KINOLEXIKON  

 KI.KA

KI.KA
Senderlogo
Allgemeine Informationen
Empfang:Satellit, Kabel, DVB-C, DVB-S, DVB-T und IPTV
Länder:Deutschland
Sendeanstalt:ARD, ZDF
Intendant:Programmgeschaftsführer:
Albert Schäfer
(Jan 1997 – Jun 2000)

Frank Beckmann
(Jul 2000-Okt 2008)
Steffen Kottkamp
(seit Nov 2008)
Sendebeginn:1. Januar 1997
Rechtsform:Öffentlich-rechtlich
Programmtyp:Spartenprogramm (Kinder)
Website:www.kika.de
Liste der Fernsehsender
Erstes KI.KA-Logo bis zum 30. April 2000
Zweites KI.KA-Logo bis 2008

KI.KA [ˈkiːkaː] (eigentliche Bedeutung: Kinder-Kanal) ist der Name eines öffentlich-rechtlichen Fernsehkanals für Kinder von ARD und ZDF.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Senderprofil

Unter dem Namen Der Kinderkanal von ARD/ZDF ging der Sender am 1. Januar 1997 auf Sendung. Seit dem 1. Mai 2000 trägt er den Namen KI.KA. Der Kinderkanal, der seinen Sitz in Erfurt hat, ist ein Gemeinschaftsprogramm von ARD und ZDF, die je zur Hälfte daran beteiligt sind. Der MDR übernimmt dabei die Federführung ebenso wie die ARD-Koordination. Der KI.KA ist als Spartenprogramm der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten werbefrei und bietet ein zielgruppenorientiertes Programm für 3- bis 13-jährige Zuschauer. Trick- und Realprogramme werden neben Serien und Spielfilmen, Magazinen und Informationsprogrammen ausgestrahlt.

Am 1. Januar 2003 wurde der Sendeschluss von 19:00 Uhr auf 21:00 Uhr verschoben. Zwischen 21:00 Uhr und 06:00 Uhr wird eine Nachtschleife (nur über DVB-S und je nach Kabelnetzbetreiber über DVB-C) ausgestrahlt.

Programmentwicklung

Anfangszeit

In den Anfangsjahren des Senders bestand das Programm hauptsächlich aus Serien und Sendungen, die bereits in den Programmen der ARD und im ZDF zu sehen waren. Auch wurden ganze Sendestrecken gleichzeitig in den Muttersendern und im Kinderkanal ausgestrahlt, beispielsweise das damalige ZDF-Nachmittagsprogramm. Magazinsendungen wie Tabaluga tivi, Löwenzahn und die Sendung mit der Maus wurden neben ihren bisherigen Sendeplätzen zusätzlich im KI.KA ausgestrahlt. Sowohl deutsche als auch internationale Serien befanden sich im Programm des KI.KA. Dazu gehörten Animeklassiker der 1970er- und 1980er-Jahre (etwa Heidi, Biene Maja oder Wickie und die starken Männer) sowie Realserien (etwa Neues vom Süderhof oder Ocean Girl). Auch Klassiker des Kinderfernsehens wie die Astrid-Lindgren-Verfilmungen oder die Augsburger Puppenkiste hatten ihren regelmäßigen Platz im Programm.

Nach und nach gab es auch immer mehr Erstausstrahlungen verschiedener Sendungen im KI.KA. Dazu gehörten beispielsweise die Serien Schloss Einstein, The Tribe oder die Teletubbies.

Entwicklung der letzten Jahre

Einige der bekanntesten Figuren des deutschen Kinderfernsehens sind auf der Rathausbrücke in Erfurt, dem Sitz des KI.KA, aufgestellt: vorn das Sandmännchen, dahinter Maus und Elefant aus der Sendung mit der Maus
Am Erfurter Fischmarkt steht diese Plastikfigur von Bernd dem Brot

Seit einigen Jahren sind allerdings deutliche Veränderungen des Programms erkennbar. Obwohl es von Anfang an eines der Ziele des Kinderkanals war, sowohl Real- als auch Trickserien zu zeigen, beträgt der Anteil an Trickserien mittlerweile bis zu 85% des Gesamtprogramms. Die meisten Serien werden nach ihrem Ende wiederholt, teilweise auch mehrmals hintereinander. Viele Serien werden mittlerweile, wie bei einigen Privatsendern, in Doppelfolgen gesendet. Der Unterschied zwischen Werktags- und Wochenendprogramm verschwindet immer mehr, da viele Serien täglich gesendet werden. Manche Serien wie Hier ist Ian, Pet Alien oder Au Schwarte! sind so fast ständig im Programm.

