KINOLEXIKON  

 Frankreich

République française

Französische Republik

FlaggeWappen
Wahlspruch: Liberté, Egalité, Fraternité

(Französisch für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit)

AmtsspracheFranzösisch
HauptstadtParis
Staatsformsemipräsidiale Republik
StaatsoberhauptStaatspräsident Nicolas Sarkozy
RegierungschefPremierminister François Fillon
Fläche674.843 km²

Metropolitan-Fr.: 547.026 [1] km²

Einwohnerzahl65.073.482[2] (Januar 2009)

Metropolitan-Fr.: 62.448.977[3]

Bevölkerungsdichte96,3 Einwohner pro km²

Metropolitan-Fr.: 114,8 Einwohner pro km²

BIP nominal (2007)[4]2.560.255 Mio. US$ (6.)
BIP/Einwohner41.511 US$ (18.)
HDI0,952 (10.)
WährungEuro (€) 1 Euro = 100 Cent, in den pazifischen Überseegebieten CFP-Franc
Gründung843 (Vertrag von Verdun)
NationalhymneMarseillaise
Nationalfeiertag14. Juli
ZeitzoneUTC+1
Kfz-KennzeichenF
Internet-TLDMetropolitan-Fr.: .fr
Überseegebiete: .bl, .gf, .gp, .mf, .mq, .nc, .pf, .pm, .re, .tf, .wf, .yt
TelefonvorwahlMetropolitan-Fr.: +33
Überseegebiete: +262, +508, +590, +594, +596, +681, +687, +689

Frankreich (amtlich République française, deutsch Französische Republik; Kurzform franz.: France [fʀɑ̃s]) ist ein demokratischer, zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. In Europa grenzt es an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an die Nordsee, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Maarten aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Suriname hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien. Ferner beansprucht Frankreich einen Teil der Antarktis. Frankreich ist ein Mitglied der EU.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Karte von Frankreich mit den wichtigsten Städten und Flüssen

Hauptartikel: Geographie Frankreichs

Insgesamt hat das „französische Mutterland“ in Europa, das aufgrund seiner Form auch als l’Hexagone (Sechseck) bezeichnet wird, eine Fläche von 547.026 km². Frankreich hat abgesehen vom Mittelmeer auch Meeresküsten im Norden und Westen, das Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel. In der Südosthälfte ist das Land gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen, das Zentralmassiv, die Alpen sowie die Vogesen im Osten. Der höchste Berg Frankreichs und der Alpen ist der Mont Blanc (4.808 Meter).

Reliefkarte von Frankreich mit den wichtigsten Flüssen

Die mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund zwölf Millionen Einwohnern in der Agglomeration (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner.

Am 1. Januar 2006 waren die größten Städte des Landes nach den Erhebungen des rollierenden Zensus, einer Erhebung mit rotierenden Stichproben (in der rechten Spalte der Großraum):

PlatzNameStadt (Ew.)Großraum (Ew.)
1.Paris2.181.37110.142.977
2.Marseille839.0431.418.481
3.Lyon472.3051.417.463
4.Toulouse437.715850.873
5.Nizza (frz. Nice)347.060940.017
6.Nantes282.853568.743
7.Straßburg (frz. Strasbourg)272.975
8.Montpellier251.634
9.Bordeaux232.260803.117
10.Lille226.0141.016.205

Siehe auch: Städte in Frankreich

Bevölkerung

Zum 1. Januar 2009 wurde die Bevölkerung einschließlich der Menschen in den Überseegebieten auf 65.073.482 geschätzt.[2] Nach Deutschland nimmt Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerungszahl ein. Innerhalb der EU hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13 %. Aufgrund der deutlich günstigeren demografischen Entwicklung (Geburtenrate und daraus folgendem Altersaufbau der Bevölkerung) rechnen Bevölkerungswissenschaftler damit, dass Frankreich in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts eine größere Bevölkerungszahl als Deutschland aufweisen wird, wenn dieses nicht kurzfristig seine Geburtenrate deutlich erhöht oder massive Steigerungen bei der Zuwanderung verzeichnet.

Im Jahre 2008 kamen auf 834.000 Geburten 543.500 Sterbefälle, das entspricht einem Überschuss von 290.500 Personen.[2] (Vgl. 2007: 818.700 Geburten, 531.200 Sterbefälle, das entsprach einem Überschuss von 287.500 Personen).[2] 2008 betrug die Geburtenrate 2,02.[5] Am Stichtag 1. Januar 2004 waren 16,2 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6 % im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-Jährigen von 26,7 % auf 25,3 % gesunken.

2003 wurden 280.300 Ehen geschlossen, das sind 6.000 (−2,1 %) weniger als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und bei den Frauen 28,3 Jahre betrug.

Die Kindersterblichkeit beträgt zurzeit 4,29 ‰.

Der durchschnittliche männliche französische Staatsbürger hat eine Lebenserwartung von 76,7 Jahren, während die Frauen auf 83,8 Jahre kommen.

