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KINOLEXIKON  

 Goethe

Dieser Artikel befasst sich mit dem Dichter Goethe; zu weiteren Personen und Dingen, die Goethe heißen, siehe Goethe (Begriffsklärung).
Johann Wolfgang von Goethe, Ölgemälde von Joseph Karl Stieler, 1828 (es handelt sich, wie der Dichter selbst anmerkte, um eine idealisierende Darstellung)[1]
Goethes Signatur

Johann Wolfgang von Goethe, geadelt 1782 (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; † 22. März 1832 in Weimar), war ein deutscher Dichter. Er forschte und publizierte außerdem auf verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebieten. Ab 1776 bekleidete er am Hof von Weimar unterschiedliche politische und administrative Ämter.

Goethes literarische Produktion umfasst Gedichte, Dramen, erzählende Werke (in Vers und Prosa), autobiografische, ästhetische, kunst- und literaturtheoretische sowie naturwissenschaftliche Schriften. Auch sein umfangreicher Briefwechsel ist von großer literarischer Bedeutung. Goethe war ein Vorreiter und der wichtigste Vertreter des Sturm und Drang. Sein Roman Die Leiden des jungen Werther machte ihn 1774 in ganz Europa berühmt. Später wandte er sich inhaltlich und formal den Idealen der Antike zu und wurde ab den 1790er Jahren, gemeinsam mit Friedrich Schiller und im Austausch mit diesem, zum wichtigsten Vertreter der Weimarer Klassik. Im Alter galt Goethe auch im Ausland als Repräsentant des geistigen Deutschland.

Während die Wertschätzung Goethes nach seinem Tode zunächst abnahm, wurde er im Deutschen Kaiserreich ab 1871 „zum Kronzeugen der nationalen Identität der Deutschen“.[2] Es setzte nun eine Verehrung nicht nur des Werks, sondern auch der Persönlichkeit des Dichters ein, dessen Lebensführung als vorbildlich empfunden wurde. Bis heute gilt Goethe als bedeutendster deutscher Dichter, sein Werk wird zu den Höhepunkten der Weltliteratur gezählt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Johann Caspar Goethe, Aquarellminiatur von Georg Friedrich Schmoll, 1775
Catharina Elisabeth Goethe, Porträt von Georg Oswald May, 1776

Herkunft und Jugend

Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 im heutigen Goethe-Haus am Frankfurter Großen Hirschgraben geboren. Der Vater Johann Caspar Goethe (1710–1782) war Jurist, übte diesen Beruf jedoch nicht aus, sondern lebte von den Erträgen seines Vermögens, das später auch dem Sohn ein Leben ohne finanzielle Zwänge ermöglichen sollte.[3] Er war vielseitig interessiert und gebildet, jedoch auch streng und pedantisch, was wiederholt zu Konflikten in der Familie führte.

Goethes Mutter, Catharina Elisabeth Goethe, geb. Textor (1731–1808), entstammte einer wohlhabenden und angesehenen Frankfurter Familie; ihr Vater war als Schultheiß der erste Mann am Ort. Die lebenslustige und kontaktfreudige Frau hatte mit 17 Jahren den damals 38-jährigen Rat Goethe geheiratet. Nach Johann Wolfgang wurden noch vier weitere Kinder geboren, von denen jedoch nur die wenig jüngere Schwester Cornelia das Kindesalter überlebte. Mit ihr stand der Bruder in einem engen Vertrauensverhältnis.

Die Geschwister erhielten eine aufwändige Ausbildung. Von 1756 bis 1758 besuchte Johann Wolfgang eine öffentliche Schule. Danach wurde er gemeinsam mit der Schwester vom Vater sowie durch Hauslehrer unterrichtet. Auf dem Stundenplan standen u. a. Französisch, Englisch, Italienisch, Latein, Griechisch, naturwissenschaftliche Fächer, Religion und Zeichnen. Außerdem lernte er Cello und Klavier spielen, Reiten, Fechten und Tanzen.

Schon früh kam der Junge in Kontakt mit Literatur. Das begann mit den Gute-Nacht-Geschichten der Mutter und der Bibellektüre in der frommen, lutherisch-protestantischen Familie. Zu Weihnachten 1753 bekam er von der Großmutter ein Puppentheater geschenkt. Für diese Bühne schrieb er seine ersten Stücke und führte sie mit Begeisterung gemeinsam mit Freunden auf. Gelesen wurde viel im Hause Goethe; der Vater besaß eine Bibliothek von rund 2.000 Bänden. So lernte Goethe schon als Kind unter anderem das Volksbuch vom Dr. Faust kennen. Im Zuge des Siebenjährigen Krieges war von 1759 bis 1761 ein französischer Offizier im Elternhaus einquartiert. Ihm und der mitgereisten Schauspieltruppe verdankte Goethe seine erste Begegnung mit der französischen Dramenliteratur.

Studium und erstes dichterisches Schaffen

Leipzig

Auf Weisung des Vaters begann Goethe im Herbst 1765 ein Jurastudium in Leipzig. Im Gegensatz zum altfränkischen Frankfurt war Leipzig eine weltoffene, mondäne Stadt. Goethe musste sich zunächst in Kleidung und Umgangsformen dem eleganten Lebensstil anpassen, um von seinen neuen Mitbürgern und -bürgerinnen akzeptiert zu werden.

Das Pflichtstudium begann er schon bald zu vernachlässigen. Er besuchte lieber die Poetikvorlesungen von Christian Fürchtegott Gellert, der von den poetischen Versuchen seines Schülers allerdings wenig hielt. Eine wichtige Begegnung war die mit dem Maler Adam Friedrich Oeser, bei dem er den Frankfurter Zeichenunterricht fortsetzte und der ihn mit den Lehren Johann Joachim Winckelmanns und dessen an der Antike orientiertem Kunstideal vertraut machte. Oeser förderte zudem Goethes Kunstverständnis und künstlerisches Urteilsvermögen. Bei einem Kupferstecher erlernte Goethe die Techniken des Holzschnitts und der Radierung.

Der 16- und 17-Jährige genoss aber auch die Freiheiten fern dem Elternhaus. Er besuchte Theateraufführungen oder verbrachte die Abende mit Freunden beim Bier, beispielsweise in Auerbachs Keller. In die Leipziger Zeit fiel Goethes erste Verliebtheit. Die Romanze mit der Handwerkertochter Käthchen Schönkopf wurde nach zwei Jahren im gegenseitigen Einvernehmen wieder gelöst. Die Gefühlsaufwallungen dieser Jahre beeinflussten Goethes Schreibstil; hatte er zuvor schon Gedichte im regelgerechten Stil des Rokoko verfasst, so wurde ihr Tonfall nun freier und stürmischer. Eine Sammlung von 19 Gedichten, abgeschrieben und illustriert von seinem Freund Ernst Wolfgang Behrisch, ergab das Buch Annette. Eine weitere kleine Gedichtsammlung wurde 1769 unter dem Titel Neue Lieder als erstes von Goethes Werken gedruckt.

Im Juli 1768 erlitt Goethe einen „Blutsturz“ (wahrscheinlich Tuberkulose). Halbwegs wieder reisefähig, kehrte er im August ins Elternhaus zurück.

Frankfurt und Straßburg

Die lebensbedrohliche Erkrankung erforderte eine lange Rekonvaleszenz und machte ihn empfänglich für die Vorstellungen des Pietismus, die eine Freundin der Mutter, die Herrnhuterin Susanne von Klettenberg, ihm nahebrachte. Er beschäftigte sich außerdem mit mystischen und alchemistischen Schriften, eine Lektüre, auf die er später im Faust zurückgreifen sollte. Unabhängig davon verfasste er in dieser Zeit sein erstes Lustspiel Die Mitschuldigen.

Im April 1770 setzte Goethe sein Studium in Straßburg fort. Diesmal widmete er sich zielstrebiger den juristischen Studien, fand aber auch Zeit, eine ganze Reihe persönlicher Bekanntschaften anzuknüpfen. Die wichtigste davon war die mit dem Theologen, Kunst- und Literaturtheoretiker Johann Gottfried Herder. Der Ältere öffnete ihm die Augen für die ursprüngliche Sprachgewalt von Autoren wie Homer, Shakespeare und Ossian sowie der Volkspoesie und gab so entscheidende Impulse für Goethes dichterische Entwicklung. Später sollte er auf Goethes Fürsprache hin in weimarische Dienste berufen werden.

Auf einem Ausritt in die Umgebung lernte er in Sesenheim die Pfarrerstochter Friederike Brion kennen und lieben. Bei seiner Abreise aus Straßburg beendete der bindungsscheue junge Goethe die Beziehung; die an Friederike gerichteten Gedichte, die später als „Sesenheimer Lieder“ bekannt wurden (u. a. Willkommen und Abschied, Mailied, Heidenröslein) waren in ihrer Ausdruckskraft „der revolutionäre Beginn einer neuen lyrischen Epoche“.[4]

Im Sommer 1771 reichte Goethe seine juristische Dissertation ein, die allerdings wegen einiger darin enthaltener gegen die Kirche gerichteter „Ketzereien“ nicht angenommen wurde. Jedoch bot die Universität ihm die Möglichkeit, das Lizenziat zu erwerben, das dem Doktortitel fast gleichwertig war. Dazu musste er 56 selbsterstellte Thesen in einer lateinisch geführten Disputation verteidigen, was ihm offenbar überzeugend gelang. Im August 1771 schloss Goethe sein Studium „cum applausu“ ab.

