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KINOLEXIKON  

 Filmfinanzierung

Unter Filmfinanzierung versteht man die Beschaffung von Kapital zur Herstellung eines Filmes. Die Finanzierungsphase in der Filmproduktion sollte in der Regel parallel zur Stoffentwicklung begonnen werden.

Filmfinanzierungsmodelle

Während in Europa die Auftragsproduktion den Hauptteil der Filmproduktionen ausmacht und Kinofilme in den meisten Fällen auf Filmförderung angewiesen sind, dominiert in den Vereinigten Staaten die Eigenproduktion und Eigenfinanzierung von Filmen. Dies ist möglich, da die großen US-amerikanischen Filmproduktionsgesellschaften über ein weit entwickeltes Vermarktungs- und Vertriebssystem verfügen; sowie über große Werbebudgets.

Gängige Produktionsart ist im Zeitalter des Fernsehens die Auftragsproduktion. Als Auftraggeber fungieren meist Fernsehsender, Verleih- und Vertriebsunternehmen. Im Gegensatz zu Eigenproduktionen sind sie weniger von öffentlichen Fördermitteln wie Filmförderungen der Länder und des Bundes oder privat aufgelegten Filmfonds abhängig, sondern schöpfen ihre finanziellen Mittel aus Vorabverkäufen, Krediten und Eigenmitteln.

Finanzielle Unterstützung

Die Eigenmittel können Barmittel sein aber auch unbedingt rückzahlbare Darlehen. Fremdmittel können Risikoinvestitionen von Finanziers (Equity), Rückstellungen (Zahlungsaufschub von Teil-Ansprüchen bis zur Bezahlung aus Erlösen) von Mitarbeitern und Darstellern und Sachleistungen, Erlöse aus Vorverkäufen und Lizenzierung von Rechten (presales) und Minimumerlösgarantien aus der Vergabe von Vertriebsrechten, z. B. an einen Verleih (Verleihgarantie) oder einen Weltvertrieb. Je nach Größe eines Filmvorhabens können sich mehrere nationale und internationale Produzenten zu Koproduktionen zusammenschließen und die Herstellung eines Films gemeinsam finanzieren.

In einzelnen Staaten bestehen Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung der Filmherstellung in Form von Steuererleichterungen bis hin zu direkten Subventionen. Steuererleichterungen können an Qualitätsvorgaben gebunden sein, wie etwa an die Erfüllung der Ansprüche zur Erlangung eines Filmprädikats. Diese Aktivitäten der Staaten sind zur Stärkung der eigenen Filmwirtschaft und auch zur Unterstützung der eigenen Filmkultur gedacht. Nach Maßgabe gesetzlicher Vorschriften können Filmproduzenten dieser Staaten diese Finanzierungsmöglichkeiten nutzen.

Jede Finanzierung wird zu einem Anspruch an Erlösen aus der Auswertung des Films führen, zumindest bis zur vollständigen Rückführung der jeweils eingesetzten Finanzierungsmittel. Ausnahmen sind Subventionen und Steuererstattungen. Über die Rückführung der eingesetzten Finanzierungsmittel hinaus besteht auch die Möglichkeit der Gewinnbeteiligung. Diese wird in der Regel zwischen den Produzenten nach dem Anteilsschlüssel am Copyright des Films aufgeteilt. Diese Erlös- und Gewinnansprüche werden nach einem Verteilungsschlüssel in verschiedenen Stufen bzw. Rängen in den jeweiligen Finanzierungsverträgen festgelegt.

Die Finanzierung eines Fernsehfilms (TV-Auftragsproduktion) erfolgt in der Regel durch eine Auftragsvergabe an den Produzenten mit einer hundertprozentigen Finanzierung der Herstellungskosten, wobei allerdings in Deutschland die anerkannten Herstellungskosten für einen 90-minütigen Fernsehfilm auf ca. 1,2 Millionen Euro beschränkt sind.

Jeder Finanzier wird die Marktfähigkeit eines Produktes bemessen, um die Höhe seines Risikos einschätzen zu können. Je geringer die Marktfähigkeit eines Films, desto geringer kann das Budget der Herstellungskosten nur sein. Da deutsche Kinofilme in der Regel (schon allein wegen der Sprachgrenze) nur den deutschen Markt haben und dort die vollständige Rückführung der Finanzierung der Herstellungskosten die Ausnahme ist, müssen deutsche Filme sehr billig gemacht werden, es sei denn für den Film ist eine Synchronisierung und internationale Verbreitung vorgesehen. Billige Produktionen sind jedoch in einem Hochlohnland kaum möglich und außerdem würden diese Filme auch billig aussehen und für das Publikum weniger attraktiv sein. Deshalb korrigiert die Filmförderung mit ihren Subventionen den Marktnachteil der deutschen Produzenten.

Deutsche Fernsehfilme sind entweder durch Gebühren oder Werbeeinnahmen für die Sender vollständig refinanziert. Allerdings sind Gebührenstopp und sich immer weiter verringernde Werbeeinnahmen für die Fernsehsender Anlass, mit verringerten Finanzierungen Aufträge zu erteilen, was zu einer Verbilligung des Produkts und damit des Programms führt. Je nach Quelle der Finanzierung unterscheidet man zwischen Eigenproduktion und TV-Auftragsproduktion. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es eine Vielzahl von Mischformen der Filmfinanzierung.

Zum Zweck der Präsentation muss den möglichen Kapitalgebern ein Paket (Package), bestehend aus dem Drehbuch, der Kalkulation, Besetzungen für die Hauptdarsteller und die Regie, Finanzierungsplan und Auswertungsmöglichkeiten (siehe Filmauswertung) vorgelegt werden.

Finanzielle Absicherung

Die Fertigstellungsgarantie bzw. Fertigstellungsversicherung ist ein wichtiger Bestandteil der Filmfinanzierung und wird vor Produktionsbeginn vertraglich festgelegt. Private Investoren – in den USA auch spezielle Unternehmen – verpflichten sich bei einer Budgetüberschreitung die erforderlichen Mittel zur Filmfertigstellung aufzubringen. Als Gegenleistung wird dafür ein Honorar verrechnet, welches in der Regel bei vier bis sechs Prozent des Budgets liegt, oder eine Gewinnbeteiligung vereinbart.

Die Fertigstellungsgarantie ist also für finanzschwache Produzenten eine teure Angelegenheit, wird aber bei Bankkrediten, sofern diese überhaupt bereit sind, einen Film zu finanzieren, oft als Absicherung gefordert. Ebenso wie Garantiezusagen über zukünftige Verträge von Filmverleihern, an welche ein Filmhersteller, der Kredite oder eine Fertigstellungsgarantie benötigt, vorverkaufen muss.

In Frankreich und den Vereinigten Staaten bestehen beispielsweise eigene Filmbanken, die bereit sind auch Filme von unabhängigen Produzenten und kleinen Produktionsfirmen vorzufinanzieren. Die Rückzahlung erfolgt in der Regel auf Raten, beginnt zwei Jahre nach Produktionsbeginn, und dauert drei bis fünf Jahre an. Die Rückzahlung des Kredits erfolgt durch Erlöse aus dem Filmverleih, der wiederum auf Erlöse aus den Filmvorführungen in den Kinos angewiesen ist. In Deutschland scheiterten Ansätze zur Etablierung von privatwirtschaftlichen Filmbanken bereits in den 20er Jahren.

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