Bildungswesen

Schulsystem in Frankreich

Wie in fast allen europäischen Staaten (Ausnahme: z. B. Deutschland) herrscht eine Bildungspflicht, die im Gegensatz zur Schulpflicht auch durch Hausunterricht (Homeschooling) oder durch selbstständiges Lernen abgegolten werden kann. Die Zahl der unbeschulten Kinder und Jugendlichen wird gegenwärtig auf etwa 10.000 geschätzt. Der Staat bietet folgende Schulformen an:

  • Vorschule: Maternelle
  • Grundschule: école élémentaire
  • weiterführende Schulen: collège (das mit dem brevet abgeschlossen wird), gefolgt von
    • lycée
    • lycée professionnel
    • oder CFA für Auszubildende in Betrieben
  • Hochschulreife:
    • baccalauréat nach insgesamt 12 Schuljahren; nach elf Schuljahren wird je nach Schulzweig (naturwissenschaftlich, wirtschaftlich oder literarisch) schon ein Teil der Prüfungen bewältigt
    • baccalauréat professionnel nach 13 Schuljahren für Abgänger des lycée professionnel oder des CFA
  • Studium (1. und 2. Jahr):
  • Studium (3. und 4. Jahr):
  • Studium (5. Jahr):
    • DESS oder DEA. Letzteres dient auch zur Auswahl für eine eventuell sich anschließende Doktorarbeit (thèse)

Im Zuge der europaweiten Harmonisierung der Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozess wird auch an französischen Hochschulen das System LMD eingeführt. LMD bedeutet, dass nacheinander die Licence bzw. Bachelor (nach 3 Jahren), der Master (nach 5 Jahren) und das Doktorat (nach 8 Jahren) erworben werden können. Die bisherigen nationalen Diplome (DEUG, Maîtrise, DEA/DESS) werden an manchen Universitäten übergangsweise noch bescheinigt, fallen ab Ende 2006 aber weg.

Siehe auch: Schulsystem in Frankreich, Liste der Bildungsminister von Frankreich, Liste der Universitäten in Frankreich, École Polytechnique (Paris), Kindergeld, Hochschulsystem in Frankreich

Sprachen

Traditionelle Sprachen

Die wichtigsten, traditionell im heutigen Frankreich beheimateten Sprachen und Hauptdialekte sind:

In Nordfrankreich werden zum Teil noch mehrere enger mit dem Französischen verwandte romanische Oïl-Sprachen gesprochen, die teilweise als französische Dialekte angesehen werden: Picardisch, Normannisch, Gallo, Poitevin-Saintongeais, Wallonisch, Champanois und Morvandiau. Daneben existieren im französischen und (west-)schweizerischen Alpen- und Juraraum Dialekte des Franko-Provenzalischen, die eher als von den Oïl-Sprachen unabhängig angesehen werden.

Neue Sprachen

Die Einwanderer verschiedenster Nationen, vor allem aus Portugal, Osteuropa, dem Maghreb und dem restlichen Afrika haben ihre Sprachen mitgebracht. Die Zahl der Einwanderer aus arabischen Ländern wird auf 4,5 Millionen geschätzt. Im Unterschied zu den traditionellen Sprachen konzentrieren sich diese Sprechergemeinden besonders in den großen Städten, sind aber keinem genau abgrenzbarem geografischen Gebiet zuzuordnen.

siehe auch: Französische Sprachpolitik, Sprachen in Frankreich, Minderheiten in Frankreich

Religionen

Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind.

Der Laizismus reicht in Frankreich historisch weit zurück. Bereits 1789 als Vermächtnis sowie später in der Dritten Republik unter den Gesetzen von Jules Ferry gab es den Laizismus. Schließlich wurde am 9. Dezember 1905 der Laizismus durch das Gesetz der Trennung von Kirche und Staat auch juristisch festgelegt.[6]

In einer Umfrage von Le Monde des religions bezeichneten sich 51 % der Franzosen als katholisch, 31 % erklärten keiner Religion anzugehören und etwa 9 % gaben an Muslime zu sein. 3 % bezeichneten sich als Protestanten und 1 % als Juden. 6 % machten andere oder keine Angaben.

Nur noch 58 % der Franzosen glauben an einen Gott; der Anteil der jungen Menschen, die an ein Leben nach dem Tod glauben, ist seit 1981 von 31 % auf 42 % gestiegen.[7] Nach einer Studie des PewResearch Center bezeichnet sich nur eine Minderheit von 37 % der Franzosen als „religiös“ und 9 % als „sehr religiös“. Beides sind weltweit die niedrigsten Werte.[8]

Geschichte

Staatswappen unter den Königen von Frankreich

Hauptartikel: Geschichte Frankreichs

Obwohl das Gebiet des heutigen Frankreichs bereits in früheren Jahrhunderten unter römischer Herrschaft stand und später den westlichen Teil des Frankenreichs bildete, beginnt eine eigenständige französische Geschichte erst mit der Aufteilung des Reichs Karls des Großen zwischen dessen Enkeln mit dem Vertrag von Verdun im Jahre 843.

Das französische Mittelalter war geprägt durch den Aufstieg des Königtums im stetigen Kampfe gegen die Unabhängigkeit des Hochadels und die weltliche Gewalt des Klerus, durch Teilnahme an verschiedenen Kreuzzügen und die Verfolgung von Ketzerbewegungen (wie z. B. der Albigenser), aber auch durch das Aufblühen der Städte, der Scholastik und der gotischen Architektur. Gleichzeitig vollzog sich die allmähliche Geburt der Nation und die Überwindung der englischen Ansprüche auf den Thron Frankreichs, welche zum Hundertjährigen Krieg führten und der letztlich mit dem völligen Verlust sämtlicher englischer Besitzungen auf dem Festland (mit Ausnahme von Calais) endete.