Zeit des Sturm und Drang

Zurück in Frankfurt, eröffnete Goethe eine kleine Anwaltskanzlei, die bei bald nachlassendem Interesse und geringem Arbeitseifer des frischgebackenen Juristen vier Jahre lang bis zur Abreise nach Weimar bestehen blieb. Wichtiger als der Anwaltsberuf war Goethe die Dichtung. Ende 1771 brachte er – innerhalb von sechs Wochen – die „Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand“ zu Papier. Nach einer Überarbeitung wurde das Drama 1773 als Götz von Berlichingen im Selbstverlag veröffentlicht. Das mit allen überlieferten dramatischen Regeln brechende Werk fand begeisterte Aufnahme und gilt als das Gründungsdokument des Sturm und Drang.[5]

Im Mai 1772 – also zwischen den beiden Niederschriften des Götz – schrieb Goethe sich, wiederum auf Drängen des Vaters, als Praktikant beim Reichskammergericht in Wetzlar ein. Sein dortiger Kollege Johann Christian Kestner beschrieb den damaligen Goethe: „Er besitzt, was man Genie nennt, und eine ganz außerordentliche Einbildungskraft. Er ist in seinen Affekten heftig. Er hat eine edle Denkungsart. Er ist ein Mensch von Charakter. […] Er ist bizarre und hat in seinem Betragen, seinem Äußerlichen verschiedenes, das ihn unangenehm machen könnte. Aber bei Kindern, bei Frauenzimmern und vielen andern ist er doch wohl angeschrieben. Er tut, was ihm gefällt, ohne sich darum zu kümmern, ob es anderen gefällt, ob es Mode ist, ob es die Lebensart erlaubt. Aller Zwang ist ihm verhaßt […] “.[6]

Die Leiden des jungen Werthers, Erstdruck von 1774 (bei einer späteren Überarbeitung entfiel das Genitiv-s)

Wieder schenkte Goethe den juristischen Studien wenig Aufmerksamkeit. Stattdessen befasste er sich mit den antiken Autoren und verliebte sich in Charlotte Buff, Kestners Verlobte. Als nach wenigen Monaten die Situation zu eskalieren drohte, verließ er Wetzlar fluchtartig. Anderthalb Jahre später verwob er diese Erfahrung sowie weitere eigene und fremde Erlebnisse in dem Roman Die Leiden des jungen Werther, den er Anfang 1774 innerhalb von nur vier Wochen niederschrieb. Das hochemotionale Werk machte seinen Autor binnen kurzem in ganz Europa berühmt. Goethe selbst erklärte den ungeheuren Erfolg des Buches und das von ihm ausgelöste „Wertherfieber“ später damit, dass es genau die Bedürfnisse der damaligen Zeit getroffen habe. Der Dichter selbst rettete sich mit der schöpferischen Arbeit am Werther aus einer eigenen krisenhaften Lebenssituation: Ich fühlte mich, wie nach einer Generalbeichte, wieder froh und frei, und zu einem neuen Leben berechtigt.[7]

Die Jahre zwischen der Rückkehr aus Wetzlar und der Abreise nach Weimar gehörten zu den produktivsten in Goethes Leben. Außer dem Werther entstanden die großen Hymnen (u. a. Ganymed, Prometheus und Mahomets Gesang), mehrere Kurzdramen (u. a. das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern und Götter, Helden und Wieland) sowie die Dramen Clavigo und Stella. Ein Schauspiel für Liebende. Auch griff Goethe in dieser Zeit zum ersten Mal den Fauststoff auf.

Zu Ostern 1775 verlobte Goethe sich mit der Frankfurter Bankierstocher Lili Schönemann. Die Beziehung litt bald unter der Unvereinbarkeit der Familien in Milieu und Lebensstil, zudem fürchtete der Dichter, eine Ehe mit seinen Lebensplänen nicht vereinbaren zu können. Um Abstand zu gewinnen, folgte er einer Einladung der Brüder Christian und Friedrich Leopold zu Stolberg-Stolberg zu einer mehrmonatigen Reise durch die Schweiz. Im Oktober wurde die Verlobung aufgelöst. Goethe, der unter der Trennung sehr litt, nahm nun eine Einladung des 18-jährigen Herzogs Karl August zu einer Reise nach Weimar an.

Minister in Weimar

Im November 1775 erreichte Goethe Weimar. Die Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach zählte rund 6.000 Einwohner (das Herzogtum rund 100.000), war aber dank des Wirkens der Herzoginmutter Anna Amalia im Begriff, sich zu einem kulturellen Zentrum zu entwickeln. Goethe gewann schnell das Vertrauen des Herzogs. Als dieser ihm vorschlug, bei der Leitung des Staates mitzuwirken, nahm Goethe nach einigem Zögern an. Dabei bestimmte ihn das Bedürfnis nach praktisch-wirksamer Tätigkeit: „Wär’s auch nur auf ein paar Jahre, ist doch immer besser als das untätige Leben zu Hause wo ich mit der grössten Lust nichts thun kann. Hier hab ich doch ein paar Herzogthümer vor mir.“[8]

Im Staatsdienst

Johann Wolfgang von Goethe, Postkarte nach einem Gemälde von Georg Oswald May, 1779

Gegen den anfänglichen Widerstand des Adels wurde Goethe im Sommer 1776 Mitglied des „Consiliums“, des dreiköpfigen Beratergremiums des Herzogs. Im folgenden Jahr übertrug dieser ihm die Leitung der neugegründeten Bergwerkskommission, 1779 die der Kriegs- und der Wegebaukommission, 1782 das Finanzministerium. Goethe ging mit großem Ehrgeiz ans Werk. Sein Hauptanliegen war es, durch Einschränkung der öffentlichen Ausgaben bei gleichzeitiger Förderung der Wirtschaft den völlig verschuldeten Staatshaushalt zu sanieren. Dies gelang zumindest teilweise, vor allem die Halbierung der „Streitkräfte“ brachte deutliche Einsparungen. Andererseits erwies sich der auf Goethes Initiative sanierte Kupfer- und Silberbergbau in Ilmenau als wenig erfolgreich; die Gruben wurden nach einigen Jahren wieder aufgegeben.

Goethes Wirken im „Consilium“ wird in der Literatur recht unterschiedlich beurteilt. Gilt er einigen Autoren als Reformpolitiker, der sich u. a. um die Befreiung der Bauern von drückenden Fron- und Abgabenlasten bemühte,[9] so wird anderenorts herausgestellt, dass er in amtlicher Funktion sowohl die Zwangsrekrutierung von Landeskindern für die preußische Armee befürwortete als auch Maßnahmen zur Einschränkung der Redefreiheit. In einem anderen Fall votierte er für die Hinrichtung einer ledigen Mutter, die ihr Neugeborenes aus Verzweiflung getötet hatte – im Gegensatz zu der verständnis- und mitleidsvollen Haltung, die er später in der Gretchentragödie zum Ausdruck bringen sollte.[10] Ungewiss ist, ob er dabei aus Überzeugung handelte oder sich höheren Rücksichten beugte.

Seine Hoffnung auf tätiges Wirken im Staatsdienst erfüllte sich letztlich nicht. Die Verzettelung in immer neuen Schwierigkeiten, die Erfolglosigkeit vieler seiner Bemühungen bei gleichzeitiger Arbeitsüberlastung führten bald in die Resignation: „Es weis kein Mensch was ich thue und mit wieviel Feinden ich kämpfe um das wenige hervorzubringen.“,[11] notierte er 1779 im Tagebuch. Goethes amtliche Tätigkeit war mit Standeserhöhungen verbunden; er erhielt den Titel eines Geheimrats, 1782 wurde ihm der erbliche Adel verliehen. Zumeist im Rahmen dienstlicher Pflichten unternahm er im ersten Weimarer Jahrzehnt mehrere Reisen, darunter 1779 in die Schweiz sowie mehrmals in den Harz. 1785 begann mit einer Kur in Karlsbad die Gewohnheit jährlicher Badereisen.

Dichtung und Naturwissenschaften

In seinem ersten Weimarer Jahrzehnt veröffentlichte Goethe außer einigen in Zeitschriften verstreuten Gedichten nichts. Die tägliche Arbeit ließ ihm zu ernsthafter dichterischer Tätigkeit wenig Zeit, zumal er auch für die Gestaltung von Hoffesten und die Belieferung des höfischen Liebhabertheaters mit Singspielen und Theaterstücken zuständig war. Zu diesen Gelegenheitsproduktionen, die er oft als eine lästige Pflicht ansah, gehört eine Neufassung des Jahrmarktsfests zu Plundersweilern. Anspruchsvolle Arbeiten dieser Zeit waren eine erste Prosafassung der Iphigenie auf Tauris; er begann außerdem den Egmont, Tasso und Wilhelm Meister. In dieser Zeit entstanden außerdem einige der bekanntesten Gedichte Goethes; neben den Liebesgedichten für Charlotte von Stein (z. B. Warum gabst du uns die tiefen Blicke) waren dies u. a. der Erlkönig, Wandrers Nachtlied, Grenzen der Menschheit und Das Göttliche.

Um 1780 begann Goethe, sich systematisch mit naturwissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen. Er führte dies später auf seine amtliche Beschäftigung mit Fragen des Berg- und Ackerbaus, der Holzwirtschaft usw. zurück. Sein Hauptinteresse galt zunächst der Geologie und der Mineralogie, der Botanik und der Osteologie. Auf diesem Gebiet gelang ihm 1784 die vermeintliche Entdeckung (in Wirklichkeit Wiederentdeckung)[12] des Zwischenkieferknochens beim Menschen. Im gleichen Jahr schrieb er seinen Aufsatz Über den Granit und plante ein Buch mit dem Titel: Roman der Erde.

Beziehung zu Charlotte von Stein

Die wichtigste und prägendste Beziehung Goethes während dieses Weimarer Jahrzehnts war die zu der Hofdame Charlotte von Stein. Die sieben Jahre Ältere hatte vier ihrer sieben Kinder verloren und lebte in einer Zweckehe. Fast 2.000 Briefe, Billette und „Zettelgen“ Goethes und zahlreiche Gedichte sind die Dokumente einer außergewöhnlich innigen Liebesbeziehung (Frau von Steins Briefe sind nicht erhalten). Es wird darin unter anderem deutlich, dass die Geliebte den Dichter als „Erzieherin“ förderte: Sie brachte ihm höfische Umgangsformen bei, besänftigte seine innere Unruhe, stärkte seine Selbstdisziplin. Die Frage, ob es sich auch um ein sexuelles Verhältnis oder um eine reine „Seelenfreundschaft“ handelte, lässt sich nicht mit Sicherheit beantworten.[13] Die Mehrzahl der Autoren geht davon aus, dass Charlotte von Stein sich den erotischen Wünschen des Geliebten verweigerte. Häufig wird die These des Psychoanalytikers Kurt Eissler[14] vertreten, wonach Goethe erste sexuelle Erfahrungen als 38-Jähriger in Rom machte.

