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KINOLEXIKON  

 Kennewick-Mann

Die Überreste des sogenannten Kennewick-Mannes wurden 1996 am Ufer des Columbia Rivers im Süden des US-Bundesstaat Washington in der Nähe der Stadt Kennewick gefunden. Sie weisen ein Alter von etwa 9400 Jahren auf (Stand 2006), besaßen jedoch Merkmale, die nicht mit denen der indianischen Überreste der Epoche übereinstimmen.

Zunächst fand man nur den Schädel. Später fand der Archäologe James Chatters auch einen Beckenknochen, in dem eine abgebrochene und verwachsene Speerspitze aus Stein steckte, die für die Archaische Periode typisch ist. Jedoch scheint er an dieser Verletzung nicht verstorben zu sein, denn die Verletzungsstelle in der rechten Hüfte weist Verheilungsanzeichen auf, so dass die zunächst angenommene chronische Entzündung ausgeschlossen werden konnte. Inzwischen weiß man, dass ein Speer den Mann von vorn getroffen haben muss, die steinerne Spitze mit einem Durchmesser von 79 mm blieb stecken. Insgesamt fand man rund 350 Knochenfragmente. Sie waren vom Regen ausgewaschen, und wären beinahe in den Fluss gespült worden.

Entgegen ersten Schätzungen war der Kennewick-Mann zum Zeitpunkt seines Todes nicht 45 Jahre alt, sondern in den Dreißigern. Er war ursprünglich mit rund 75 cm Erde bedeckt, doch war diese Lage möglicherweise bei seiner Beerdigung niedriger. Der Beerdigungsplatz, eine flache Grube, lag rund 130 m vom Fluss entfernt. Er lag parallel zum Fluss auf dem Rücken, die Beine gespreizt, die Arme neben dem Körper, mit den Handflächen zur Erde.

Die Überreste liegen im Burke Museum in Seattle.

Inhaltsverzeichnis

Einordnung

Lange Zeit galt die Clovis-Kultur als erste amerikanische Kulturstufe, und die heutigen Indigenen Völker als Nachkommen jener Menschen, die während der letzten Eiszeit über die Beringstraße nach und nach einwanderten. Neben anderen Funden in Südamerika und Mittelamerika war es vor allem der Kennewick-Fund, der einen Paradigmenwechsel in der Besiedlungsdebatte des amerikanischen Kontinents eingeleitet hat.

Derzeit geht man davon aus, dass der Kennewick-Mann mit den Ainu, den japanischen Ureinwohnern, verwandt ist, was die These der Besiedlung Nordamerikas über die Beringsee bestätigen würde. Dies wird zur Zeit mit einer Genanalyse überprüft. Wenn sich diese Annahme als richtig erweist, hat der Kennewick-Mann vermutlich lange dunkle Haare und einen Vollbart getragen und war im Vergleich zu den Indianern von recht kräftiger Körperstatur. Die steinerne Speerspitze und andere Verletzungen weisen auf ein eher kriegerisches Leben hin. Eine Verdrängung durch die Indianer wird derzeit insbesondere von amerikanischen Forschern angenommen.

Eine Rekonstruktion des Kennewick-Mannes von Jim Chatters wurde wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem Schauspieler Patrick Stewart verglichen.

Streit um die Rechte am Kennewick-Mann

Neben neuen wissenschaftlichen Thesen stieß der Fund auch Auseinandersetzungen um den Leichnam an. So klagten die heutigen Bewohner des Gebiets, die Yakama, Umatilla, Nez Perce und Colville vor Gericht, weil sie den als ihren Vorfahren reklamierten Mann beisetzen wollten. Der Streit soll 2009 zu einer Klärung gelangen.

Das gleiche gilt für den etwa von 8600 v. Chr. stammenden Fund aus Nevada, der als Spirit Cave Man bezeichnet wird und der ebenfalls abweichende Charakteristika aufweist, und als Vorfahre heutiger Indianerstämme reklamiert wird. Schließlich gehört die als Buhl Woman (nach Buhl in Idaho) bezeichnete weibliche Leiche in diese Reihe, die sogar über 10.000 Jahre alt ist, aber für die First Nations typische Züge aufweist. Sie wurde nach der wissenschaftlichen Analyse beigesetzt.

Alle diese Funde weisen möglicherweise auf Menschen aus dem pazifischen Raum hin, aber zugleich auch auf solche aus Nordasien, oder aber auf genetische Veränderungen innerhalb der Menschengruppen.

Eintrag in der Washington-Enzyklopädie HistoryLink (englisch)
  • Die Welt: Verwirrung ums frühe Amerika: Woher kam der Kennewick-Mann?
  • Netzeitung.de: Alte Leiche vor Gericht
  • Wissenschaft.de: Krach um den ersten Amerikaner
  • Website zum Kennewick-Mann (englisch)
  • Burke Museum zum Kennewick Mann (englisch)
  • National Park Service: Kennewick man (englisch)
  • Sandi Doughton: Kennewick Man yields more secrets, in: The Seattle Times, 24. Februar 2006
  • Literatur

    • James C. Chatters: Kennewick Man, Smithsonian Institution (englisch)
    • James C. Chatters: Ancient Encounters. Kennewick Man and the First Americans, New York 2001
    • James C. Chatters: The Recovery and First Analysis of an Early Holocene Human Skeleton from Kennewick, in: Washington American Antiquity 65/2 (2000) 291-316

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