Mit der Eingliederung Burgunds und der Bretagne in den französischen Staat befand sich das Königtum auf einem vorläufigen Höhepunkt seiner Macht, wurde jedoch bald wieder durch den Konflikt mit den Habsburgern und vor allem durch die Religionskämpfe zwischen Katholiken und calvinistischen Hugenotten schwer erschüttert. Die Hugenotten wurden grausam verfolgt, es kam zu blutigen Ausschreitungen (wie beispielsweise in der Bartholomäusnacht im Jahre 1572), der Adel war gespalten in die Anhänger der protestantischen Bourbonen und der katholischen Guise. Erst nachdem sich die Stände in diesen Wirren verbraucht hatten, konnte die Krone wieder das Übergewicht erlangen und mit Heinrich IV. (Frankreich) den Weg zu einem einheitlichen absolutistischen Regime einschlagen.

Nachdem das Edikt von Nantes, erlassen im Jahre 1598, den Hugenotten vorläufig die bürgerliche Gleichberechtigung und religiöse Duldung gewährte und somit für eine gewisse innere Geschlossenheit sorgte, gelang es in der Folgezeit den Kardinälen Richelieu und Jules Mazarin, endgültig den absolutistischen Staat zu errichten. Gemäß dem Edikt von Fontainebleau von 1685 wurden die Hugenotten vertrieben und verfolgt. Auch unter Ludwig XIV., dem so genannten Sonnenkönig, der 1643 als Vierjähriger inthronisiert wurde und bis 1715 herrschte, führte Frankreich zahlreiche Kriege. Wie schon im Dreißigjährigen Krieg waren auch die durch die Reformation gespalteten deutschen Nachbarn im schwachen Kaiserreich Ziel der Expansionsbestrebungen. Die französischen Raubzüge, Verwüstungen und Eroberungen begründeten die deutsch-französische Erbfeindschaft.

Im Zuge der Ereignisse der Französischen Revolution 1789 wurde das mehr als 1.200 Jahre währende Ancien Régime gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Unter Napoléon beherrschte Frankreich große Teile Europas, Soldaten aus vielen Völkern wurden zur Teilnahme an dessen Kriegen gezwungen, so etwa im Russlandfeldzug 1812. Nach der Wiederherstellung der Monarchie dehnte Frankreich seine Macht wieder aus, eroberte weitere Kolonien, und erhob Anspruch auf das gesamte Rhein-Westufer (Rheinkrise).

Nach dem Angriff Frankreichs auf Preußen und der Gefangennahme von Kaiser Napoleons III. im Jahre 1870 setzte Frankreich als Dritte Französische Republik den Krieg fort, verlor aber diesen ebenso wie Elsaß-Lothringen.

Der französische Revanchismus mündete in den Ersten Weltkrieg. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges erklärte Frankreich Deutschland den Krieg, wurde 1940 nach kurzem Westfeldzug besiegt und – mit Ausnahme der von Vichy aus verwalteten Zone libre – bis 1944 besetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten verbliebenen Kolonien, Vietnam und Algerien, nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit der Umstrukturierung zur Fünften Republik 1958 hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt.

Politik

Organigramm des politischen Systems der Fünften Französischen Republik

Politisches System

Politisches System Frankreichs

Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem exekutivlastigen semi-präsidentiellen Regierungssystem. Die Verfassung enthält keinen Grundrechtekatalog, sondern verweist auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1789 und die in der Verfassung der Vierten Französischen Republik von 1946 festgehaltenen sozialen Grundrechte. Durch die Erfahrung von Blockadesituationen und Ineffizienz in der Vierten Republik beschneidet die Verfassung der Fünften Republik die Macht des Parlaments, hat ihm jedoch entscheidende Kontrollfunktionen überlassen.

Exekutive

Die französische Exekutivgewalt ist bezüglich der Richtlinienkompetenz und der Verantwortlichkeit auf den Staatspräsidenten und den Premierminister aufgeteilt.

In der Verfassung der Fünften Republik, die seit dem 5. Oktober 1958 besteht, kommt dem direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Schiedsrichterfunktion zu, die ursprünglich einen überparteilichen Charakter einnehmen sollte. Weiterhin hat er gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein aufschiebendes Vetorecht und kann die Nationalversammlung auflösen. Darüber hinaus ist der Staatspräsident keiner Kontrolle durch die Judikative unterworfen. Hinsichtlich der Außenpolitik verfügt der Staatspräsident sowohl über die Richtlinien- und über die Ratifikationskompetenz, sodass er sowohl die Außenpolitik gestaltet als auch völkerrechtliche Vereinbarungen für Frankreich verbindlich eingeht, obwohl sich dieser Sachverhalt erst in der Praxis de Gaulles herausschälte und nicht zwingend der Verfassung zu entnehmen ist. Des Weiteren hat der Staatspräsident den Oberbefehl über die Streitkräfte und die Atomstreitkräfte inne und bestimmt über die Notstandsgesetzgebung.