Das Verhältnis endete mit Goethes heimlicher Abreise nach Rom 1786, welche die tiefverletzte Frau von Stein ihm nicht verzeihen konnte; sein nach der Rückkehr aufgenommenes Verhältnis mit Christiane Vulpius führte zum völligen Bruch. Erst im Alter fanden beide erneut zu einer freundschaftlichen Beziehung.

Reise nach Italien

Die Solfatara von Pozzuoli, lavierte Tuschzeichnung von Johann Wolfgang von Goethe, 1787
Johann Wolfgang von Goethe in seinem italienischen Freundeskreis, Federzeichnung von Friedrich Bury, um 1887

1786 geriet Goethe in eine Krise. In seiner amtlichen Tätigkeit hatte er nicht die erhoffte Erfüllung gefunden, die Beziehung zu Charlotte von Stein gestaltete sich zunehmend unbefriedigend, er litt unter den Zwängen des Hoflebens. Vor allem aber war es eine Identitätskrise: Er wusste nicht mehr, was seine eigentliche Bestimmung war und lebte nicht in Übereinstimmung mit sich selbst.[15] Dieser Situation entfloh er durch eine Reise nach Italien. Im September 1786 brach er ohne Abschied auf; nur sein Diener Philipp Seidel war informiert. Die geheime Abreise mit unbekanntem Ziel war wohl Teil einer Strategie, die es Goethe ermöglichen sollte, seine Ämter niederzulegen, das zugehörige Gehalt jedoch weiter zu beziehen.[16] Auch reiste er unter einem Pseudonym, da sich der weltberühmte Autor des Werther anders nicht ohne soziale Kontrolle in der Öffentlichkeit bewegen konnte. Nach Zwischenaufenthalten in Verona, Vicenza und Venedig erreichte Goethe im November Rom. Dort blieb er, mit einem viermonatigen Abstecher nach Neapel und Sizilien, bis Ende April 1788. Zwei Monate später war er, nach Zwischenstationen u. a. in Siena, Florenz, Parma und Mailand, zurück in Weimar.

In Rom wohnte Goethe bei dem deutschen Maler Wilhelm Tischbein, stand aber in regem Austausch auch mit anderen Mitgliedern der deutschen Künstlerkolonie in Rom, darunter Angelika Kauffmann, Philipp Hackert, Friedrich Bury und dem Schweizer Johann Heinrich Meyer, der ihm später nach Weimar folgen und dort unter anderem sein künstlerischer Berater werden sollte. In freundschaftlicher Verbindung stand er auch mit dem Schriftsteller Karl Philipp Moritz; im Gespräch mit diesem bildeten sich die kunsttheoretischen Anschauungen aus, die später grundlegend für Goethes „klassische“ Auffassung werden sollten.

Goethe lernte in Italien die Bau- und Kunstwerke der Antike und der Renaissance kennen und bewundern; seine besondere Verehrung galt Raffael und dem Architekten Andrea Palladio. Unter Anleitung seiner Künstlerfreunde übte er sich mit großem Ehrgeiz im Zeichnen; etwa 850 Zeichnungen Goethes sind aus der italienischen Zeit erhalten. Erst jetzt entschied er, nicht zum Künstler, sondern zum Dichter geboren zu sein. Auch mit literarischen Arbeiten beschäftigte er sich in Italien: Unter anderem brachte er die bereits in Prosa vorliegende Iphigenie in Versform, vollendete den zwölf Jahre zuvor begonnenen Egmont und setzte den Tasso fort; daneben beschäftigte er sich mit botanischen Studien. Vor allem aber „lebte“ er: Im Schutze des Inkognitos (den deutschen Freunden war seine wahre Identität jedoch bekannt) konnte er sich in einfachen Gesellschaftsschichten bewegen, seiner Freude an Spielen und Späßen freien Lauf lassen und erotische Erfahrungen machen.[17]

Die Reise wurde für Goethe zu einem einschneidenden Erlebnis; er selbst sprach von einer „Wiedergeburt“, die er in Italien erfahren habe. An ihrem Ende hatte er sich selber wiedergefunden und beschlossen, seine Tätigkeit künftig auf das zu beschränken, was ihm seinem Wesen gemäß schien.

Zeit der Weimarer Klassik

Beziehung zu Christiane Vulpius

Christiane Vulpius, Zeichnung von Johann Wolfgang von Goethe

Wenige Wochen nach seiner Rückkehr machte Goethe die 23-jährige Christiane Vulpius zu seiner Geliebten und bald darauf auch Lebensgefährtin. Im Dezember 1789 wurde der Sohn August geboren; vier darauffolgende Kinder sollten jeweils nur einige Tage leben. Der wenig gebildeten, aus einfachen Verhältnissen stammenden Frau blieb der Zugang zur Weimarer Gesellschaft, in der Goethe sich bewegte, verschlossen. Sie galt dort als ordinär und vergnügungssüchtig, erschwerend kam die Illegitimität des unstandesgemäßen Verhältnisses hinzu. Goethe schätzte ihr natürliches, fröhliches Wesen. Er hielt an der Verbindung mit seinem „kleinen Eroticon“ bis an Christianes Lebensende 1816 fest, erleichterte ihre gesellschaftliche Stellung aber erst 1806 durch eine Heirat.

Amtliche Aufgaben und Politik

Nach seiner Rückkehr ließ Goethe sich vom Herzog von den meisten seiner amtlichen Pflichten entbinden; den Sitz im Consilium und damit die Möglichkeit politischer Einflussnahme behielt er jedoch bei. Er übernahm nun eine Reihe von Aufgaben aus dem kulturellen und wissenschaftlichen Bereich, darunter die Leitung der Zeichenschule und die Aufsicht über das öffentliche Bauwesen. Von 1791 bis 1817 leitete er das Weimarer Hoftheater – eine Aufgabe, die viel Zeit in Anspruch nahm, war er doch für sämtliche Belange zuständig, von der Auswahl der Stücke über deren Inszenierung bis zur Finanzplanung. Daneben war Goethe in Angelegenheiten der zum Herzogtum gehörenden Universität Jena beratend tätig. Seiner Unterstützung ist die Berufung einer Reihe namhafter Professoren zu verdanken, darunter Johann Gottlieb Fichte, Georg Hegel, Friedrich Schelling und Friedrich Schiller. Nachdem ihm 1807 die Aufsicht über die Universität übertragen worden war, setzte Goethe sich vor allem für den Ausbau der naturwissenschaftlichen Fakultät ein.

Zu Goethes Pflichten gehörte auch eine dreimonatige Reise nach Venedig 1790, um die von ihrer Italienreise zurückkehrende Herzoginmutter abzuholen. Die Hochstimmung der ersten Italienreise wiederholte sich jedoch nicht, enttäuscht registrierte der Dichter nun auch die politischen und sozialen Missstände im Land.

1789 wurde Europa durch die Französische Revolution erschüttert, der Goethe ablehnend gegenüberstand. Er war ein Befürworter allmählicher Reformen und fühlte sich insbesondere durch die Gewaltexzesse im Gefolge der Revolution abgestoßen; andererseits sah er die Schuld dafür aber beim Ancien Régime. Rückblickend sagte er später: „Auch war ich vollkommen überzeugt, daß irgendeine große Revolution nie Schuld des Volkes ist, sondern der Regierung. Revolutionen sind ganz unmöglich, sobald die Regierungen fortwährend gerecht und fortwährend wach sind, so daß sie ihnen durch zeitgemäße Verbesserungen entgegenkommen und sich nicht so lange sträuben, bis das Notwendige von unten her erzwungen wird.“[18] 1792 begleitete Goethe den Herzog auf dessen Wunsch in den ersten Koalitionskrieg gegen das revolutionäre Frankreich. Drei Monate lang erlebte er als Beobachter das Elend und die Gewalttaten dieses Krieges, der mit einem französischen Sieg endete. Wiederum drei Monate war der Dichter im Sommer 1793 unterwegs, um auf Wunsch des Herzogs die Belagerung von Mainz mitzuerleben.

1796 trat das Herzogtum dem preußisch-französischen Sonderfrieden von Basel bei. Die nun folgende zehnjährige Friedenszeit ermöglichte mitten im vom Kriegsgeschehen erschütterten Europa die Blüte der Weimarer Klassik.

Naturwissenschaft, Dichtung, Bund mit Schiller

Johann Wolfgang von Goethe, Postkarte nach einer Kreidezeichnung von Friedrich Bury, 1800 (Goethe war in mittleren Jahren vorübergehend recht korpulent)[19]
Friedrich Schiller, Zeichnung von Friedrich Georg Weitsch, 1804

In den Jahren nach seiner Italienreise beschäftigte Goethe sich zunächst vor allem mit der Naturforschung. 1790 veröffentlichte er seinen Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären, außerdem begann er mit seinen Untersuchungen zur Farbenlehre, die ihn bis ans Lebensende beschäftigen sollte.

Dagegen gelangte die dichterische Produktion zunächst zu einem gewissen Stillstand; Ursache waren seine Entfremdung vom einstigen Freundeskreis und dessen Desinteresse, die Erschütterungen durch die Revolution und der augenblickliche Publikumserfolg von Werken, die Goethes neu erworbener klassischer Kunstanschauung diametral entgegenstanden.