Die Augsburger Puppenkiste, die lange Zeit ihren festen Programmplatz am Samstag- und Sonntagmorgen hatte, war seit Anfang 2004 vier Jahre lang nicht mehr im KI.KA zu sehen, kehrte aber im April 2008 wieder ins Programm zurück. Doch die meisten älteren Serien, die zwischen 1997 und 2004 noch regelmäßig wiederholt wurden, werden mittlerweile nicht mehr ausgestrahlt. Teilweise liegt es daran, dass ARD oder ZDF nicht mehr im Besitz der entsprechenden Ausstrahlungsrechte sind (etwa bei Ocean Girl, The Tribe oder Spellbinder). Viele Serien, vor allem ältere, sind aber trotz nach wie vor vorhandener Rechte nur im ZDF oder den Dritten Programmen zu sehen (etwa Pippi Langstrumpf, Es war einmal…, Pan Tau).

Neben zahlreichen Zeichentrickserien ist die Soapserie Schloss Einstein aktuell fast die einzige fiktionale Realserie im Tagesprogramm des KI.KA. Daneben wird eine weitere Realserie am Nachmittag gezeigt sowie eine Realserie im Abendprogramm ausgestrahlt. Zwei Kinderrealfilme (freitags und sonntags) laufen weiterhin im KI.KA, doch auch zu diesem Ausstrahlungszeitpunkt werden häufiger Zeichentrickfilme gezeigt.

„Mit ‘Schloss Einstein’ hat der KI.KA gegen die Aneinanderreihung von Trickserien einen Trend gesetzt, dem die kommerziellen Sender jetzt folgen. Das öffentlich-rechtliche Kinderfernsehen zwingt unsere Konkurrenten mit unserem Markterfolg zu mehr Vielfalt und damit zu mehr Qualität“, bilanzierte der Geschäftsführer Frank Beckmann zum Jahresende 2007 gegenüber der Presse.[1]

Vergleich mit Privatfernsehen

In privaten Konkurrenzprogrammen fand eine ähnliche Entwicklung bereits viele Jahre früher statt. So zeigte RTL 2 bereits von Anfang an fast ausschließlich Zeichentrickserien, während es bei Super RTL samstags einen Kinderfilm gab und Nickelodeon bereits nachmittags Realserien wie beispielsweise Clarissa zeigte. Die Kinderfilme sind aus dem Programm von Super RTL fast gänzlich verschwunden, auch Nickelodeon zeigt nur noch wenige Realserien im Abendprogramm.

Regelmäßige Sendungen im KI.KA (Auswahl)

  • Chili TV: Puppenserie mit Bernd dem Brot, von 2001–2005 produziert, dann abgelöst durch die Serie Berndivent. Die neueren Folgen werden gelegentlich wiederholt.
  • Tabaluga tivi: Spielshow und Magazin mit Tom Lehel als Studiomoderator und Simone Reuthal als Außenreporterin.
  • Fortsetzung folgt: Dokumentationen für Kinder mit Lukas Koch, aufgeteilt in die drei Bereiche Tiere (z. B. Störchin Prinzessin), Menschen (z. B. Zurück ins Leben: Vincent hat Krebs) und Abenteuer (z. B. Eis am Äquator). Die Sendung wird immer sonntags ausgestrahlt.
  • Krimi.de: Nach dem Start der Reihe Krimi.de im Jahr 2005 mit Folgen aus Leipzig gingen im Oktober 2007 drei weitere Teams mit Premieren an den Start. Die Städte Jena (MDR), Erfurt (KI.KA) und Hamburg (NDR) sind die Schauplätze der 45-minütigen Krimi.de-Filme.
  • KI.KA Live: 15-minütige Magazinsendung, montags bis donnerstags um 20:00 Uhr, in der von Zuschauern vorgeschlagene Themen behandelt werden. Die Sendung wurde ursprünglich (seit 2004) von Lukas Koch moderiert, 2005 kam Tanja Mairhofer hinzu. Seit März 2009 moderiert Ben anstelle von Lukas Koch. Selina Shirin Müller gewann 2006 bei KI.KA LIVE – Beste Stimme gesucht!. Ein Jahr später gewann Jenny Haben den Preis als „Beste Stimme 2007“ und 2008 gewann Kathrin Sicks den begehrten Pokal. 2009 wurde Lea Sofia Nikiforow die “Beste Stimme”.
  • KI.KA Kummerkasten: Beratungssendung mit Tanja Mairhofer, mittwochs um 20:40 Uhr und sonntags um 19:50 Uhr. Zu wechselnden Themen wie Wie geht der erste Kuss?, Schlechte Noten, Verliebt in den besten Freund der Freundin, Mobbing, Rauchen oder Liebeskummer werden Zuschauerfragen geklärt und Tipps gegeben.
  • logo! ist eine Nachrichtensendung speziell für Kinder, die werktags zweimal live gesendet wird.
  • Lollywood: Unter diesem Sammeltitel laufen im KI.KA freitags von 19:25 Uhr bis 21:00 Uhr Spielfilme
  • Löwenzahn: Wissensserie mit Peter Lustig. Lustig wurde Ende 2006 durch Fritz Fuchs (Guido Hammesfahr) abgelöst.
  • Quergelesen: Magazin mit Marc Langebeck, in dem Kinder- und Jugendbücher besprochen werden.
  • Unser Sandmännchen: Täglicher Abendgruß um 18:50 Uhr, in der eine lehrreiche oder lustige Drei-Minuten-Geschichte gezeigt wird.
  • Schloss Einstein: Wöchentliche Seifenoper über das Leben in einem Internat. Die Serie läuft seit 1998 mit bisher über 500 Folgen.
  • Die Sendung mit der Maus wird wöchentlich parallel zur ARD am Sonntag um 11:30 Uhr ausgestrahlt.
  • Sonntagsmärchen: Sonntags um 12:00 Uhr werden sowohl bekannte als auch unbekannte Märchenfilme gezeigt.
  • Willi wills wissen: Moderator Helmar Willi Weitzel besucht verschiedene Schauplätze und begleitet interessante Menschen, wie Stuntman, Tierarzt, Feuerwehrmann usw. bei ihrer täglichen Arbeit. Auch Tabuthemen wie Krankheit, Tod oder soziales Abseits werden Kindern erklärt. Die Serie läuft seit 2002 im Bayerischen Fernsehen. Eine Art Kurzform der Sendung Gute Frage, nächste Frage behandelt Einsendungen der Zuschauer in einer Zusammenfassung.
  • Wissen macht Ah! ist ein seit 2001 produziertes wöchentliches Wissensmagazin mit Shary Reeves und Ralph Caspers, in der fünf bis sechs Themen mit Filmausschnitten und Experimenten erklärt werden.
  • Quiz Express ist eine Quizshow, in der zwei Teams gegeneinander in einer Achterbahn spielen. Der Moderator Moritz Küffner stellt die Fragen während der Fahrt.
  • Zeichentrickfilm-Klassiker: Im Vorabendprogramm zeigt KI.KA regelmäßig Zeichentrickfilmserien der 70er und 80er Jahre, wie z. B. Wickie und die starken Männer, Pinocchio, Heidi oder Biene Maja, aber auch aktuelle Serien, wie Simsalagrimm, Oiski Poiski, Der kleine Bär und Der kleine Eisbär.
  • Aktion Schulstreich ist eine Sendung, in der Schüler ihre Schule oder ihr Klassenzimmer renovieren.
  • SonntagsKino: Unter diesem Sammelbegriff werden sonntags um 14:15 Uhr Spielfilme gezeigt.