Der Premierminister ernennt die Minister seiner Regierung und leitet die Regierungsgeschäfte, verfügt also über die Richtlinienkompetenz nach innen. Er wird vom Staatspräsidenten ernannt und gegebenenfalls entlassen, ist in seiner Funktion aber dem Parlament verantwortlich.

Legislative

Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern, die nach Abschluss der Senatsreform im Jahre 2010 auf 346 steigen soll.

Jurisdiktion

Palais de Justice in Paris

In der Fünften Republik übernimmt der Verfassungsrat (Conseil constitutionnel) die Kontrollfunktion innerhalb des politischen Systems. In einem nicht erneuerbaren Mandat ernennen der Staatspräsident, und die Präsidenten der Nationalversammlung und des Senats jeweils drei Abgeordnete für eine Amtszeit von neun Jahren. Der Rat überprüft Gesetze auf Anfrage, überwacht die Gesetzesmäßigkeit von Wahlen und Referenden. Für eine Überprüfung von Gesetzen sind jeweils 60 Abgeordnete der Nationalversammlung (10,4 % der Abgeordneten) oder des Senats (18,1 % der Senatoren) nötig.

Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft.

Innenpolitik

Sitzverteilung der Nationalversammlung 2007-2012

Momentan stellt das konservative Lager des amtierenden Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy mit 345 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung.

Am 6. Mai 2007 gewann Nicolas Sarkozy, der Präsidentschaftskandidat der UMP, mit gut 53 % der Stimmen die Präsidentschaftswahl. Seine Kontrahentin, die Sozialistin Ségolène Royal, erreichte knapp 47 Prozent.

Am 16. Mai 2007 folgte Sarkozy Jacques Chirac im Amt des französischen Staatspräsidenten. In den darauffolgenden Tagen ernannte er den früheren Sozial- und Bildungsminister François Fillon zum neuen Premierminister und stellte das neue Kabinett vor, dem auch Politiker des Zentrums und der Sozialisten angehören.

Als wichtigste innenpolitische Vorhaben nannte die Regierung die Erhöhung der Kaufkraft der Bürger, eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten, insbesondere durch die Abschaffung der 35-Stunden-Woche sowie ein härteres Vorgehen gegen Kriminalität. Während seiner Zeit als Innenminister und seit der Wahl zum Präsidenten sah sich Sarkozy wiederholt mit Schwierigkeiten in der Banlieue, den Vorstadtsiedlungen großer Städte, konfrontiert. Immer wieder kommt es hier zu Sachbeschädigungen durch Vandalismus und zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Jugendlichen. Im Oktober 2005 hatten die Konflikte einen Höhepunkt erreicht und griffen von Paris in andere Städte über, nachdem zwei Jugendliche einen Unfalltod erlitten hatten (siehe Hauptartikel Unruhen in Frankreich 2005).

Außen- und Sicherheitspolitik

Leitlinie der französischen Außenpolitik ist die zunehmende Integration Europas mit dem Ziel einer politischen Einigung. Nach dem Zweiten Weltkrieg gaben Deutschland und Frankreich unter dem Eindruck der Kriegserlebnisse ihre Erbfeindschaft auf, die eine grundsätzliche Gefährdung des europäischen Friedens darstellte, und verfolgten die Aussöhnung untereinander. Mittlerweile betreiben Frankreich und Deutschland eine oftmals kongruente Europapolitik, sodass es Pläne gibt, aus diesen beiden Ländern ein „Kerneuropa“ zu bilden, das die europäische Einigung nötigenfalls auch gegen einige andere EU-Mitglieder vorantreibt.

Indirekt ist dieser Prozess auch gegen ein als solches wahrgenommenes imperiales Streben der Vereinigten Staaten von Amerika, deren überbordende Machtfülle Frankreich mit der Schaffung einer multipolaren Weltordnung relativieren will.

Eine weitere Säule der französischen Außenpolitik ist die internationale Kooperation auf dem Gebiet der Sicherheitspolitik und der Entwicklungshilfe bei ständiger Wahrung der französischen Souveränität. Dazu ist Frankreich Mitglied in zahlreichen sicherheitspolitischen Organisationen wie der OSZE und hat am Eurocorps teil. Außerdem engagiert sich Frankreich in der atomaren Abrüstung, hat bisher jedoch nicht verlautbaren lassen, auf das Potenzial der Force de frappe zu verzichten.

Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht. Über die Vereinten Nationen koordiniert es seine internationale Entwicklungszusammenarbeit und sein humanitäres Engagement.

Ebenfalls von großer Bedeutung für die französischen Außenbeziehungen ist die französische Kulturpolitik und die Förderung der Frankophonie. International hat die französische Sprache mit ungefähr 140 Millionen Sprechern einen hohen Stellenwert. Dies möchte das französische Außenministerium mit einer Unterabteilung namens AEFE unterstützen, die in knapp 125 Ländern knapp 279 Schulen, die von knapp 16.000 Jugendlichen besucht werden. Die Leistungen der knapp 1.000 Lokalitäten der Agence française nehmen ungefähr 200.000 Studenten in aller Welt in Anspruch.[9]

Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaft in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist.

Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO dahingehend, dass Frankreich 1966 seine militärische Integration in die Strukturen der NATO aufgab und ausschließlich politisch integriert blieb. Im März 2009 kündigte Präsident Sarkozy die vollständige Rückkehr Frankreichs in die Kommandostruktur der NATO an. Das französische Parlament bestätigte am 17. März 2009 diesen Schritt, indem es Sarkozy das Vertrauen ausgesprochen hatte.[10]

Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich seine Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügen über je 16 atomar bestückte Mittelstreckenraketen.

Militär

Die französischen Streitkräfte (Les forces armées françaises) sind eine Berufsarmee mit 350.000 Männern und Frauen unter Waffen. 20.000 Soldaten sind inkl. Gerät in den Überseedepartements und -territorien stationiert, weitere 8.000 in afrikanischen Staaten, mit denen Verteidigungsabkommen vereinbart wurden. Die Streitkräfte teilen sich dabei in die drei klassischen Sektoren Heer (Armée de Terre), Luftwaffe (Armée de l’air), Marine (Marine nationale) sowie die Nuklearstreitkräfte (Force de dissuasion nucléaire) mit ca. 348 bis 350 Sprengköpfen. Des Weiteren ist die Gendarmerie Nationale, eine zentrale Polizeibehörde, dem französischen Verteidigungsministerium unterstellt. Militärisches und populärkulturelles Aushängeschild des französischen Militärs ist die Légion Étrangère.

Administrative Gliederung

Administrative Gliederung Frankreichs
Administratives System Frankreichs

Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die übrigen vier Regionen bestehen aus jeweils nur einem Département und werden daher Départements et régions d’outre-mer (D.R.O.M.) genannt (bis zur Verfassungsänderung 2003 Départements d’outre-mer, kurz D.O.M.). Im Deutschen spricht man von Überseedépartements. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und La Réunion (974).

Abgesehen davon gibt es

Die D.R.O.M. sind wie das französische Kernland Teil der EU, für die T.O.M. gilt das nicht (Ausnahmen: Saint-Barthélemy und Saint-Martin). Auch in Frankreich erlassene Gesetze gelten in den T.O.M. nur, wenn dies ausdrücklich erwähnt ist.

Siehe auch: Liste der französischen Regionen, Liste der französischen Départements

Infrastruktur

Straßenverkehr

Ein dichtes Autobahnnetz verbindet in erster Linie den Großraum Paris mit den Regionen. Dabei wurde in erster Linie das auf Paris zu laufende Netz der Nationalstraßen ausgebaut. Nach und nach werden auch Querverbindungen zwischen den einzelnen Großräumen geschaffen. Die Verkehrswege Frankreichs gehören dem Staat, die meisten Autobahnstrecken werden seit 2006 aber privat betrieben, an Mautstellen müssen alle Benutzer Maut zahlen.[11] Nur wenige Abschnitte sind mautfrei, zum Beispiel im Bereich der Großstädte, die neue A75 oder die elsässische A35. Dabei gilt wiederum die Ausnahme, dass bestimmte, besonders aufwändige Autobahnabschnitte auch innerhalb des Großstadtbereichs Maut kosten (z. B. Nordumgehung von Lyon oder A14 bei Paris).

Siehe auch: Liste der Autobahnen in Frankreich

Schienenverkehr

Das TGV-Netz

Der öffentliche Nahverkehr ist in großen Zentren hervorragend ausgebaut. In Paris ist kein Ort weiter als 500 Meter von einer Station der Métro entfernt. Auch in anderen Städten werden die U-Bahnen mit großem Aufwand ausgebaut, zum Beispiel in Lyon, Lille, Marseille oder Toulouse. Außerhalb der großen Zentren wird der Nahverkehr hingegen nur spärlich betrieben.

Landesweit wurde seit Anfang der 1980er Jahre das Netz des Hochgeschwindigkeitszugs TGV konsequent ausgebaut. Das Netz wird weiter ausgebaut und erreicht dabei auch zunehmend die Nachbarländer. Für Deutschland ist vor allem der Neubau der Hochgeschwindigkeitsstrecke LGV Est européenne Richtung Straßburg und Süddeutschland beziehungsweise Richtung Saarbrücken und Mannheim relevant. Der Thalys verbindet Paris mit Brüssel, Aachen und Köln.

Seit 2003 muss die Staatsbahn SNCF sich privater Konkurrenz stellen. De facto hat sie aber landesweit noch ein Fast-Monopol.

Siehe auch: Schienenverkehr in Frankreich

Schiffsverkehr

Frankreich hat die natürlichen und künstlichen Binnenwasserstraßen (Flüsse und Kanäle) aus wirtschaftlichen und militärischen Beweggründen in seiner Geschichte stark entwickelt und ausgebaut. Seine Hochblüte erlebte das Wasserwegenetz im 19.Jahrhundert mit einer Länge von 11.000 Kilometern. Durch Konkurrenz von Schiene und Straße ist es bis heute auf rund 8.500 Kilometer zurückgegangen. Es wird zum Großteil von der staatlichen Wasserstraßenverwaltung Voies navigables de France (VNF) verwaltet und betrieben.