Zu den Werken der frühen 1790-er Jahre gehören die bald nach seiner Rückkehr entstandenen Römischen Elegien, eine Sammlung erotischer Gedichte, die den Ausdruck seiner Leidenschaft für Christiane in die Formen der antiken erotischen Dichtung kleiden. Der zweiten Italienreise entsprangen die Venetianischen Epigramme, eine Sammlung von Bonmots und Spottgedichten auf die europäischen Zustände. 1792/93 setzte er das bekannte Tierepos von Reineke Fuchs in Hexameter. Unter den Eindrücken der Revolution entstand eine Reihe satirischer, antirevolutionärer, aber auch antiabsolutistischer Komödien: Der Groß-Cophta (1791), Der Bürgergeneral (1793) und das Fragment Die Aufgeregten (1793). „Sie alle dokumentieren Goethes scheiterndes Bemühen, revolutionäres Geschehen angemessen in ein Bühnenspiel umzusetzen.“[20]

Im Sommer 1794 bat der als Geschichtsprofessor im nahen Jena (ab Ende 1799 in Weimar) lebende Friedrich Schiller Goethe um dessen Mitarbeit an einer von ihm geplanten Zeitschrift für Kultur und Kunst, den Horen. Die beiden Dichter waren in der Vergangenheit bereits mehrfach zusammengetroffen, ohne dass sich daraus eine engere Beziehung entwickelt hätte. Nach der Zusage Goethes stellten sie nun fest, dass sie in der Ablehnung der Revolution ebenso übereinstimmten wie in der Hinwendung zur Antike als höchstem künstlerischen Ideal; dies war der Beginn eines intensiven Arbeitsbündnisses, aus dem zwar alles Persönlichere ausgeklammert war, das jedoch geprägt war von tiefem Verständnis für das Wesen und die Arbeitsweise des anderen.

In der gemeinsamen Erörterung ästhetischer Grundsatzfragen entwickelten beide eine Literatur- und Kunstauffassung, die als „Weimarer Klassik“ zur literarhistorischen Epochenbezeichnung werden sollte. Goethe, dessen literarisches Schaffen, ebenso wie dasjenige Schillers, zuvor ins Stocken gekommen war, betonte mehrmals die anregende Wirkung der Zusammenarbeit mit dem zehn Jahre Jüngeren: „Sie haben mir eine zweite Jugend verschafft und mich wieder zum Dichter gemacht.“[21]

Beide Dichter nahmen lebhaften theoretischen und praktischen Anteil an den Werken des anderen. So beeinflusste Goethe Schillers Wallenstein, während dieser die Entstehung von Goethes Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre kritisch begleitete und ihn zur Fortführung des Faust ermunterte. Wichtig waren auch gemeinsame publizistische Projekte. Zwar beteiligte Schiller sich kaum an Goethes kurzlebiger Kunstzeitschrift Propyläen; dieser jedoch veröffentlichte zahlreiche Werke in den Horen und den ebenfalls von Schiller herausgegebenen Musen-Almanachen. Der Musen-Almanach für das Jahr 1797 brachte eine Sammlung gemeinschaftlich verfasster Spottverse, die Xenien. Im Musen-Almanach des Folgejahres[22] erschienen einige der berühmtesten Balladen beider Autoren.

Neben den bereits genannten Werken verfasste Goethe in dieser Periode die Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten und das Versepos Hermann und Dorothea, das aktuelles Zeitgeschehen in das Gewand des klassischen Hexameters kleidet. Mit diesem Werk gelang Goethe der einzige „klassische“ Publikumserfolg.

Mit dem Tod Schillers 1805 endete die prägende Periode der Weimarer Klassik.[23]

Der späte Goethe

Johann Wolfgang von Goethe, Ölgemälde von Gerhard von Kügelgen, 1808/1809 (das repräsentative Gemälde zeigt den Dichter mit dem russischen St. Annen-Orden und dem roten Band der Ehrenlegion)

Den Tod Schillers im Jahr 1805 empfand Goethe als entschiedenen Verlust. In dieser Zeit setzten ihm zudem verschiedene eigene Krankheiten (Gesichtsrose, Nierenkoliken) zu. Ein tiefer Einschnitt in Goethes Leben war neben dem Verlust des Weggefährten der sich abzeichnende Krieg mit Napoléon Bonaparte. Im Geiste sah Goethe sich mit seinem Herzog bereits bettelnd und asylsuchend durch Deutschland ziehen (seine Neigung zu Pessimismus nannte er seine „schwarze Seite“).

Die feste Eheschließung mit Christiane hinderte Goethe allerdings nicht, bereits 1807 eine tiefe Neigung für Minna Herzlieb, die 18-jährige Pflegetochter des Buchhändlers Frommann in Jena, zu entwickeln. Nachklang der inneren Erlebnisse dieser Zeit ist sein letzter Roman „Die Wahlverwandtschaften“ (1809). Charakteristisch für Goethe ist, wie er in diesem Werk Poesie und Naturforschung verknüpft: in der zeitgenössischen Chemie gebrauchte man den Begriff der „Wahlverwandtschaft“ der Elemente. Goethe wäre gern das allumfassende Universalgenie gewesen, musste aber vor der „millionenfachen Hydra der Empirie“ die Segel streichen. Die Fülle des Stoffs war nicht mehr zu erfassen. Immerhin bereitete er ab 1806 eine neue Gesamtausgabe seiner Werke (bei Cotta in Stuttgart) vor; hierfür schloss er auch endlich den ersten Teil des „Faust“ ab.

1809 begann Goethe eine Autobiographie zu verfassen. Ein Jahr später veröffentlichte er die sehr aufwendig ausgestattete Farbenlehre. Er forschte in den Literaturen des Auslands und aller Zeitalter. Als die Menschen sich gegen die französische Fremdherrschaft erhoben, flüchtete Goethe geistig in den Nahen Orient: Er begann das Studium des Arabischen und Persischen, las im Koran und Verse des persischen Dichters Hafis. Als Bettina Brentano in Weimar auftauchte, half sie mit dem von seiner Mutter erhaltenen Wissen über Goethes Jugend beim Fortgang der Lebensbeschreibung „Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit“. Diese Darstellung versah Goethe später mit zahlreichen Nachträgen, unter anderem in den „Annalen“ und in der „Italienischen Reise von 1786 bis 1788“. Als Sekretär wurde ihm Friedrich Riemer (seit 1805 Erzieher seines Sohnes) bald unentbehrlich; mit Carl Friedrich Zelter, dessen Musik seinen Ohren angenehmer klang als das „Getöse“ Beethovens, begann er einen über 30 Jahre anhaltenden und ausgedehnten Briefwechsel (1799-1832), da er sich von ihm nicht nur in Fragen der Musik aufs freundschaftlichste verstanden fühlte.

1814 reiste Goethe in die Rhein- und Maingegenden. In Frankfurt traf er den Bankier Johann Jakob von Willemer und dessen Partnerin Marianne Jung, die wenige Wochen später, noch während Goethes Anwesenheit und auf seinen Rat hin, heirateten. Goethe war zwar 65 Jahre, fühlte sich jedoch keineswegs zu alt und verliebte sich in Marianne. Sie wurde zur Muse und Partnerin in der Dichtung. Goethe besuchte die Willemers im folgenden Jahr wieder – ein letztes Mal sah er die Heimat. Auf die späteren Einladungen der Willemers antwortete er nicht mehr. Aber es entstanden weiter Verse von Nachtigall und Rose, Wein und Liebe, bis er den „West-östlichen Divan“ abschloss. Später enthüllte Marianne, dass ein großer Teil der Liebesgedichte in dieser Sammlung von ihr selbst stammte.

Konzentration und Werkaufarbeitung

1816 starb Goethes Frau Christiane nach langer Krankheit. 1817 konnte er die Leitung des Hoftheaters abgeben. Die Schwiegertochter kümmerte sich fortan um sein Wohl. Das kleine Herzogtum war – entgegen Goethes Befürchtungen – unbeschadet aus den Wirren der napoleonischen Kriege hervorgegangen, Carl August durfte sich sogar „Königliche Hoheit“ nennen. Während es in den Köpfen der Studenten in Jena und anderswo brannte, schuf Goethe Ordnung in seinen Papieren. In diesen Jahren entstand „Geschichte meines botanischen Studiums“ (1817), bis 1824 folgten in der Schriftenreihe „Zur Naturwissenschaft überhaupt“ Gedanken u.a. zu Morphologie, Geologie und Mineralogie. (Hier findet sich auch die Darstellung der Morphologie der Pflanzen in Form einer Elegie, die er bereits um 1790 für seine Geliebte verfasst hatte.) In dieser Zeit stand er auch in Kontakt mit dem Forstwissenschaftler Heinrich Cotta, den er bereits 1813 erstmals in Tharandt aufgesucht hatte.

Er schloss Freundschaft mit Karl Friedrich Reinhard und Kaspar Maria von Sternberg. Zeitweise widmete sich Goethe mystischen Aspekten, die ihren Niederschlag in „Urworte. Orphisch“ fanden. Die Tagebücher und lange liegengebliebene Notizen dienten ihm zur Aufarbeitung der „Italienischen Reise“. 1821 folgte „Wilhelm Meisters Wanderjahre“, eine Sammlung kleiner Novellen. Goethe wählte nun Marienbad als Kurort.

Die letzten Werke und Reisen

Goethe diktiert in seinem Arbeitszimmer dem Schreiber John, Ölgemälde von Johann Joseph Schmeller, 1829/31
„Goethehäuschen“

1823 erkrankte Goethe an einer Herzbeutelentzündung. Nachdem er sich erholt hatte, wurde er geistig lebendiger als zuvor. Der Greis hielt ernsthaft um die Hand der 19-jährigen Ulrike von Levetzow an, die er mit ihrer Mutter in Karlsbad kennengelernt hatte. Sie wies ihn jedoch ab. Auf der Heimreise schrieb er sich die Enttäuschung mit der „Marienbader Elegie“ von der Seele. Dann wurde es immer stiller und friedlicher in ihm und um ihn. Seine Tage verbrachte er immer einsiedlerischer, „allzeit beschäftigt, die Kräfte zu nutzen, die … noch geblieben waren“. Er nahm die Arbeit am zweiten Teil des Faust wieder auf. Er schrieb kaum noch selbst, sondern diktierte. So konnte er nicht nur einen umfangreichen Briefwechsel bewältigen, sondern auch seine letztgültigen Worte in weit ausholenden Gesprächen dem Adlatus Johann Peter Eckermann anvertrauen.

