämmig sind, denn Italien ist seit je her ein beliebtes Immigrationsziel der albanischstämmigen Bevölkerung aus der serbischen Provinz Kosovo.

Skandinavien

Die Volkszählung Ende 2005 in Schweden erfasste die Ausländer nach dem Geburtsland. Dabei sind 78.000 in Serbien-Montenegro geboren. Gleichzeitig wird ausgesagt, dass 107.000 Personen selber oder Eltern haben, die in Jugoslawien geboren sind. Bezieht man noch die Einbürgerungen seit über 40 Jahren, ebenso wie ein Drittel der in Bosnien-Herzegowina geborenen (insg. 55.000), ein, so kann man von ca. 100.000 Serben in Schweden ausgehen.

In Norwegen leben ca. 10.000-15.000 Serben. Die Angaben stammen vom Januar 2007. Dabei kommen 12.500 Menschen aus Serbien und 15.667 aus Bosnien-Herzegowina (ca. eine Drittel serbischstämmig).

Quellen: siehe Tabelle

Literatur

Die Südslawen und ihre Identität(en) – Eine Untersuchung in Deutschland lebender Bosnier, Kroaten und Serben Autor: Katja Kukolj

Gajić Zoran (2005): Wiener Serben. Universität Wien, Wien

Kultur

Sprache

Serbische Azbuka 1841

Serben sprechen die serbische Sprache, in Serbien überwiegend die ekavische Variante. In Bosnien und Herzegowina, Kroatien, und Montenegro wird das Serbische überwiegend in der ijekavischen Variante gesprochen. Zudem existiert auch die ikavische Variante, die jedoch keine Schriftsprache darstellt und mundartlich kaum noch angewendet wird, höchstens als halbikavisch oder halbijekavisch[33][34]. Neben dieser bedienen sich vor allem der höhere serbische Klerus, einige Sprachwissenschaftler, einige Adelige und ältere besonders gebildete und gläubige Menschen der altserbischen Redensart. Besonders aber Mönche und andere Restauratoren von mittelalterlichen Büchern und Ikonographen beherrschen die alte Sprache recht gut.

Schrift

Sowohl das kyrillische Alphabet, die Azbuka vom serbischen Reformator Vuk Stefanović Karadžić, als auch das lateinische Alphabet, ergänzt durch serbische Sonderzeichen, sind im Gebrauch, wobei in der Verfassung Serbiens von 2006 festgelegt wurde, dass das Kyrillische den Vorzug vor der lateinischen Schrift besonders in Behörden, wie auch im Schulunterricht, hat[35].

Nachnamen

Schätzungen zufolge haben mehr als zwei Drittel der serbischen Nachnamen ein als Endung. Das ist ein serbisches Diminutiv. Da der Buchstabe ć in Westeuropa nicht gebräuchlich ist, wurde er früher in der Regel als ich, itch, itsch oder itz umschrieben. Das ć wird dabei als ein weiches tsch ausgesprochen. Serbische Nachnamen sind zumeist Patronyme oder Metronyme. Bei Patronymen wird, je nachdem was für ein Konsonant oder Vokal am Ende des Namens steht, ein ev, ov bzw. v eingefügt. Bei männlichen Namen, wie Nikola oder Kosta, entfällt das a und wird nur mit einem ersetzt, was zu Nikolić bzw. Kostić führt. Das gilt auch für die Metronyme, da nahezu alle weiblichen Namen mit einem a enden, wie in den Beispielen Marić von Mara und Radić von Rada. So bedeuten z.B. die serbischen Familiennamen Martinović, Konstantinović sowie StefanovićMartin, Konstantin und Stefan sein Kindlein/Sprössling.

Bei serbischen Nachnamen gibt es im Gegensatz zu Russischen keine Angleichung bezüglich des Geschlechts des Namensträgers. Weitere Endungen sind u.a. -in, -ski, -ev, -ov, -ac, -ak, -ca, seltener -elj. Die am weitesten verbreitetsten Familiennamen sind Jovanović (von Johannes), Petrović (von Peter), Marković (von Marko) sowie Djordjević (von Georg). [36]

Religion

Die ethnischen Serben bekennen sich mit einer sehr großen Mehrheit zur Serbisch-Orthodoxen Kirche und damit zum orthodoxen Christentum (serbisch Pravoslavlje/Православље).[37] An zweiter Stelle folgen die sich als Atheisten bekennende Serben. Neben diesen gibt es auch einige sich als Protestanten, römische Katholiken, Muslime und Anhänger anderer Religionen bekennende Serben. Einige Ethnologen sind der Meinung, dass Serben, Bosniaken und Kroaten ihre Volkszugehörigkeit vor allem durch ihre Religionszugehörigkeit bzw. ihren Standpunkt zur Religion definieren und sich damit mit dem entsprechenden Kulturkreis identifizieren.