2007 wurden von der Frachtschifffahrt auf Frankreichs Wasserstraßen Güter mit einem Gesamtgewicht von 61,7 Millionen Tonnen befördert. Bezieht man die Distanz in die Statistik ein, ergibt sich ein Wert von 7,54 Milliarden Tonnen-Kilometer. Über die letzten 10 Jahre bedeutet dies eine Steigerung um 33 Prozent. Die Personenschifffahrt hat heute nur mehr touristische Bedeutung, ist aber ein aufstrebender Wirtschaftsfaktor.

Der Canal Seine-Nord Europe (CSNE) ist das Projekt eines neuen, 106 km langen Kanals in Süd-Nord-Richtung durch Nordfrankreich zwischen den Einzugsgebieten der Flüsse Seine und Schelde. Das Projekt ist in den Verkehrswegeplan der Europäischen Union aufgenommen, die Planung soll 2010 beendet, der Kanal 2014 oder 2015 in Betrieb genommen werden.

Siehe auch: Liste der schiffbaren Flüsse und Kanäle in Frankreich

Wirtschaft

Traditionell ist in Frankreich die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – im Land eine Rolle.

Frankreich ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Ein staatlicher Mindestlohn, der SMIC, sichert den Angestellten einen Stundenlohn von 8,71 Euro.[12] Schlüsselindustrien, besonders die Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle. Frankreich ist ein bedeutender Produzent von Atomstrom, und Deutschland einer seiner wichtigsten Kunden. In Frankreich wird ca. 80 Prozent der Elektrizität mit Atomkraftwerken produziert. Damit hat Frankreich neben Litauen momentan (Anfang 2005) den höchsten Prozentsatz an Atomstromproduktion der Welt. (Siehe auch: Liste der Kernkraftwerke)

Wein steht aufgrund der zahlreichen Weinbaugebiete in der französischen Ausfuhrliste an fünfter Stelle: nach Autos, Flugzeugen, pharmazeutischen Produkten und Elektronik. Auch der Tourismus spielt eine große Rolle.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Durchschnitt der Jahre 1995 bis 2005 um 2,1 % jährlich und erreichte 2005 den Wert von 1.689,4 Milliarden Euro. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Frankreich einen Index von 111,4 (EU-25:100) (2003).[13]

Die Erwerbstätigenstruktur hat sich gegenüber früher grundlegend gewandelt. So arbeiteten 2003 nur mehr 4 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, in der Industrie waren es 24 %, wohingegen 72 % im Dienstleistungsbereich tätig waren.

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Frankreichs (2003): Es exportiert 14,9 % seines Exportvolumens nach Deutschland, das seinerseits am Import mit 19,1 % beteiligt ist.

Die größten französischen Unternehmen 2003 ohne Banken und Versicherungen

  1. Total – Umsatz 104,7 Mrd. € – 111.000 Beschäftigte
  2. Carrefour – Umsatz 70,5 Mrd. € – 419.000 Beschäftigte
  3. PSA Peugeot Citroën – Umsatz 54,2 Mrd. € – 200.000 Beschäftigte
  4. France Télécom – Umsatz 46,1 Mrd. € – 222.000 Beschäftigte
  5. EDF – Umsatz 44,9 Mrd. € – 167.000 Beschäftigte
  6. Suez – Umsatz 39,6 Mrd. € – 171.000 Beschäftigte
  7. Les Mousquetaires – Umsatz 38,4 Mrd. € – 112.000 Beschäftigte
  8. Renault – Umsatz 37,5 Mrd. € – 160.000 Beschäftigte
  9. Publicis Groupe – Umsatz 32,2 Mrd. € – 35.000 Beschäftigte
  10. Saint-Gobain – Umsatz 29,6 Mrd. € – 172.000 Beschäftigte
  11. Groupe Auchan – Umsatz 28,7 Mrd. € – 156.000 Beschäftigte
  12. Veolia Environnement – Umsatz 28,6 Mrd. € – 257.000 Beschäftigte
  13. Centres Leclerc – Umsatz 27,2 Mrd. € – 84.000 Beschäftigte

Kultur

Frankreich leitet seinen Rang in Europa und der Welt auch aus den Eigenheiten seiner Kultur ab, die sich insbesondere über die Sprache definiert (Sprachschutz- und -pflegegesetzgebung). In der Medienpolitik wird die eigene Kultur und Sprache durch Quoten für Filme und Musik gefördert. Frankreich verfolgt in der Europäischen Union, der UNESCO und der WTO mit Nachdruck seine Konzeption der Verteidigung der kulturellen Vielfalt („diversité culturelle“): Kultur ist keine Ware, die schrankenlos frei gehandelt werden kann. Der Kultursektor bildet daher eine Ausnahme vom restlichen Wirtschaftsgeschehen („exception culturelle“).

Landesweite Pflege und Erhalt des reichen materiellen kulturellen Erbes wird als Aufgabe von nationalem Rang angesehen. Dieses Verständnis wird durch staatlich organisierte oder geförderte Maßnahmen, die zur Bildung eines nationalen kulturellen Bewusstseins beitragen, wirksam in die Öffentlichkeit transportiert. Im jährlichen Kulturkalender fest verankerte Tage des nationalen Erbes, der Musik oder des Kinos beispielsweise finden lebhaften Zuspruch in der Bevölkerung. Großzügig zugeschnittene kulturelle Veranstaltungen entsprechen dem Selbstverständnis Frankreichs als Kulturnation und von Paris als Kulturmetropole. Die Förderung eines kulturellen Profils der regionalen Zentren in der Provinz wird verstetigt.