1828 starb Goethes Gönner Karl August, 1830 musste er den Tod des Sohnes in Rom hinnehmen. In demselben Jahr schloss er die Arbeit am zweiten Teil des Faust ab. Es war ein Werk, an dem ihm das (jahrelange) Werden das Wichtigste war, formal ein Bühnenstück, tatsächlich kaum auf der Bühne spielbar, eher ein phantastischer Bilderbogen, vieldeutig wie viele seiner Dichtungen. Schließlich schaltete er sich noch in die Kontroverse der beiden Paläontologen Georges Cuvier und Etienne Geoffroy Saint-Hilaire (Katastrophismus vs. kontinuierliche Entwicklung der Arten) ein. Geologie und Entwicklungslehre beschäftigten ihn ebenso wie der Regenbogen, den er mittels seiner Farbenlehre nie hatte erklären können. Auch die Frage, wie Pflanzen wachsen, ließ ihn nicht los. Noch wenige Wochen vor seinem Tod diktierte er an Ferdinand Wackenroder:[24]

„Es interessiert mich höchlich, inwiefern es möglich sei, der organisch-chemischen Operation des Lebens beizukommen, durch welche die Metamorphose der Pflanzen nach einem und demselben Gesetz auf die mannigfaltigste Weise bewirkt wird – allein mir scheint offenbar, daß die durch die Wurzel aufgesogene Feuchtigkeit schon durch sie verändert wird und, wie die Pflanze sich gegen das Licht erhebt. Daher kam der Wunsch, dem Sie so freundlich entgegenarbeiteten, die Luftart, wodurch die Schoten sich aufblähen, näher bestimmt zu sehen.“

Im August 1831 zog es Goethe nochmals in den Thüringer Wald, dahin, wo er einst seine ersten naturwissenschaftlichen Anregungen bekommen hatte, und er begab sich nach Ilmenau. 51 Jahre, nachdem er 1780 an eine Bretterwand in der Jagdhütte „Goethehäuschen“ auf dem Kickelhahn bei Ilmenau sein bekanntes Gedicht „Wandrers Nachtlied“ („Über allen Gipfeln ist Ruh’…“) geschrieben hatte, besuchte er diese Wirkstätte 1831 kurz vor seinem letzten Geburtstag erneut. Tief bewegt las er, laut für sich wiederholend, die letzten Zeilen seiner Gedichtinschrift: „Warte nur, balde ruhest du auch.

Tod

Am 22. März 1832 starb Goethe, vermutlich an einem Herzinfarkt.[25] Dass seine letzten Worte gelautet haben sollen: „Mehr Licht!“, ist umstritten. Die Aussage geht auf seinen Arzt Carl Vogel zurück, der sich jedoch im betreffenden Moment nicht im Sterbezimmer aufhielt.[26] Goethe wurde am 26. März in der Weimarer Fürstengruft bestattet.

Naturwissenschaftliche Arbeiten

Ginkgo biloba; Goethe erstellte von diesem Gedicht – unter Hinzufügung zweier getrockneter Ginkgo-Blätter – 1815 eine gesonderte Reinschriftfassung. Zur Erstfassung siehe: Gingo Biloba
Farbenkreis zur Symbolisierung des menschlichen Geistes- und Seelenlebens, aquarellierte Federzeichnung von Johann Wolfgang von Goethe, 1809

Goethes Mittel der Naturerkenntnis war die Beobachtung; Hilfsmitteln, wie z.B. dem Mikroskop, stand er misstrauisch gegenüber: „Der Mensch an sich selbst, insofern er sich seiner gesunden Sinne bedient, ist der größte und genaueste physikalisch Apparat, den es geben kann, und das ist eben das größte Unheil der neueren Physik, daß man die Experimente gleichsam vom Menschen abgesondert hat und bloß in dem, was künstliche Instrumente zeigen, die Natur erkennen, ja, was sie leisten kann, dadurch beschränken und beweisen will.“[27] Er war bestrebt, die Natur in ihrem Gesamtzusammenhang, der auch den Menschen einschloss, zu erkennen. Die Abstraktion, deren sich die Wissenschaft zu dieser Zeit zu bedienen begann, betrachtete Goethe, wegen der damit verbundenen Isolierung der Objekte vom Betrachter, mit Misstrauen. Goethes Verfahren ist mit der modernen exakten Naturwissenschaft jedoch nicht zu vereinbaren: „[…] er […] hat den Bereich des unmittelbar sinnlichen Eindrucks und der unmittelbar geistigen Anschauung nicht überschritten in Richtung auf eine abstrakte, mathematisch verifizierbare, unsinnliche Gesetzlichkeit.“,[28] stellte der Physiker Hermann von Helmholtz 1853 fest.

Goethes Beschäftigung mit der Naturwissenschaft fand vielfach Eingang in seine Dichtung, so in Teile des Faust und in die Gedichte Die Metamorphose der Pflanzen und Gingo biloba.

Die belebte Natur stellte Goethe sich als in ständigem Wandel begriffen vor. So versuchte er in der Botanik zunächst, die unterschiedlichen Pflanzenarten auf eine gemeinsame Grundform, die „Urpflanze“, zurückzuführen, aus der sich sämtliche Arten entwickelt haben sollten. Später richtete er seine Aufmerksamkeit auf die einzelne Pflanze und glaubte zu erkennen, dass die Teile der Blüte und die Frucht letztlich umgebildete Blätter darstellen. Die Ergebnisse seiner Beobachtungen veröffentlichte er in der Schrift Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären (1790).[29] In der Anatomie gelang Goethe 1784, gemeinsam mit dem Anatomieprofessor Justus Christian Loder, zu seiner großen Freude die (vermeintliche) Entdeckung des Zwischenkieferknochens beim menschlichen Embryo (ihm war entgangen, dass der Knochen in der Vergangenheit schon mehrmals beschrieben worden war).[30] Der Zwischenkieferknochen, bis dahin nur bei den Säugetieren bekannt, verwächst beim Menschen vor der Geburt mit den umgebenden Oberkieferknochen. Sein Nachweis beim Menschen galt damals als wichtiges Indiz für dessen – von vielen Wissenschaftlern bestrittene – Verwandtschaft mit den Tieren.

Seine Farbenlehre (erschienen 1810) hielt Goethe für sein naturwissenschaftliches Hauptwerk und verteidigte die darin vertretenen Thesen hartnäckig gegen zahlreiche Kritiker. Im Alter äußerte er, dass er den Wert dieses Werks höher einschätze als den seiner Dichtung. Mit der Farbenlehre stellte Goethe sich gegen diejenige Isaac Newtons, der nachgewiesen hatte, dass das weiße Licht sich aus Lichtern der unterschiedlichen Farben zusammensetzt. Goethe glaubte dagegen aus eigenen Beobachtungen schließen zu können, „daß das Licht eine unteilbare Einheit sei und die Farben aus dem Zusammenwirken von Hellem und Dunklem, Licht und Finsternis entstünden, und zwar durch die Vermittlung eines „trüben“ Mediums.“[31] So erscheint beispielsweise die Sonne rötlich, wenn sich eine trübe Dunstschicht vor ihr ausbreitet und sie abdunkelt. Schon zu Goethes Zeiten erkannte man allerdings, dass diese Phänomene sich auch mit der Theorie Newtons erklären lassen. Wenn auch die Farbenlehre in ihrem Kern von der Fachwelt schon bald zurückgewiesen wurde, so übte sie doch auf die zeitgenössischen und nachfolgenden Maler, vor allem Philipp Otto Runge, großen Einfluss aus; zudem schuf Goethe damit die Grundlage der Farbpsychologie.

In der Geologie befasste Goethe sich vor allem mit dem Aufbau einer Mineralien-Sammlung, die bei seinem Tode auf 17.800 Steine angewachsen war. Über die Einzelerkenntnis der Gesteinsarten wollte er generelle Einsichten in die materielle Beschaffenheit der Erde und die Erdgeschichte erlangen. Die neuen Erkenntnisse der chemischen Forschung verfolgte er mit großem Interesse und begründete im Rahmen seiner Zuständigkeit für die Universität Jena den ersten Lehrstuhl für Chemie an einer deutschen Hochschule.

Nachkommen

Johann Wolfgang von Goethe und seine Frau Christiane hatten fünf Kinder. Außer August, dem ältesten, wurde eines tot geboren, die anderen starben nach Tagen oder Wochen. August hatte drei Kinder: Walther Wolfgang (* 9. April 1818; † 15. April 1885), Wolfgang Maximilian (* 18. September 1820; † 20. Januar 1883) und Alma Sedina (* 29. Oktober 1827; † 29. September 1844). August starb zwei Jahre vor seinem Vater in Rom. Seine Frau Ottilie von Goethe gebar nach seinem Tod ein weiteres (nicht von August stammendes) Kind namens Anna Sibylle, das nach einem Jahr starb. Ihre Kinder blieben unverheiratet, so dass die direkte Nachkommenslinie von Johann Wolfgang von Goethe 1885 ausstarb. Seine Schwester Cornelia hatte zwei Kinder (Nichten Goethes), deren Nachkommen (Linie Nicolovius) noch heute leben. Siehe Goethe (Familie).

Rezeption

Die Rezeption Goethes als eines Autors, „[…] der wie kaum ein anderer weltweit in alle Lebensbereiche hinein gewirkt und seine prägenden Spuren hinterlassen hat […]“[32], ist außerordentlich vielfältig und geht weit über die literarisch-künstlerische Bedeutung seines Werks hinaus. Sie kann deshalb nur punktuell beleuchtet werden.

Rezeption zu Lebzeiten

Goethe erreichte den Höhepunkt seiner Popularität bereits als 25-Jähriger mit dem Werther. Das Werk fand Zugang zu allen Leserschichten und löste eine breite Auseinandersetzung aus, behandelte es doch „[…] zentrale religiöse, weltanschauliche und gesellschaftspolitische Probleme.“[33] Die dadurch beim Publikum geweckten Erwartungen wurden durch die nachfolgenden Publikationen jedoch nicht eingelöst. Goethes spätere Werke – mit Ausnahme von Hermann und Dorothea sowie dem ersten Teil des Faust – richteten sich an literarisch gebildete Kreise, wurden aber auch dort nicht durchweg verstanden und verkauften sich schleppend. Davon unabhängig begann Anfang des 19. Jahrhunderts eine „[…] immer größere Schichten und Kreise des Publikums erfassende Kanonisierung und Mythisierung Goethes. [Er wurde nun] in der allgemeinen Einschätzung der Deutschen die alles überragende, epochebestimmende Erscheinung in der Geschichte der neueren Dichtung […].“[34] In Goethes späteren Jahren zog sein Haus einen Besucherstrom von literarisch Gebildeten aus ganz Europa an – ein Beleg für das Interesse, das der Dichter auch im Ausland fand.