Die serbische Identität und Kultur ist stark vom orthodoxen Christentum geprägt. So wurde die Schrift über die missionierenden orthodoxen Mönche und sog. Slawenlehrer Kyrill und Method den Serben bekannt gemacht. Diese Errungenschaft die Angleichung der griechischen kyrillischen Schrift an das bis dato an den christlichen Höfen belächelte einfache Altserbische war entscheidend für die kulturelle Entfaltung serbischer Literatur, Kunst, Baukunst, Politik und Religiosität, weshalb Kyrill und Method heute als Heilige verehrt werden. Die orthodoxe Kirche hat des Weiteren die ersten Bildungsinstitutionen bei den Serben eingeführt und im 12. Jahrhundert das erste geschriebene Gesetzbuch, das Nomokanon des heiligen Sava von Serbien etabliert. Sie wird als Bewahrerin der serbischen Identität, Tradition und Geschichte angesehen.

Kolo

Bis in die heutige Zeit überlebte bei den Serben der altertümliche Reigen der auf serbisch Kolo (kyr. коло) genannt wird. Heute wird der kollektive Tanz üblicherweise mit Blasmusik und Akkordeon begleitet, wo früher überwiegend Flöte, Gusla und andere mittelalterliche Instrumente verwendet wurden. Es gibt unzählige Varianten des Kolo unter denen die berühmtesten das Srpsko und Užičko Kolo sind.

Einzelnachweise

  1. a b c Serbien-Montenegro.de | Serben in Deutschland
  2. Ferdo Šišić: Ime Hrvat i Srbin, i teorije o doseljenju Hrvata i Srba, Godišnjica Nikole Čupića, 1923, XXXV, 1-49.
  3. Heinz Schuster-Šewc, Poreklo i istorija etnonima Serb
  4. a b c H. Brachmann: Sorben. In: Lexikon des Mittelalters, 1999, VII, Sp. 2057.
  5. A. Kazhdan: Serboi. In: Oxford Dictionary of Byzantium, 1991, III, 1875.
  6. Alfred Stückelberger, Gerd Graßhoff (Hrsg.): Ptolemaios, Handbuch der Geographie, Schwabe Verlag, Basel 2006, S. 530f
  7. Hilza Elina, Die Sorben/Wenden in Deutschland, Haus für sorbische Volkskultur Bautzen
  8. Darstellung von Heinz Schuster-Šewc
  9. E. Bohm: Elb- und Ostseeslaven. In: Lexikon des Mittelalters, 1999, III, Sp. 1782.
  10. K. Blaschke: Meißen. In: Lexikon des Mittelalters, 1999, VI, Sp. 477.
  11. Г. Острогорски (Hrsg.): Византијски извори за историју народа Југославије, 1959, II, 47.
  12. Constantine Porphyrogenitus, De administrando imperio, übersetzt von R.J.H Jenkins, griech. Text von GY. Moravcsik, 1967 Trustees of Harvard University (englisch), ab S. 153
  13. P.B. Golden: AL-ṢAḲĀLIBA. 1. The Ṣaḳāliba of Northern and Eastern Europe. In: Encyclopaedia of Islam2, 1995, VIII, 875-876.
  14. Zoran Konstantinović: Deutsche Reisebeschreibungen über Serbien und Montenegro. Südosteuropäische Arbeiten 56 (1960).
  15. Daten zu Ethnien der Volkszählung 2002 in Mazedonien
  16. Statistische Auswertung zu VZ in Slowenien
  17. RTS-Bericht zu der Wiedereinbürgerung der in Slowenien lebenden Serben (serbisch)
  18. CIA The World Factbook – Kosovo
  19. IDP Serben aus dem Kosovo in Serbien
  20. Statistisches Amt Montenegro
  21. Bevölkerungsveränderung in Kroatien
  22. Serben als konstituiertes Volk Kroatiens
  23. Hinweis auf Daten Volkszählung 1989
  24. Diskriminierung der Serben in Albanien Serbisches Ministerium für die Diaspora Bericht über Situation der Serben in Albanien Archiv Veröffentlichung der serbischen Regierung zur Situation der Serben in Albanien Information und Historie Serbianunity zur Situation der Serben in Albanien Bericht UNHCR zu Minderheiten
  25. Government of the Republic of Serbia – Ministry for Diaspora
  26. Außenministerium der Republik Serbien
  27. Serbian Americans
  28. a b 2004 210.000 Staatsangehörige aus Serbien Montenegro
  29. Statistik Austria
  30. GTZ – Migration und Entwicklung – Serben in Deutschland
  31. Über uns | Zentralrat der Serben in Deutschland
  32. Statistische Daten 2001 Österreich
  33. Karte 1 Serbokroatische Mundarten
  34. Karte 2 Serbokroatische Mundarten
  35. Constitution of the Republic of Serbia – I CONSTITUTION PRINCIPLES – Article 10
  36. Serbische Nachnamen
  37. Zensus zur Religionzugehörigkeit

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