Siehe auch: Liste französischer Schriftsteller, Liste französischer Komponisten, Burgen und Schlösser in Frankreich

Naturschutz

Frankreich unterhält Naturschutzgebiete verschiedener Kategorien im europäischen Kernland und in den Übersee-Départements. Es sind dies derzeit:

Weitere Naturschutzgebiete sind in Planung und Vorbereitung.

Sport

Anders als in vielen anderen Ländern ist der Fußball in Frankreich bis heute nicht die unangefochtene Nummer 1 unter den Sportarten. Besonders Rugby ist im Südwesten des Landes populärer. Das Interesse am Fußball hängt sehr stark mit der Leistung französischer Mannschaften auf internationaler Ebene zusammen. Als identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt die französische Fußball-Nationalmannschaft. Die so genannte équipe tricolore trägt ihre Heimspiele meist im Stade de France in Saint Denis bei Paris aus.

1998 wurde in Frankreich die Fußballweltmeisterschaft ausgetragen. Im Endspiel gegen Brasilien gewann der Gastgeber das Turnier.

Ähnlich populär dem Fußball ist Rugby Union. Gerade in den südlichen und südwestlichen Regionen ist Rugby tatsächlich der weitaus beliebteste Sport. Die höchste Liga ist die Top 14 (siehe auch Rugby Union in Frankreich). Das Meisterschaftsendspiel findet jährlich im Stade de France statt. Die Nationalmannschaft, von den Fans „Les Bleus“ genannt, was später auch auf die Fußballequipe übertragen wurde, gilt seit Jahrzehnten kontinuierlich als eines der besten Teams der Welt und war bislang bei jeder Weltmeisterschaft mindestens ins Viertelfinale vorgedrungen. Insgesamt wurde sie zweimal Vizeweltmeister und errang einmal den dritten Platz. Nationalstadion ist das Stade de France in St. Denis nahe Paris. Die besten Vereinsmannschaften der letzten Jahre sind Stade Toulousain, das insgesamt 16 Mal die französische Meisterschaft und dreimal den europäischen Heineken Cup gewinnen konnte, der aktuelle Meister Stade Français aus Paris mit 13 Meisterschaftserfolgen und der Meister der beiden Vorjahre Biarritz Olympique mit fünf nationalen Meisterschaftstiteln.

In der Zeit vom 7. September bis zum 20. Oktober 2007 fand erstmals die Rugbyweltmeisterschaft in Frankreich statt und man zählte „Les Bleus“ zu den Topfavoriten auf den Titel. Allerdings kamen sie nicht über einen 4. Platz hinaus. Weltmeister wurde Südafrika.

Weitere populäre Sportarten sind der Radsport (insbesondere im Juli, während der dreiwöchigen Tour de France), Leichtathletik, Formel 1 (Großer Preis von Frankreich in Magny Cours) und Pétanque (Mondial la Marseille à Pétanque)

Großer Beliebtheit erfreut sich in den vergangenen Jahren auch Tennissport. 1997 und 2003 konnten die Französischen Tennisdamen den Fed Cup gewinnen. Außerdem siegte Mary Pierce im Jahre 2000 bei den French Open.

In Frankreich fanden bereits mehrmals Olympische Spiele statt: Sommerspiele 1900 und 1924 in Paris, Winterspiele in Chamonix 1924, Grenoble 1968 und Albertville 1992.

Siehe auch: Skigebiete in Frankreich

Musik

Frankreich hat eine vielfältige und lebendige Musikkultur. Neben den berühmten Vertretern des Chanson, wie Édith Piaf, gibt es auch zahlreiche bekannte Vertreter in modernen und avantgardistischen Musikrichtungen. So prägten etwa Daft Punk und Etienne de Crécy den „French House“, Gotan Project ist Vorreiter des so genannten Electrotango und St. Germain steht für eine Kombination von Jazz und House. Air wiederum ist ein bekannter Vertreter von Ambient-Musik.

Medien

Die wichtigsten französischen Printmedien sind die nationalen Tageszeitungen:

Die wichtigsten Nachrichtenmagazine in Frankreich:

Größte Regionalzeitung ist die Ouest-France mit einer Druckauflage von 900.000 Exemplaren.

Bedeutend ist auch das jeweils mittwochs erscheinende Investigations- und Satireblatt Le Canard enchaîné mit einer Auflage von 550.000 Exemplaren.

Fernsehen

Wie in vielen anderen europäischen Ländern besteht auch in Frankreich eine Co-Existenz von öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern. Zur 1992 gegründeten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt France Télévisions gehören die Sender France 2, France 3, France 4, France 5 und France Ô.