Wandel des Goethebildes

Nach des Dichters Tod nahm seine Wertschätzung zunächst ab. Er stand nun im Schatten Schillers, dessen revolutionäre Tendenzen besser in die Zeit des Vormärz passten als die politisch konservative Haltung Goethes. Neben die „Goetheaner“ traten nationale (Ludwig Börne) und kirchliche Kritiker, die ihm mangelnden Patriotismus bzw. mangelnde Religiosität und Sittlichkeit zum Vorwurf machten.

Etwa seit den 1860-er Jahren gehört Goethe zum Lektürekanon an deutschen Schulen.[35]

Goethe-Denkmal in Leipzig, errichtet 1903

Die Epoche relativer Goetheferne endete mit der Reichsgründung 1871. Der „Olympier“ Goethe wurde nun zum Genius des neuen Reiches erklärt. Beispielhaft dafür stehen die Goethe-Vorlesungen Herman Grimms von 1874/75: „Goethes Arbeit hat den Boden schaffen helfen, auf dem wir säen und ernten. Er gehört zu den vornehmsten Gründern der deutschen Freiheit.“[36] Eine Flut von Goethe-Ausgaben und Goethe-Sekundärliteratur erschien. Seit 1885 widmet sich die Goethe-Gesellschaft der Erforschung und Verbreitung des Goetheschen Werks; zu ihren Mitgliedern gehörten die Spitzen der Gesellschaft im In- und Ausland, darunter das deutsche Kaiserpaar.

Charakteristisch für den Goethekult des Kaiserreichs war die Verlagerung des Interesses von Goethes Werk auf „das Kunstwerk seines wohlgeführten, bewegten und reichen, und doch durchaus in harmonischer Einheit zusammengehaltenen Lebens“,[37] hinter dem im Allgemeinbewusstsein die dichterische Produktion zu verschwinden drohte. So schrieb der Schriftsteller Wilhelm Raabe 1880: „Goethe ist der deutschen Nation gar nicht der Dichterei usw. wegen gegeben, sondern daß sie aus seinem Leben einen ganzen vollen Menschen vom Anfang bis zum Ende kennenlerne.“[38] Aus dem Studium von Goethes als beispielhaft empfundenem Leben erhoffte man sich Rat und Nutzen für die eigene Lebensführung. Es gab jedoch auch Stimmen, die die Inhaltsleere des Goethekults in Teilen der Bevölkerung herausstellten. Gottfried Keller bemerkte 1884: „Jedes Gespräch wird durch den geweihten Namen beherrscht, jede neue Publikation über Goethe beklatscht – er selbst aber nicht mehr gelesen, weshalb man auch die Werke nicht mehr kennt, die Kenntnis nicht mehr fortbildet.“[39] Und Friedrich Nietzsche schrieb 1878: „[…] Goethe ist in der Geschichte der Deutschen ein Zwischenfall ohne Folgen: wer wäre imstande, in der deutschen Politik der letzten siebenzig Jahre zum Beispiel ein Stück Goethe aufzuzeigen!“[40]

Die Weimarer Republik beschwor Goethe ausdrücklich als geistige Grundlage des neuen Staates. 1919 verkündete der spätere Reichspräsident Friedrich Ebert, jetzt gelte es, die Wandlung zu vollziehen „vom Imperialismus zum Idealismus, von der Weltmacht zur geistigen Größe. […] Wir müssen die großen Gesellschaftsprobleme in dem Geiste behandeln, in dem Goethe sie im zweiten Teil des Faust und in Wilhelm Meisters Wanderjahren erfaßt hat.“[41] Praktische Wirkung hatte dieses Bekenntnis jedoch nicht. Von der politischen Linken wurde Goethe in der Weimarer Zeit kritisiert: „War er am Ende wirklich, wie die ihn nicht gelesen habenden, naiven Marxisten meinen, eben nur ein Heros des Bürgertums, der Mitschöpfer einer subalternen, kurzfristigen, heute längst schon wieder abgeblühten Ideologie?“,[42] fragte Hermann Hesse 1932.

Der Nationalsozialismus äußerte sich wenig zu Goethe. Dessen Humanismus, sein Kosmopolitismus und sein „Bildungsideal des auf sich selbst gestellten, sich selbst vollendenden Menschen“[43] sperrte sich der Vereinnahmung durch die faschistische Ideologie. Alfred Rosenberg erklärte 1930 in seinem Buch Der Mythus des 20. Jahrhunderts, dass Goethe für die kommenden „Zeiten erbitterter Kämpfe“ nicht brauchbar sei, „weil ihm die Gewalt einer typenbildenden Idee verhaßt war und er sowohl im Leben wie im Dichten keine Diktatur eines Gedankens anerkennen wollte […].“[44]

In den beiden deutschen Staaten nach 1945 erfuhr Goethe eine Renaissance. Er erschien nun als Repräsentant eines besseren, humanistischen Deutschland, der über die zurückliegenden Jahre der Barbarei hinwegzutragen schien. Jedoch stand die Goethe-Aneignung in Ost und West unter unterschiedlichen Vorzeichen. In der DDR etablierte sich, inspiriert vor allem durch Georg Lukács, eine marxistisch-leninistische Interpretation. Der Dichter wurde nun zum Verbündeten der französischen Revolution und Wegbereiter der Revolution von 1848/49 erklärt, sein Faust zur „Produktivkraft für die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft“.[45] Dagegen knüpfte man in der Bundesrepublik an das traditionelle Goethebild an. Ab dem Ende der 1960-er Jahre wurde hier im Zuge der „Klassikschelte“ auch Goethe als nicht mehr zeitgemäß in Frage gestellt.

Aus Goethes intensiver Auseinandersetzung mit dem Islam schließen Muslime gelegentlich, er sei insgeheim einer der ihren gewesen; 1995 wurde er sogar im Rahmen eines islamischen Rechtsgutachtens postum in „Mohammed Johann Wolfgang von Goethe“ umbenannt.[46] Dagegen betonen z.B. der Kulturhistoriker Manfred Osten und die Goethe-Forscherin Katharina Mommsen, dass Goethe, der sich zeitlebens keiner Religionsgemeinschaft völlig anschließen konnte, im Islam sowohl ihm gemäße Elemente fand (den strengen Monotheismus, die Schicksalsergebenheit und die Überzeugung, dass Gott sich in der Natur offenbare) als auch solche, die er ablehnte (die abwertende Haltung gegenüber Frauen, das Weinverbot, die Geringschätzung von Poesie und Kunst).[47] Goethes Äußerungen sind vielmehr als Aufforderung zum Dialog zwischen den Kulturen und zu gegenseitiger Toleranz zu verstehen.[48]

Einfluss auf Literatur und Musik

Goethes Einfluss auf die deutschen Dichter und Schriftsteller, die nach ihm kamen, ist allgegenwärtig,[49] sodass hier nur einige Autoren genannt werden können, die sich mit ihm und seinem Werk in besonderem Maße auseinandersetzten.

Die Dichter und Schriftsteller der Romantik knüpften an den Gefühlsüberschwang des Sturm und Drang an. Franz Grillparzer bezeichnete Goethe verschiedentlich als sein Vorbild und teilte mit diesem neben bestimmten stilistischen Gepflogenheiten die Abneigung gegen politischen Radikalismus jeglicher Art. Friedrich Nietzsche verehrte Goethe sein Leben lang und fühlte sich besonders in seiner skeptischen Haltung zu Deutschland und zum Christentum als dessen Nachfolger. „Goethe kann als Grundlage der Bildung eine ganze Kultur ersetzen“,[50] und „Von Goethes Sprüchen in Prosa geht heute vielleicht mehr Lehrkraft aus als von sämtlichen deutschen Universitäten“,[51] schrieb Hugo von Hofmannsthal 1922. Er verfasste zahlreiche Aufsätze zu Goethes Werk. Thomas Mann empfand für Goethe tiefe Sympathie. Er fühlte sich ihm wesensverwandt nicht nur in seiner Rolle als Dichter, sondern auch in einer ganzen Reihe von Charakterzügen und Gewohnheiten. Thomas Mann verfasste zahlreiche Essays und Aufsätze zu Goethe und hielt die zentralen Reden zu den Goethe-Jubiläumsfeiern 1932 und 1949. In seinem Roman Lotte in Weimar lässt er den Dichter lebendig werden, mit dem Roman Doktor Faustus griff er den Fauststoff erneut auf. „Unter allen deutschen Dichtern ist Goethe derjenige, dem ich am meisten verdanke, der mich am meisten beschäftigt, bedrängt, ermuntert, zu Nachfolge oder Widerspruch gezwungen hat“,[52] schrieb Hermann Hesse, der sich immer wieder mit Goethe auseinandersetzte; so wandte er sich in einer Szene seines Steppenwolfs gegen eine Verfälschung des Goethebildes. Ulrich Plenzdorf übertrug in seinem Roman Die neuen Leiden des jungen W. das Werther-Geschehen in die DDR der 1970-er Jahre.

Dem Theologen, Philosophen und Arzt Albert Schweitzer schließlich wurde Goethe zum Vorbild eines Menschen, der Sorge um andere nicht auf sich beruhen, sondern durch Hilfeleistung fruchtbar werden ließ […].[53] Für Schweitzer war Goethe Mentor und Tröster in schwierigen Zeiten.

Zahlreiche Gedichte Goethes wurden – vor allem von Komponisten des 19. Jahrhunderts – vertont, wodurch der Dichter die Entwicklung des Kunstliedes förderte. Der produktivste unter den musikalischen Goethe-Interpreten war Franz Schubert mit rund 80 Goethe-Vertonungen, darunter die populär gewordenen Heidenröslein, Gretchen am Spinnrade und der Erlkönig. Felix Mendelssohn Bartholdy, mit Goethe persönlich bekannt, vertonte die Ballade Die erste Walpurgisnacht. Auch Robert Schumann hinterließ Goethe-Vertonungen, ebenso Hugo Wolf; dieser widmete sich unter anderem Gedichten aus dem Wilhelm Meister und dem West-östlichen Divan.