Ehemalige regelmäßige Sendungen im KI.KA (Auswahl)

siehe auch: Liste der KI.KA-Sendungen

Auszeichnungen

Moderatoren

Derzeitige Moderatoren

Moderatorbeim KI.KASendung(en)
Juri Tetzlaffseit 1997Mit-Mach-Mühle, Trickboxx, Baumhaus
Singa Gätgensseit 1997Mit-Mach-Mühle, Tanzalarm, Baumhaus
Lukas Kochseit 2002Fortsetzung folgt
Tanja Mairhoferseit 2005KI.KA Live, Die Sendung mit dem Elefanten
Alex Huthseit 2007Team KI.KA
Benseit 2009KI.KA Live
Christian Bahrmannseit 2009Kikaninchen

Ehemalige Moderatoren

  • Franziska Rubin (1997–1999); Sendungen: Aktiv Boxx , Verabschiedung , Weihnachtsboxx,Wenn. Dann. Die … Show!
  • Karsten Blumenthal (1997–2004); Sendungen: KI.KA Live, Reläxx, Kikania, Weihnachtsboxx,Wenn. Dann. Die … Show!
  • Andree Pfitzner (1998–2003); Sendungen: Kikania , TKKG – Der Club der Detektive , Aktiv Boxx, Weihnachtsboxx
  • Angela Furtkamp (1999–2003); Sendungen: Aktiv Boxx, Kikania , Weihnachtsboxx ,Wenn. Dann. Die … Show!
  • Pia Ampaw (2003–2005); Sendungen: Kikania, KI.KA Live, Weihnachtsboxx
  • Wolfgang Lippert (1998-1999) Sendungen: Wenn. Dann. Die … Show!
  • Stephanie Müller-Spirra (2005-2009) Sendungen: KI.KA Kummerkasten

Sommertour

Seit 2004 veranstaltet der KI.KA jährlich eine Sommertour und besucht viele deutsche Städte. Hier können die Zuschauer bei freiem Eintritt Moderatoren und Figuren des Programms treffen und sich an verschiedenen Aktionen beteiligen.

Stimme des Jahres

Jedes Jahr fordert der KI.KA im KI.KA LIVE-Wettbewerb „Beste Stimme gesucht!“ junge Gesangstalente zwischen 10 und 14 Jahren dazu auf, sich für das Casting zu bewerben.

Sieger der letzten Jahre:

Empfang

Der KI.KA kann sowohl analog als auch digital über verschiedene Übertragungswege empfangen werden. Etwa 91% der deutschen Haushalte werden dadurch erreicht.[2]

Zusätzlich wird das Programm auch als Livestream über das Internet verbreitet (IPTV).

Einzelnachweise

  1. presseportal.de
  2. zdf-jahrbuch.de

Siehe auch

Offizielle Website des KI.KA
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