Des Weiteren gibt es mit TV5 und ARTE zwei weitere Sender, an denen France Télévisions beteiligt ist. TV5 ist ein französischsprachiges Gemeinschaftsprogramm der Staaten Frankreich, Belgien, dem französischsprachigen Teil Kanadas und der Schweiz. ARTE ist ein deutsch-französischer Sender, der von ARTE France zusammen mit den deutschen Rundfunkanstalten ARD und ZDF betrieben wird. France Télévisions ist darüber hinaus an dem Nachrichtensender EuroNews beteiligt.

Der größte Fernsehsender Frankreichs ist der Privatsender TF1, der bis 1987 noch öffentlich-rechtlich war. TF1 ist außerdem alleiniger Gesellschafter des Sportsenders Eurosport. Seit Dezember 2006 sendet der von TF1 und France Télévisions produzierte französische Nachrichtensender France24.

Bibliotheken

Die Bibliotheken sind weitgehend Mediatheken und konnten in den vergangenen 15 Jahren ihre Benutzerzahl verdoppeln (2005: 21 Millionen; 1989: 10,5). Mehr als 40 Prozent der Franzosen über 15 Jahren sind eingeschriebene Bibliotheksgänger und leihen zu 90 Prozent Bücher aus. Im Angebot sind meist auch CDs und DVDs und Internetnutzung. (Quelle: F.A.Z. 6. Juni 2006)

Feiertage

Hauptartikel: Feiertage in Frankreich

1. JanuarNeujahr
1. MaiTag der Arbeit/Maifeiertag
8. MaiTag des Sieges (fête de la victoire)
7 Wochen nach OsternPfingstmontag
10 Tage vor PfingstenChristi Himmelfahrt (jour de l’Ascension)
14. JuliTag des 14. Juli („Fête nationale“) – Jahrestag des Sturms auf die Bastille 1789
15. AugustMaria Himmelfahrt
1. NovemberAllerheiligen
11. NovemberWaffenstillstand von Rethondes zur Beendigung des Ersten Weltkrieges
25. DezemberWeihnachtsfeiertag

Siehe auch

 Portal: Frankreich – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Frankreich

Literatur

  • Alfred Pletsch: Länderkunde Frankreich. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 2. Auflage 2003, ISBN 3-534-11691-7.
  • Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-596-10860-8.
  • Bernhard Schmidt, Jürgen Doll, Walther Fekl, Siegfried Loewe und Fritz Taubert: Frankreich-Lexikon. Schlüsselbegriffe zu Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Kultur, Presse- und Bildungswesen. 2. überarbeitete Auflage 2005, 1224 Seiten, ISBN 3-503-06184-3, Studienausgabe 2007, ISBN 3-503-07991-2.
  • Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-34793-3.
  • Informationen zur politischen Bildung Nr. 265 Frankreich mit Karten, (auch online einsehbar, jedoch ohne die Karten) BpB Bonn 2004 (mit Literatur, Internet-Hinweisen)
  • Adolf Kimmel, Henrik Uterwedde (Hg.): Länderbericht Frankreich ebd., Schriftenreihe Band 462, 2. Aufl. 2005 ISBN 3-89331-574-8
  • Karl Stoppel La France. Regards sur un pays voisin. Eine Textsammlung zur Frankreichkunde Lernmaterialien, in frz. Sprache (Für Oberstufen) Reclam, Ditzingen 2000
  • Ludwig Watzal (Verantw.): Frankreich Aus Politik und Zeitgeschichte, Beilage zu „Das Parlament“, 38/2007 v. 17. 9., Hg. BpB, Bonn 2007 (Schwerpunktheft) ISSN 0479-611X
  • Robert Picht u.a. Hgg.: Fremde Freunde. Deutsche und Franzosen vor dem 21. Jahrhundert Piper, München 2002 ISBN 3-492-03956-1 (57 Essays von 52 Autoren zu Begriffen der dt.-frz. Geschichte, Politik, Kultur und Wirtschaft, u.a. Hans Manfred Bock, Freimut Duve, Etienne François)

Weblinks zu zu

 Wikimedia-Atlas: Frankreich – geographische und historische Karten
 Wiktionary: Frankreich – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
 Commons: Frankreich – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Auswärtiges Amt
  2. a b c d Institut National de la Statistique et des Études Économiques: Bilan démographique 2008
  3. Institut National de la Statistique et des Études Économiques: Pyramide des âges au 1er janvier 2009 – France métropolitaine
  4. International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
  5. Institut National de la Statistique et des Études Économiques: La France, en tête des pays européens pour la fécondité
  6. Der Laizismus in Frankreich, herausgegeben von der französischen Botschaft in Österreich.
  7. Institut National de la Statistique et des Études Économiques: [www.insee.fr/en/ffc/Fiche_doc.asp?doc_id=939&path=&zip= Values in France.
  8. pewglobal.
  9. Zahlen von einer deutschsprachigen informationsseite des französischen Außenministeriums. Zugriff am 26. Dezember 2007.
  10. Die Presse: Parlament segnet Frankreichs Rückkehr in die Nato ab vom 17. März 2009.
  11. Süddeutsche Zeitung: Frankreich verkauft Autobahnen für 14,8 Milliarden Euro, 14. Dezember 2005
  12. Institut National de la Statistique et des Études Économiques: Montant du salaire minimum interprofessionell de croissance (SMIC)
  13. Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25[1]
46.3166666666672.5333333333333
Koordinaten: 46° N, 3° O

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