Rezeption als Naturwissenschaftler

Goethes naturwissenschaftliche Arbeit wurde von den zeitgenössischen Fachkollegen anerkannt und ernstgenommen; er stand in Kontakt mit angesehenen Forschern wie dem Naturforscher Alexander von Humboldt, dem Arzt Christoph Wilhelm Hufeland und dem Chemiker Johann Wolfgang Döbereiner. In der Fachliteratur wurden seine Schriften, allen voran die Farbenlehre, von Beginn an kontrovers diskutiert; mit der Fortentwicklung der Naturwissenschaften wurden Goethes Theorien in weiten Teilen als überholt betrachtet. Eine vorübergehende Renaissance erfuhr er ab 1859, dem Erscheinungsjahr von Charles Darwins Werk Die Entstehung der Arten. Goethes Annahme eines ständigen Wandels der belebten Welt und der Zurückführbarkeit der organischen Formen auf eine gemeinsame Urform führte nun dazu, dass er als ein Vordenker der Evolutionstheorie galt. [54]

1883-1897 gab Rudolf Steiner Goethes naturwissenschaftliche Schriften heraus. Er erkannte in dem ganzheitlichen Erkenntnisverfahren Goethes eine Alternative zur zeitgenössischen materialistisch-mechanischen Naturauffassung, Gedanken, die er als Goetheanismus in die später von ihm begründete Anthroposophie einfließen ließ. Seither gewann Goethes ganzheitliche, den Menschen einschließende Methode der Naturerkenntnis – obwohl deren Ergebnisse im engeren Sinne dem Stand der Wissenschaft nicht mehr entsprachen – immer dann an Aktualität, wenn im öffentlichen Diskurs nach Alternativen zu dem mechanistischen Weltbild der modernen Naturwissenschaft und ihrer auf Entseelung gerichteten Technisierung gesucht wurde. So zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain und wiederum seit den 1980-er Jahren im Rahmen der New-Age-Bewegung.

Goethe als Namensstifter

Werke (Auswahl)

Es war eine der besonderen Eigenarten Goethes, begonnene Dichtungen oft Jahre, manchmal Jahrzehnte liegen zu lassen, bereits gedruckte Werke erheblichen Umarbeitungen zu unterwerfen und manches Fertiggestellte erst nach langer Zeit in den Druck zu geben. Eine Datierung der Werke nach Entstehungszeit ist deshalb manchmal schwierig. Die Liste orientiert sich am (vermuteten) Zeitpunkt der Entstehung.

Johann Wolfgang von Goethe im 62. Lebensjahr (nach dem Gemälde von Luise Seidler, Weimar 1811)
Dramen
Romane und Novellen
Versepen
Gedichte
Gedichtzyklen und Epigramm-Sammlungen
Übertragungen
Einzelnheiten, Maximen und Reflexionen: Titelblatt der ersten Zusammenstellung
Aufzeichnungen und Aphorismen
  • Maximen und Reflexionen, 1833 (posthum veröffentlicht)
Ästhetische Schriften
Naturwissenschaftliche Schriften
Autobiographische Prosa

Literatur

Werkausgaben

  • Sämtliche Werke. Briefe, Tagebücher und Gespräche, Frankfurter Ausgabe in 40 Bänden, einschließlich der amtlichen Schriften und der Zeichnungen, mit Kommentar und Registern (die vollständigste aktuelle Gesamtausgabe der Werke Goethes), Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt/Main 1985 ff., ISBN 3-618-60213-8.
  • Sämtliche Werke, Münchner Ausgabe in 20 Bänden, neueste Auflage 1986 im Carl Hanser Verlag erschienen, München, ISBN 3-446-13285-6.
  • Goethes Werke, Hamburger Ausgabe in 14 Bänden, mit Kommentar und Registern, herausgegeben von Erich Trunz, C. H. Beck, München 1982 – 2008, ISBN 978-3-406-08495-9.
  • Goethes Werke, Weimarer Ausgabe (oder Sophienausgabe) in 143 Bänden. Hrsg. von Paul Raabe. Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 3-423-05911-7

Sekundärliteratur (Auswahl)

Übersichten/Bibliographien

Lexika und Nachschlagewerke

  • Effi Biedrzynski: Goethes Weimar – Das Lexikon der Personen und Schauplätze. Artemis&Winkler, Zürich 1992, ISBN 3-7608-1064-0.
  • Richard Dobel: Lexikon der Goethe-Zitate, Deutscher Taschenbuch Vlg., München 1995, ISBN 3-423-03361-4
  • Martin Müller: Goethes merkwürdige Wörter. 2. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, ISBN 978-3-534-19078-2.
  • Rose Unterberger: Die Goethe-Chronik. Insel, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-458-17100-2.
  • Gero von Wilpert: Goethe-Lexikon. Kröner, Stuttgart 1998, ISBN 3-520-40701-9.
  • Bernd Witte/Theo Buck/Hans-Dietrich Dahnke/Regine Otto/Peter Schmidt (Hrsg.): Goethe-Handbuch, Sonderausgabe 6 Bände incl. Registerband, gesamt 3696 Seiten, Vlg. J. B. Metzler, Stuttgart 2004, Sammel-ISBN 978-3-476-02022-2

Einführungen

Briefsammlungen

  • Hans Gerhard Gräf (Hrsg.): Goethes Ehe in Briefen. Insel, Frankfurt a. M. 1998, ISBN 3-458-33325-8.
  • Karl Robert Mandelkow, Bodo Morawe (Hrsg.): Goethe, Johann Wolfgang von: Briefe und Briefe an Goethe. 6 Bände, Beck, München 1988, ISBN 978-3-406-33048-3.

Gespräche

  • Hans Gerhard Gräf, Leonhard L. Mackall, Max Morris (Hrsg.): Flodoard Freiherr von Biedermann: Goethes Gespräche. 2., durchgesehene u. stark vermehrte Auflage. 5 Bände, F. W. v. Biedermann, Leipzig 1909-1911.
  • Schönberger, Otto (Hrsg.): Johann Peter Eckermann: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens. Reclam, Ditzingen 1994, ISBN 978-3-15-002002-9.

Leben und Werk

  • Albert Bielschowsky: Goethe, sein Leben und seine Werke. 43. Auflage. 2 Bände, Beck, München 1925.
  • Dieter Borchmeyer: Goethe. Der Zeitbürger. Hanser, München u. Wien 1999, ISBN 978-3-446-19643-8.
  • Nicholas Boyle: Goethe. Der Dichter in seiner Zeit. Aus dem Engl. übers. von Holger Fliessbach. 2 Bände, Insel, Frankfurt am Main 2004.
  • Karl Otto Conrady: Goethe – Leben und Werk. Artemis, Zürich 1994.
  • Richard Friedenthal: Goethe – sein Leben und seine Zeit. 15. Auflage. Piper, München 2005, ISBN 978-3-492-20248-0.

Leben und Werk im Bild

  • Jörn Göres (Hrsg.): Goethes Leben in Bilddokumenten, Bechtermünz Vlg., Augsburg 1999, ISBN 3-8289-0236-7
  • Christoph Michel (Hrsg.): Goethe – Sein Leben in Bildern und Texten. 2. Auflage. Insel, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-458-04768-9.

Lebensabschnitte

Naturkunde und Wissenschaft

  • Aeka Ishihara: Goethes Buch der Natur. Königshausen&Neumann, Würzburg 2005, ISBN 3-8260-2994-1
  • Otto Krätz: Goethe und die Naturwissenschaften. Callwey, München 1992
  • Maren Partenheimer: Goethes Tragweite in der Naturwissenschaft. Duncker&Humblot, Berlin 1989
  • Georg Schwedt: Goethe als Chemiker. Springer, Berlin 1998, ISBN 3-540-64354-0
  • Wolfram Voigt, Ulrich Sucker: Johann Wolfgang von Goethe. Teubner, Leipzig 1987.(Biographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner, Bd. 38).

Politik

  • Hans Tümmler: Goethe als Staatsmann, Vlg. Musterschmidt, Göttingen 1976, o.ISBN
  • Wolfgang Rothe: Der politische Goethe, Vlg. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, ISBN 3-525-01220-9
  • W. Daniel Wilson: Das Goethe-Tabu – Protest und Menschenrechte im klassischen Weimar, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1999, ISBN 3-423-30710-2.

Psychologische Aspekte

  • Kurt R. Eissler: Goethe  −  Eine psychoanalytische Studie • 1775 – 1786, Bd.1 (Seiten 1-790), Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1987, ISBN 3-423-04457-8
  • ders.: Goethe  −  Eine psychoanalytische Studie • 1775 – 1786, Bd.2 (Seiten 791-1802), Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1987, ISBN 3-423-04457-8
  • Rainer J. Kaus: Der Fall Goethe  −  ein deutscher Fall • Eine psychoanalytische Studie, Universitätsverlag C. Winter, Heidelberg 1994, ISBN 3-8253-0241-5
  • Josef Rattner: Goethe, Leben, Werk und Wirkung in tiefenpsychologischer Sicht. Königshausen & Neumann, Würzburg 1999, ISBN 3-8260-1660-2.

Weitere Basisliteratur

  • Peter Meuer (Hrsg.): Abschied und Übergang  −  Goethes Gedanken über Tod und Unsterblichkeit, Vlg. Artemis & Winkler, Zürich 1993, ISBN 3-7608-1081-0
  • Katharina Mommsen: Goethe und die arabische Welt. Insel Verlag, Frankfurt/Main 1998.
  • Hans-Joachim Simm (Hrsg.): Goethe und die Religion, Insel Vlg., Frankfurt am Main/Leipzig 2000, ISBN 3-458-33900-0
  • Renate Wieland: Schein Kritik Utopie. Zu Goethe und Hegel. Edition text + kritik, München 1992, ISBN 3-88377-419-7.
  • Emil Schaeffer/Jörn Göres: Goethe – seine äußere Erscheinung. Insel Verlag, Frankfurt/Main 1980. ISBN 3-458-33975-2

Filmische Dokumentationen

  • Goethe in Weimar. Dokumentation, 60 Min., Buch und Regie: Gabriele Dinsenbacher, Produktion: SWR, Erstsendung: 10. Juli 1999, Inhaltsangabe von Presseportal SWR-Südwestrundfunk (Wdh. v. 23. Februar 2007), abgerufen: 16. September 2009

 Commons: Goethe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

  •  Wikiquote: Goethe – Zitate
  •  Wikisource: Goethe – Quellen und Volltexte
  •  Wikiversity: P. J. Möbius’ Goethe-Pathographie – Kursmaterialien, Forschungsprojekte und wissenschaftlicher Austausch
  • Texte

    Allgemeines

    Hilfsmittel

    Einzelnachweise und Anmerkungen

    1. Wie Stieler berichtet, habe Goethe gesagt: „Sie zeigen mir, wie ich sein könnte. Mit diesem Manne auf dem Bilde ließe sich wohl gerne ein Wörtchen sprechen. Er sieht so schön aus, dass er wohl noch eine Frau bekommen könnte.“ Zitiert nach: Emil Schaeffer, Jörn Göres: Goethe – seine äußere Erscheinung, S. 179.
    2. Dieter Borchmeyer: Schnellkurs Goethe, S. 15
    3. Klaus Seehafer: Mein Leben, ein einzig Abenteuer – Johann Wolfgang Goethe, Biografie, S. 12.
    4. Dieter Borchmeyer: Schnellkurs Goethe, S. 31.
    5. Dieter Borchmeyer: Schnellkurs Goethe, S. 35.
    6. In: Klaus Seehafer: Mein Leben, ein einzig Abenteuer – Johann Wolfgang Goethe, Biografie, S.  105.
    7. Dichtung und Wahrheit, in: Karl Otto Conrady: Goethe – Leben und Werk, Bd. 1, S. 212.
    8. In einem Brief an Johanna Fahlmer von 1776, in: Klaus Seehafer, Mein Leben, ein einzig Abenteuer – Johann Wolfgang Goethe, Biografie, S. 141.
    9. Dieter Borchmeyer: Schnellkurs Goethe, S. 52.
    10. W. Daniel Wilson: Das Goethe-Tabu – Protest und Menschenrechte im klassischen Weimar, S. 47ff, 76ff und 7f.
    11. In: Karl Otto Conrady: Goethe − Leben und Werk, Band I, S. 348.
    12. Klaus Seehafer: Mein Leben, ein einzig Abenteuer – Johann Wolfgang Goethe, Biografie, S. 180.
    13. Helmut Koopmann: Goethe und Frau von Stein – Geschichte einer Liebe, S. 254ff.
    14. Kurt R. Eissler: Goethe. Eine psychoanalytische Studie 1775–1786.
    15. Karl Otto Conrady: Goethe – Leben und Werk, Band I, S. 438.
    16. Roberto Zapperi: Das Inkognito – Goethes ganz andere Existenz in Rom, S. 8ff.
    17. Roberto Zapperi: Das Inkognito – Goethes ganz andere Existenz in Rom, S. 95ff, S. 133ff.
    18. Im Gespräch mit Eckermann am 27. April 1825, zitiert nach: Karl Otto Conrady: Goethe – Leben und Werk, Band II, S. 41f.
    19. „…was das Äußere betrifft, so sagen die Leute, ich sei nach und nach dick geworden…“: aus einem Schreiben Goethes an Kestner 1798, zitiert nach: Emil Schaeffer, Jörn Göres: Goethe – seine äußere Erscheinung, S. 105.
    20. Karl Otto Conrady: Goethe – Leben und Werk, Band II, S. 31f.
    21. In einem Brief an Schiller vom 6.1.1798, zitiert nach: Karl Otto Conrady: Goethe – Leben und Werk, Band II, S. 106.
    22. Musen-Almanach für das Jahr 1798, Wiedergabe des Inhalts.
    23. Dieter Borchmeyer: Schnellkurs Goethe, S. 130.
    24. Georg Schwedt: Goethe als Chemiker. Springer, Berlin 1998
    25. Klaus Seehafer: Mein Leben, ein einzig Abenteuer – Johann Wolfgang Goethe, Biografie, S. 458.
    26. Carl Vogel: Die letzte Krankheit Goethe’s (…), in: Journal der practischen Heilkunde (1833).
    27. Maximen und Reflexionen, in: Karl Otto Conrady: Goethe – Leben und Werk, Band 2, S. 265.
    28. Hermann von Helmholtz: Ueber Goethe’s naturwissenschaftliche Arbeiten, 1853, in: Karl Robert Mandelkow: Goethe in Deutschland – Rezeptionsgeschichte eines Klassikers, Band I, S. 183.
    29. Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären, Wiedergabe des Textes im Projekt Gutenberg.
    30. Klaus Seehafer: Mein Leben, ein einzig Abenteuer – Johann Wolfgang Goethe, Biografie, S. 180.
    31. Karl Otto Conrady: Goethe – Leben und Werk, Band 2, S. 263.
    32. Karl Robert Mandelkow: Goethe in Deutschland – Rezeptionsgeschichte eines Klassikers, Band I, S. 11.
    33. Karl Robert Mandelkow: Goethe in Deutschland – Rezeptionsgeschichte eines Klassikers, Band I, S. 41.
    34. Karl Robert Mandelkow: Goethe in Deutschland – Rezeptionsgeschichte eines Klassikers, Band I, S. 65.
    35. Wolfgang Leppmann: Goethe und die Deutschen, S. 169ff.
    36. Zitiert nach: Karl Robert Mandelkow: Goethe in Deutschland – Rezeptionsgeschichte eines Klassikers, Band I, S. 207.
    37. David Friedrich Strauß 1872, zitiert nach: Karl Robert Mandelkow: Goethe in Deutschland – Rezeptionsgeschichte eines Klassikers, Band I, S. 262.
    38. Zitiert nach: Klaus Seehafer, Mein Leben, ein einzig Abenteuer – Johann Wolfgang Goethe, Biografie, S. 6.
    39. Zitiert nach: Karl Robert Mandelkow: Goethe in Deutschland – Rezeptionsgeschichte eines Klassikers, Band I, S. 230.
    40. Zitiert nach: Dieter Borchmeyer, Schnellkurs Goethe, S. 14.
    41. Zitiert nach: Dieter Borchmeyer, Schnellkurs Goethe, S. 17.
    42. Dank an Goethe, in: Hermann Hesse: Dank an Goethe, S. 18.
    43. Wolfgang Leppmann: Goethe und die Deutschen, S. 193.
    44. Zitiert nach: Karl Robert Mandelkow: Goethe in Deutschland – Rezeptionsgeschichte eines Klassikers, Band II, S. 78.
    45. Karl Robert Mandelkow: Goethe in Deutschland – Rezeptionsgeschichte eines Klassikers, Band II, S. 213.
    46. Beitrag von Manfred Osten in der FAZ vom 28.11.2007.
    47. Katharina Mommsen: Goethe und die arabische Welt, S. 171, S. 362ff, S. 405ff und S. 436ff.
    48. Beitrag von Manfred Osten in der FAZ vom 28.11.2007.
    49. Wolfgang Leppmann: Goethe und die Deutschen, S. 206.
    50. Zitiert nach: Dieter Borchmeyer, Schnellkurs Goethe, S. 14.
    51. Zitiert nach: Wolfgang Leppmann: Goethe und die Deutschen, S. 206.
    52. Dank an Goethe, in: Hermann Hesse: Dank an Goethe, S. 9.
    53. Wolfgang Leppmann: Goethe und die Deutschen, S. 246.
    54. Karl Robert Mandelkow: Goethe in Deutschland – Rezeptionsgeschichte eines Klassikers, Band I, S. 187.
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    ImSommer1771reichteGoetheseinejuristischeDissertationein,dieallerdingswegeneinigerdarinenthaltenergegendieKirchegerichteter„Ketzereien“nichtangenommenwurde.JedochbotdieUniversitätihmdieMöglichkeit,dasLizenziatzuerwerben,dasdemDoktortitelfastgleichwertigwar.Dazumussteer56selbsterstellteThesenineinerlateinischgeführtenDisputationverteidigen,wasihmoffenbarüberzeug stammt von Wikipedia und ist lizensiert unter GFDL. Hier können Sie den [4]

    ImSommer1771reichteGoetheseinejuristischeDissertationein,dieallerdingswegeneinigerdarinenthaltenergegendieKirchegerichteter„Ketzereien“nichtangenommenwurde.JedochbotdieUniversitätihmdieMöglichkeit,dasLizenziatzuerwerben,dasdemDoktortitelfastgleichwertigwar.Dazumussteer56selbsterstellteThesenineinerlateinischgeführtenDisputationverteidigen,wasihmoffenbarüberzeug">Original-Artikel zu einerneuenlyrischenEpoche“.[4]

    ImSommer1771reichteGoetheseinejuristischeDissertationein,dieallerdingswegeneinigerdarinenthaltenergegendieKirchegerichteter„Ketzereien“nichtangenommenwurde.JedochbotdieUniversitätihmdieMöglichkeit,dasLizenziatzuerwerben,dasdemDoktortitelfastgleichwertigwar.Dazumussteer56selbsterstellteThesenineinerlateinischgeführtenDisputationverteidigen,wasihmoffenbarüberzeug , die Versionsgeschichte und die Liste der [4]

    ImSommer1771reichteGoetheseinejuristischeDissertationein,dieallerdingswegeneinigerdarinenthaltenergegendieKirchegerichteter„Ketzereien“nichtangenommenwurde.JedochbotdieUniversitätihmdieMöglichkeit,dasLizenziatzuerwerben,dasdemDoktortitelfastgleichwertigwar.Dazumussteer56selbsterstellteThesenineinerlateinischgeführtenDisputationverteidigen,wasihmoffenbarüberzeug&action=history">Autoren einsehen.